Babypflege

An Babys Haut lasse ich nur Wasser, Liebe und sanfte Pflege

Das Thema „Babypflege“ könnte ganze Bände füllen. Doch seitenweise Vorschriften bereiten vor allem Stress. Dabei brauchen unsere Kleinsten neben Zuwendung gar nicht soviel. Einige Pflege-Basics um sich wohlzufühlen!

Autor: Christiane Prang
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Babyhaut ist speziell, sie mag Pflege, Schutz und Zuwendung

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Foto: © Fotolia / Ramona Heim

Die Haut von Neugeborenen und Säuglingen im ersten Lebensjahr ist anders beschaffen als Erwachsenenhaut. Sie ist dünner, durchlässiger und bildet noch nicht viel Fett. Daher ist sie gegenüber Hitze, Kälte, Reibung oder Reizung noch besonders empfindlich. Schutz von außen ist also durchaus willkommen, in Form naturbelassener Kleidung und einer geeigneten Pflege. Was Babyhaut vor allem benötigt, sind Fett und Feuchtigkeit. Sparsames, aber regelmäßiges Eincremen, darüber sind sich Experten einig, schränkt die Fähigkeit der Haut, sich selbst zu regenerieren, nicht ein. Dabei solltest du aber nicht einfach auf herkömmliche Pflegecremes von Erwachsenen zurückgreifen, sondern auf spezielle Pflegeprodukte für Babys setzen. Die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe ist ideal auf die sehr junge und zarte Haut zugeschnitten. Die Inhaltsstoffe sind zum Beispiel dermatologisch gestestet und absolut hautverträglich für die zarte Babyhaut. Die Haut ist aber auch ein wichtiges Organ für den Tastsinn des Babys. Berührungen werden sehr intensiv wahrgenommen, ebenso wie Kälte oder Wärme. Auch Hautreizungen oder gar Hauterkrankungen nimmt der Säugling schmerzhafter wahr als ein erwachsener Mensch. Sollten Hautveränderungen wie Trockenheit, Schuppenbildung oder atopisches Ekzem (Neurodermitis) auftreten, benötigt dein kleiner Liebling eine Spezialpflege.

Was sollten gute Pflegeprodukte leisten und woran erkenne ich sie?

Ein gutes Produkt für Babys und Kleinkinder unterstützt immer die natürlichen Hautfunktionen des Nachwuchses mit dem Ziel, die Hautschutzbarrieren zu erhalten. Sprich: Die Pflege trocknet die Haut nicht aus, sondern gibt ihr notwendige Pflege in Form von Feuchtigkeit und Fett. Sie ist reizarm und kommt ohne Allergieauslöser aus. Sie belastet nicht die Poren, kleistert also nichts zu, sondern ermöglicht einen Sauerstoff-, Feuchtigkeits- und Fettaustausch über die Hautbarrieren.

  • Ein geeignetes Pflegeprodukt für unsere Kleinsten unterstützt also die natürliche Entwicklung der Haut.
  • Es ist ausreichend erforscht! Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse sowie Praxiserfahrungen von Kinderärzten, Kliniken, Dermatologen und Hebammen bestätigen die Ergebnisse.
  • Seine Inhaltstoffe sind bewährt, hautverträglich und wirksam.
  • Strenge Reinheits- und Qualitätskontrollen bei der Herstellung von Babypflege-Produkten sind eine Selbstverständlichkeit.  

Basics der Babypflege: Einige einfache Faustregeln

In der Praxis haben sich ein paar Basics bewährt, die die Pflege für Baby und Mama zu einem wohltuenden täglichen Ritual werden lassen:

  • Weniger ist mehr! Trage Cremes und Lotionen nicht zu dick auf!
  • Verzichte auf austrocknende Seifen. Wähle, wenn überhaupt seifenfreie Waschzusätze, da diese den Säureschutzmantel nicht angreifen.
  • Verwende Puder bitte nur für den Windelbereich und verstäube ihn am besten nicht in Gesichtshöhe des Kindes damit es ihn nicht einatmet.
  • Erstklassige Babypflege sollte eine gute Verträglichkeit für das Auge aufweisen. Nichts darf brennen oder ziepen!
  • Baden ist besser als Waschen mit dem Waschlappen. Füge dem Badewasser vor allem rückfettende Badezusätze hinzu. Dies kann ein natürliches Öl wie Oliven- oder Mandelöl sein, oder auch ein kosmetischer Badezusatz für Babys.
  • Der empfindliche Windelbereich benötigt eine Spezialpflege, eine gut abdeckende Wundschutzcreme, die allerdings auch nicht zu dick aufgetragen werden sollte.
  • Bei Kälte und im Winter verwende im Gesicht am besten eine Fettcreme. Im Sommer setzen Sie eher auf leichtere Feuchtigkeitspflege und natürlich Sonnenschutz.

Reinigung und Pflege für Babys erstes Lebensjahr

Natürlich wird auch der Markt für Pflegeprodukte bereits ganz junger Haut immer dichter und unüberschaubarer. Doch was braucht ein kleiner Mensch wirklich? Gar nicht soviel. Überflüssig sind zum Beispiel spezielle Waschlotionen, die den Säureschutzmantel der ganz jungen Haut unnötig beschweren. Ebenso Haarshampoos: Babys Flaum benötigt keine eigene Reinigung und Pflege. Er kann einfach beim Baden mitgewaschen werden. Auch feuchte Waschlappen für das Gesicht müssen nicht unbedingt sein. Die Reibung könnte Babys Gesicht zusätzlich strapazieren. Ein paar Basics dürfen es allerdings doch schon sein:

Schubiduwapp: Ich sing den Badewannen-Blues - Reinigung: Waschen & Baden

Badezusätze

Keine Angst vor Badeölen! Hier gilt zwar auch, dass du es nicht übertreiben sollst, aber ein Bad ohne rückfettenden Zusatz trocknet die zarte Haut deines Lieblings ein wenig aus. Besonders hartes Wasser sowie Reibungen setzen der Kinderhaut außerdem zu. Wähle daher ein natürliches, ph-neutrales Badeprodukt und gebe es dem maximal 37,5 °C warmen Badewasser zu.

Wofür: Zur Rückfettung der Haut, zur gründlichen Entfernung hartnäckiger Schmutzpartikel wie Urin, Kot oder Pflegerückstände im Windelbereich. Für Wohlbefinden und Entspannung vor dem Schlafengehen über die Haut durch natürliche, beruhigende Aromen.

Was enthalten ist: Zum Beispiel Öle aus Calendula oder Jojoba. Pflanzenextrakte wie zum Beispiel Kamille. Duftstoffe aus natürlichen oder synthetischen hergestellten Aromen, die auf ihre Allergieverträglichkeit hin getestet wurden.

Produkttipps


Babypflege Alverde kleine Elfe Oel

Kleine Elfe Haut- und Badeöl von alverde (Bild links) ist gleich für Dreierlei gut. Es eignet sich zum Baden, als Pflege nach der Badewanne und auch für die Massage deines Kindes. Enthält hautberuhigende Gänseblümchen.

Babypflege Penaten Gute-Nacht Bad

Mit dem Gute-Nacht-Bad von Penaten (Bild rechts) schlummert dein Schatz ganz sicher in den Schlaf. Enthält einen Komplex aus entspannenden Aromen.

Gut zu wissen: Experten der Berliner Charité sind in ausführlichen Studien zu dem Schluss gekommen, dass Baden hautschonender ist als die tägliche Abreibung mit dem Waschlappen. Daher sind Waschlotionen oder Waschgele sowie Reinigungstücher eher überflüssig. Auch für Babys Wohlbefinden und seine emotionale Entwicklung ist ein angenehm warmes Bad mit einem rückfettenden Badezusatz eine wahre Wonne! 

Zarte Kinderhaut wie ein Pfirsich - Pflege: Gesicht und Körper

Pflegeöle, Lotionen und Cremes für Körper und Gesicht

Babys Haut ist so zart und will es auch bleiben. Dafür am besten nach jedem Baden und Reinigen oder zum Beispiel im Winter bei Minusgraden vor dem Aufenthalt im Freien mit einer feuchtigkeitshaltigen oder fettreichen Creme die Haut pflegen. Cremes eignen sich am besten für das Gesicht, während größere Hautareale wie der Körper entweder mit dünnflüssigeren Lotionen oder pflegenden Ölen verwöhnt werden sollten. Wenn die Haut sehr trocken ist, bitte eine reichhaltigere Pflege wählen. Ist die Haut eher gereizt oder herrschen wärmere Temperaturen, bevorzuge eine leichtere Hautcreme.

Generell ist immer wichtig: Erst schauen, dann cremen. Du siehst am Zustand der Haut was dein Kind braucht.

Wofür: Nach dem Baden, vor dem Aufenthalt im Freien. Wenn sich die Haut trocken anfühlt oder wenn sie trocken aussieht. Wenn das Baby mit einer Massage verwöhnt werden soll.

Was enthalten ist: Bei Ölen setzen die Hersteller in der Regel auf pflanzliche Öle und Mischungen. Bewährt haben sollen sich Mischungen aus pflanzlichen und mineralischen Ölen.


Sanfte Pflege dort, wo die Winde wehen: Windelpflege

Viele Eltern cremen den Pobereich ihres Nachwuches vorsorglich ein, quasi bei jedem Windelwechsel. Sie fürchten Hautreizungen oder Entzündungen, der durch Kot und Urin zustande kommt. Experten empfehlen eher einen häufigen Windelwechsel und viel Zeit „unten ohne". Zu häufiges Eincremen könnte die zarte Babyhaut zusätzlich reizen. Um einer Windeldermatitis (Entzündung im Windelbereich) vorzubeugen, sollte Babys Haut auch in diesem Bereich möglichst häufig frei bleiben. Luft und Licht tun den zarten Partien wohl. Hautberuhigende und schützende Pflege wird bei bestehenden Rötungen oder Reizungen allerdings wärmstens empfohlen. Für die Reinigung reicht ein Waschlappen mit warmem Wasser oder ein Feuchttuch ohne reizende Zusätze.

Wofür: Um Nässe von Genitalbereich und Po abzuhalten. Um eine Schutzbarriere auf der Haut aufzubauen. Zur Beruhigung der Haut und zum Abklingen von Rötungen.

Was enthalten ist: Mit Zinkoxid, natürlichem Wollfett, Panthenol, Allantoin, Calendula oder Hamamelisextrakt. 

Tipps vom Kinderarzt: Reinigung der Vorhaut bei Kleinkindern

 

Bio, öko oder klassisch, ist das wichtig?

Natürlich kontra synthetisch. Allergie-Interessensverbände gegen Biobefürworter, der alte Streit zwischen Herstellern konventioneller Kosmetik und solchen, die nach strengen Naturkosmetikrichtlinien herstellen, hört wohl niemals auf. Wir wollen dir die Wahl etwas erleichtern, denn fest steht, dass Reinigungs- und Pflegeprodukte für Säuglinge und Kleinkinder in Deutschland einer besonderen Prüfung unterzogen werden. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass jedes Kosmetikprodukt eine ausführliche Sicherheits- und Qualitätskontrolle durchlaufen muss. Die schon seit Jahren auf der Verpackung vorgeschriebene Deklaration der Inhaltsstoffe hilft Allergikern, Inhaltsstoffe zu vermeiden, die Allergien auslösen. Du kannst also mit spezieller Babypflege eigentlich nichts falsch machen. 

Viele Hersteller werben mit Öko, Natur oder Bio. Das sagt allerdings noch lange nichts über echte Bio-Qualität aus. Was sollte Biokosmetik enthalten? In erster Linie natürliche Wirkstoffe. Darum verarbeitet die Naturkosmetik ausschließlich haut- und umweltschonende Rohstoffe. Darunter fallen Pflanzenextrakte wie Öle, Fette, Wachse, Wässer, Kräuterextrakte oder Aromen, die entweder aus kontrolliert biologischem Anbau oder Wildsammlung stammen. Besonders schonende Verfahren liegen der Herstellung zu Grunde.

Echte Naturkosmetik darf auf keinen Fall synthetische Farb- und Duftstoffe, Silikone, Paraffine und andere Erdölprodukte enthalten. Zur Konservierung werden nur streng ausgewählte natürliche Wirkstoffe eingesetzt. Dazu gehören unter anderem Benzoesäure, Salizylsäure und Benzylalkohol. Tierische Rohstoffe sind tabu. Ebenso gentechnisch manipulierte oder radioaktiv bestrahlte Substanzen.

Folgenden Siegeln kannst du vertrauen:

  • BDIH: Der Bundesverband Deutscher Industrie- und Handelsunternehmen vergibt dieses bekannte Siegel. Es garantiert, dass zur Herstellung zertifizierter Produkte ausschließlich Rohstoffe eingesetzt werden, die den strengen Vorgaben, dem sogenannten „BDIH-Standard", entsprechen. Produkte mit dem Prüfzeichen "kontrollierte Naturkosmetik" werden aus natürlichen Rohstoffen hergestellt. Ihre Inhaltsstoffe entstammen aus kontrolliert biologischem Anbau. Es wird auf umweltschonende Herstellung und auf Tierversuchsfreiheit Wert gelegt.
  • NaTrue: Internationales Qualitätssiegel mit drei Zertifizierungsstufen, das Bio- und Naturkosmetik unterscheidet. Darin ist Naturkosmetik mit einem 70 prozentigen Bio-Anteil vertreten und Biokosmetik mit einem Bio-Anteil von über 95 Prozent. Für die Natur- wie Biokosmetik gilt die Vorgabe, dass nur Wasser, Naturstoffe, naturnahe und naturidentische Inhaltsstoffe verwendet werden dürfen.
  • Ecocert ist eine der größten Bio-Zertifizierungsorganisationen der Welt mit Sitz in Frankreich. Seit 2002 prüft Ecocert Naturkosmetik. Der Verband entwickelte dafür zwei Label „Biokosmetik" und „Naturkosmetik" . Bei Biokosmetik müssen 95 Prozent der pflanzlichen Inhaltsstoffe aus Bio-Anbau sein. Unter Naturkosmetik werden alle Produkte gefasst, bei denen mindestens 50 Prozent der pflanzlichen Inhaltsstoffe unter Bio-Bedingungen abgebaut wurden. Produkte, die das Ecocert-Siegel tragen, verzichten zum Beispiel auf Paraffine, Silikone, synthetische Farb- und Duftstoffe.
  • Organic Bio Cosmetic: Das französische BIO-Label von Cosmebio wird für Biokosmetik vergeben, die mindestens 95 Prozent natürliche Inhaltsstoffe und mindestens 95 Prozent der pflanzlichen Inhaltsstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau sowie mindestens 10 Prozent der gesamten Inhaltsstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau enthalten.

Fragen an den Experten: Mineralöle oder pflanzliche Öle, was ist denn nun besser?

Auch das Thema Mineralöle wird unter Verbrauchern seit Jahren heftig diskutiert. Mineralöle stehen in Verdacht, die Haut zu verschließen. Pflanzliche Öle hingegen gelten zuweilen als Allergieauslöser.

Dazu Prof. Hans-F. Merk, Dermatologe und Allergologe der Uni-Klinik der RWTH Aachen:

Wie unterscheiden sich künstliche und natürliche Öle?

Merk: „Beide Öle unterscheiden sich eigentlich weniger voneinander als behauptet wird. Pflanzliche Öle werden durch Extraktion gewonnen, mineralisches Öl ist im Grunde genommen auch ein Öl, das aus Pflanzen besteht, das allerdings vor langer Zeit durch Bakterien zersetzt wurde. Bei mineralischen Ölen hängt es von der Konsistenz ab, ob es in die Haut eindringt oder nicht. Ein gewisses Maß an Okklusion, also Verschließen der Haut kann allerdings helfen, den Wasserverlust der Haut zu reduzieren."

Lösen Pflanzenöle wirklich mehr Allergien aus?

Merk: "Je nach Ernte finden sich in Pflanzenölen mehr oder weniger Allergene. Außerdem sind viele Stoffe in den Pflanzenölen labiler als in chemischen Ölen. Pflanzenöle reagieren schneller mit dem Sauerstoff aus der Luft und oxidieren leichter. Dann können starke Allergene entstehen."

Was raten Sie bei der Babypflege?

Merk: "Bei empfindlicher Haut oder Babyhaut rate ich zu Paraffinöl, das extrem sicher und stabil ist. Hautreinigunsgprodukte mit Paraffinöl schützen vor Austrocknung. Pflanzenöle hingegen besitzen hautpflegende Eigenschaften, sind ideal für Massagen, weil sie tiefer in die Haut eindringen und ein weniger fettes Gefühl hinterlassen."

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