Abschied in kleinen Schritten
Abstillen – so geht's
Nach einigen Monaten des Stillens kommt die Zeit, wo frau merkt: Langsam reicht's. Um dem Baby den Abschied von der mütterlichen Brust möglichst leicht zu machen, sind kleine Schritte nötig. urbia-Autorin Gabriele Möller berichtet über das sanfte Entwöhnen des Babys.
Ideal: Wenn Mutter und Kind sich einig sind
Manchmal fühlen Mutter und Kind gleichzeitig, dass es jetzt genug ist. Das Kind stillt sich nach und nach selbst ab, indem es das Interesse an der Brust zunehmend verliert. Und die Mutter ihrerseits bietet die Brust nicht mehr an, sondern wartet ab, ob das Kind sich meldet und trinken möchte.
Diese Form des Abstillens ist naturgemäß die harmonischste für beide Seiten. Doch wenn man bereit ist zu warten, bis sich das Kind selbst abstillt, muss man damit rechnen, dass die Stillzeit recht lange dauern kann.
Die Mutter möchte abstillen
Häufig ist es so, dass die Mutter irgendwann beschließt, nun abzustillen. Jetzt ist es wichtig, den großen Schritt der Trennung von der mütterlichen Brust für das Kind möglichst sanft zu gestalten. Wenn man also beschlossen hat abzustillen, sollte man diesen Entschluss nicht ratzfatz in die Tat umsetzen, sondern jeweils in kleinen Schritten vorgehen, zwischen denen mindestens eine Woche liegt.
Man ersetzt also zunächst eine Brustmahlzeit (nicht die abendliche, die für das Kind als Ausklang für den Tag noch besonders wichtig ist) durch eine Flaschenfütterung oder - je nach Alter des Kindes - durch eine Breimahlzeit und wartet mindestens eine Woche, bevor man eine weitere Mahlzeit ersetzt. So kann sich auch die Brust am besten an die gesunkene Nachfrage gewöhnen.
Tritt doch einmal eine harte Stelle auf, kann sie mit der flachen (eingeölten oder nassen) Hand sanft ausgestrichen werden (nicht abpumpen, da dies die Neuproduktion der Milch wieder anregt). Salbeitee hilft mit, die Milchproduktion allmählich zu senken. Ist das Kind älter als vier Monate, steigen viele Eltern direkt auf leichte Breimahlzeiten um. Dennoch ist es natürlich möglich, noch lange weiterzustillen. Viele Mütter haben gute Erfahrungen damit gemacht, noch bis zum Alter von einem Jahr (oder auch länger) eine Stillmahlzeit täglich beizubehalten. Falls gar nicht mehr gestillt wird, sollte das Kleinkind jedoch bis zum dritten Lebensjahr noch Gelegenheit zum Saugen haben (Flasche, Trinklerntasse, Daumen oder Schnuller).

