Wickeln und Baden mit Wohlfühleffekt

Grundkurs Babypflege

In den ersten Lebenswochen bestimmen die unmittelbaren körperlichen Bedürfnisse des Babys den Tagesablauf: Stillen, Tragen, Wickeln. In unseren Basics der Babypflege erfährst du, wie du deinen Säugling wickelst, reinigst und pflegst.

Autor: Janett Duhra
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Den Kopf voller Fragen

Grundkurs Babypflege
Foto: © Colourbox

Endlich zu Hause! Im Arm hältst du ganz vorsichtig dein Bündelchen Kind, das Herz voller Liebe und den Kopf voller Fragen. Kann ich dieses kleine Menschenkind wirklich richtig pflegen und versorgen? Was soll ich tun, was lieber lassen? Das Wissen aus dem Säuglingspflegekurs ist plötzlich verschwunden und die vielen Ratschläge aus dem Familien- und Freundeskreis schwirren dir im Kopf herum. Keine Bange, ein Baby zu umsorgen ist nicht so schwer. Nach ein paar Tagen hast du die erste Unsicherheit überwunden. Deine Handgriffe werden routinierter und du findest sogar die Zeit, mit dem Kleinen während der Pflege zu schmusen und zu lachen. In den folgenden Kapiteln erfährst du, wie du deinen Säugling ohne Aufwand pflegen und dich an einem entspannten und wunderbar duftenden Kind freuen kannst.

Gut gewickelt

Stoff- oder Wegwerfwindel

Eine Tätigkeit, mit der du dich in den nächsten Wochen viel beschäftigen wirst, ist das Wickeln. Ein Säugling macht in den ersten Lebenswochen durchschnittlich sechsmal täglich Pipi. Du wirst also täglich längere Zeit am Wickeltisch stehen, der deinem Rücken zuliebe unbedingt deiner Körpergröße entsprechen sollte. Ob du dich für Stoff- oder Wegwerfwindeln entscheidest, hängt von deiner Einstellung, deiner Zeit und nicht zuletzt von deinem Budget ab. Stoffwindeln und Wickelsysteme kann man auch mieten und reinigen lassen. So muss man nicht gleich eine Menge Geld investieren, sondern kann alle Wickelvarianten in Ruhe ausprobieren und auf Alltagstauglichkeit testen.

Babys mögen es warm

Wenn das Windelpaket dick ist und es Zeit für einen Wechsel wird, lege alle benötigten Wickelutensilien (Wasserschüssel mit lauwarmem Wasser, Lappen, Handtuch, neue Windel, evtl. Wechselwäsche) bereit. Im Winter eignet sich ein Heizstrahler, der den Platz schön warm hält. Entferne die Windel und wischen den Genitalbereich mit einem feuchten Lappen ab. Bei Mädchen von der Scheide zum Po reinigen, bei Jungen nicht die Vorhaut zurückziehen. Die frische Luft reizt den Harndrang kleiner Jungen. Lege deinem Sohn eine Windel in den Schritt, um dich vor einer feuchten Fontäne zu schützen.

Am besten klares Wasser

Nach einem großen Geschäft säuberst du die Reste von Babys Po und waschen den Bereich ebenfalls kurz feucht ab. „Am besten eignet sich dazu klares Wasser“, meint die Berliner Hebamme Simone Exner. „Kinder bis zu drei Monaten sollten nicht mit Feuchttüchern gesäubert werden. Erstens sind die Tücher kalt, was Babys gar nicht mögen und zweitens reagieren Säuglinge heute immer stärker auf die Inhaltsstoffe von Pflegeprodukten.“ Feucht- und Öltücher können zum Beispiel das Allergien auslösende Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid oder den Inhaltstoff PEG enthalten, der die Haut durchlässiger und empfindlicher für Schadstoffe macht. „In unserem Familienzentrum erleben wir sogar schon Babys, die auf den Pflanzenwirkstoff Calendula empfindlich ansprechen“, so Simone Exner.

...oder unterwegs ein Feuchttuch

Wenn auch nicht unbedingt zu Hause, so stellen Feuchttücher für Eltern unterwegs mit Baby jedoch eine enorme Erleichterung dar. Daher wollen die meisten ungern ganz darauf verzichten. Glücklicherweise tragen immer mehr Hersteller dem neuen Bewusstsein Rechnung, dass Allergie auslösende Stoffe auf Babys Haut nichts zu suchen haben und passen ihre Produkte an.

Gut trocknen

Nun darf das Baby noch eine Weile an der Luft strampeln und die Beinfreiheit genießen. Bevor du die neue Windel anlegst, muss der Windelbereich gut abgetrocknet sein. Sollte dein Kind das Wickeln nicht mögen und heftig strampeln, wird es vielleicht von einem Mobile über dem Wickelplatz abgelenkt. Ganz wichtig: Lasse dein Kind nie alleine auf dem Wickeltisch liegen!

Manche Eltern schaffen sich einen Windeleimer an, der die Windeln geruchssicher einschließt. Denn bei fünf bis zehn gebrauchten Windeln täglich kommt der normale Hausmülleimer schnell an sein Grenzen.

Gut gebadet

Wasser entspannt

Das Baden ist eine der größten Freuden für die meisten Babys und steigert ihr Wohlbefinden sichtlich. Sie entspannen im richtig temperierten Wasser, werden wohlig müde und genießen die folgenden Pflegeeinheiten umso mehr.

Für die ersten Monate solltest du eine Babywanne benutzten (ganz am Anfang tut's auch das Waschbecken), später darf dein Kind unter stetiger Aufsicht auch in die große Badewanne. Im Raum sollten mindestens 22 Grad herrschen, damit dein Sprössling sich nicht verkühlt. Eine Wassertemperatur von 35 bis 37 Grad ist für das Kind angenehm. Preiswerte Badewasserthermometer zeigen die exakte Temperatur an und verhindern Verbrühungen. Von zu früher Gabe von Badzusätzen rät Hebamme Marion Kublick eher ab: „Neugeborene brauchen keine Zusätze, diese reizen nur die zarte Haut. Ich verwende etwas Olivenöl und Milch, bei sehr trockener Haut hilft manchmal auch Mandelöl.“

Nicht alle sind Wasserratten

Halte dein Baby waagerecht an Po und Nacken fest, schwenke es leicht und langsam an der Oberfläche und gib ihm Zeit, sich an das neue nasse Gefühl zu gewöhnen. Wenn dein Kind das Wasser genießt, kannst du mit der Reinigung beginnen. Danach das Kleine in ein Handtuch wickeln und gut abtrocknen. Achte besonders auf den Nabel, die Achselhöhlen und die Falten an den Oberschenkeln, hier sammelt sich oft die Feuchtigkeit. Viele Kinder genießen es auch, trocken gefönt zu werden. Die warme Luft und das stetige Brummen des Gerätes beruhigen die Kleinen und machen sie schläfrig.

Sollte dein Kind nicht zu den „Wasserratten“ gehören und während des Badens permanent schreien, genügt auch die tägliche Wäsche mit dem Waschlappen. Einmal wöchentlich zu baden reicht aus ärztlicher Sicht völlig aus. Kinder dieses Alters machen sich nicht schmutzig. Wenn dein Säugling das Baden liebt und es seine Haut und deine Zeit erlauben, kannst du ein kurzes Bad auch täglich in das Schlafritual mit einbeziehen.


Gut gereinigt

Sanft waschen

Ob am Wickeltisch, am Waschbecken oder in der Badewanne - mindestens einmal die Woche solltest du dein Kind am ganzen Körper waschen. Dazu ziehst du das Kleine komplett aus und säuberst den Körper mit einem Lappen und lauwarmem Wasser. Die Haare brauchen nicht extra gewaschen zu werden, befeuchte nur den Kopf. Versuche nicht, den „ Milchschorf“ vom Köpfchen zu rubbeln, er bildet sich nach einiger Zeit von allein zurück. Auch der Nabel braucht keine spezielle Reinigung. Gesicht, Achselhöhlen und Genitalbereich sollten etwas gründlicher und eventuell mit einem milden, ph-neutralen Zusatz, gewaschen werden. Danach das Kind gut abtrocknen oder fönen.

Ohrenstäbchen haben in Babyohren nichts zu suchen, zu groß ist die Gefahr von Trommelfellverletzungen. Außerdem erfüllt der Ohrenschmalz eine wichtige Funktion und muss nicht entfernt werden. Wenn du möchtest, kannst du die äußere Ohrmuschel mit einem Tuch reinigen. Bei der Nabelpflege halte dich bitte an die Hinweise deiner Hebamme oder Kinderärztin, da jeder Nabel einen unterschiedlichen Heilungsverlauf hat. Das Wichtigste auch hier: trocken halten und ggf. steril abdecken. Manche Babys kommen schon mit einem Zähnchen auf die Welt oder zahnen sehr früh. Da dein Kleines aber in den ersten Monaten keine feste Nahrung zu sich nimmt, reicht es, wenn du das Zähnchen mit einem feuchten Tuch abreibst.

Tipps vom Kinderarzt: Nabelpflege bei Neugeborenen

Und die Fingernägel?

Du betrachtest ständig die unglaublich kleinen Finger deines Kindes mit den noch kleineren Fingernägeln? Belasse es auch beim Schauen. In den ersten sechs Wochen ist das Nägelschneiden tabu, da die Gefahr von Verletzungen und Entzündungen zu groß ist. Sollte sich der Säugling mit seinen Nägeln das Gesicht zerkratzen, helfen spezielle Fäustlinge oder ein kleiner übergezogener Strumpf.

Auch das Haar sollte wegen der Verletzungsgefahr in der ersten Zeit noch nicht geschnitten werden. Wenn dein Knirps wirklich über außergewöhnlich viel Haar verfügt, kämme es einfach zur Seite.

Gut gecremt

Eincremen bei wundem Po

Ärzte und Hebammen sind sich einig: Tägliches Eincremen eines Säuglings ist nicht nötig. Obwohl die Haut eines Babys so weich und zart ist, regeneriert sie sich selbst und wird durch zu viele Cremeexperimente eher irritiert. Marion Kublick, die seit 23 Jahren als Hebamme arbeitet, dazu: „Ein Spruch bei uns Hebammen ist: Wer einmal cremt, cremt immer. Auch das Eincremen des Windelbereichs ist nicht notwendig. Nur wenn der Po wund ist, sollte mit Ringelblumensalbe behandelt werden.“ Eine gute, nicht vorrangig auf pflanzlichen Wirkstoffen beruhende Wundschutzcreme sollte Vitamin E, Lanolin und Zinkoxid enthalten.

Sonnen- und Kälteschutz

Falls dein Kind nicht unter Neurodermitis oder anderen Hautproblemen leidet, reicht im Sommer eine Babysonnenmilch mit einem Lichtschutzfaktor 30 und im Winter eine schützende, fettreiche Wettercreme gegen die Kälte. Achte darauf, dass das Produkt frei von Konservierungs-, Duft- und Farbstoffen ist.

Verwöhnprogramm durch Streicheleinheiten

Körperkontakt ist eines der Grundbedürfnisse kleiner Menschen. Eine kurze Massage ist eine gute Möglichkeit, deinem Kind ein paar Streicheleinheiten zusätzlich zu geben. Die sanften Bewegungen und das offensichtliche Wohlbefinden deines Kindes sind auch Balsam für deine Seele. Nimm etwas Creme oder Öl auf die Fingerspitzen und streiche mit leichtem Druck im Uhrzeigersinn über den Körper deines Kindes. Spare dabei das Gesicht aus. Beobachte dein Kind. Wird es bei deinen Bewegungen aktiver oder entspannt es sich? Höre auf deinen Bauch und entwickel zusammen mit deinem Baby ein beruhigendes, harmonisches Massageritual.

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