Beikost für mittags, abends und zwischendurch

Baby-Brei selbst kochen: Einfache Rezepte

Wenn Ihr Baby vier bis sechs Monate alt ist, wird es Zeit für den ersten Brei. Auch wenn die Auswahl an Baby-Gläschen groß ist, lohnt es sich, Beikost selbst zu kochen, denn dann wissen Sie genau, was drin ist. Dass das Selbstkochen weder schwierig noch zeitraubend ist, zeigen Ihnen unsere Menüvorschläge.

Autor: Dr. Andrea Schmelz
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Babybrei selber machen: Was ist zu beachten?

Baby Brei Löffel
Foto: © fotolia.com/ Werner Münzker

Weil der Darm Ihres Baby mit Schwerverdaulichem (etwa blähende Gemüsesorten, Hülsenfrüchte) noch überfordert ist, stark säurehaltige Obstsorten häufig zu wundem Po führen und Salz die Nieren überlastet, sollten Sie sich anfangs bei der Zubereitung der Beikost für Ihr Baby am besten auf bewährte Grundrezepte verlassen. Achten Sie auf strikte Küchenhygiene. Baby-Brei hält sich im Kühlschrank nur einen Tag, tiefgefroren bei -18 °C bis zu zwei Monate. Einmal erwärmter Brei darf nicht noch einmal für Ihr Baby aufgewärmt werden (Sie können ihn aber einem älteren Geschwisterchen anbieten). Verwenden Sie für die Beikost möglichst Bio-Zutaten, um die Schadstoffbelastung für Ihr Baby so gering wie möglich zu halten.

Babynahrung selbst gemacht: Welche Zutaten sind für Baby-Brei geeignet?

  • Bieten Sie Ihrem Baby vor allem bei Gemüse von Anfang an verschiedene Sorten an, sodass sich sein Geschmack daran gewöhnen kann. Dann wird es später weniger mäkeln. Nährstoffreich und gut verträglich für Babys sind z.B. Karotten, Kürbis, Pastinaken, Brokkoli, Blumenkohl, Fenchel, Kohlrabi, Zucchini oder Spinat.
  • Beim Obst eignen sich vor allem säurearme Sorten wie Apfel, Banane, Birne, Heidelbeere, Aprikose, Pfirsich. Geben Sie Obst-Brei als Dessert am besten erst dann, wenn Ihr Baby den Gemüse-Fleisch-Brei gut akzeptiert. Ansonsten könnte es passieren, dass Ihr Kind eine ausgesprochene Geschmacksvorliebe für Süßes entwickelt und Gemüse verschmäht.
  • Von den Fleischsorten für die Beikost ist Rindfleisch am wertvollsten, da es neben Eiweiß besonders viel Eisen und Zink enthält. Zur Abwechslung sind jedoch auch magere Stücke vom Geflügel, Lamm oder Schwein möglich. Alternativ können Sie fertige Fleischzubereitung aus dem Gläschen verwenden. Geben Sie Ihrem Baby keine Innereien. Einmal wöchentlich können Sie Fischfilet (bevorzugt Lachs, aber auch Kabeljau und Seelachs) servieren, das aufgrund seines Gehalts an Jod und wichtigen omega-3-Fettsäuren empfehlenswert ist.
  • Als Stärketräger für den Gemüse-Brei ist Kartoffel am empfehlenswertesten und sollte fünfmal pro Woche auf den Tisch kommen, da sie besonders nährstoffreich ist. Alternativ sind auch Nudeln oder Reis geeignet. Greifen Sie bei Getreide möglichst zur Vollkornvariante, die mehr Nährstoffe enthält.
  • Rapsöl ist das wertvollste Öl für die Baby-Beikost, da es eine besonders ausgewogene Fettsäure-Zusammensetzung aufweist.

Tipps vom Kinderarzt: Ab wann darf ich meinem Baby Brei geben?

 

Baby Beikost: Rezepte

Fenchel-Möhren-Rind-Menü (für mittags)

(ab 5. Lebensmonat)

Zutaten für eine Portion:

  • 1 kleine Kartoffel (ca. 50 g)
  • 20–30 g mageres Rindfleisch oder Hähnchenbrust
  • 50 g Fenchel (alternativ Kohlrabi, Brokkoli)
  • 50 g Möhren (alternativ Pastinake, Kürbis)
  • 3 Esslöffel Orangensaft (sofern verträglich) oder Baby-Apfelsaft
  • 2 Teelöffel Rapsöl

Zubereitung:

Fleisch abwaschen, trocken tupfen und klein schneiden. Gemüse und Kartoffel waschen, Möhre und Kartoffel schälen, alles in kleine Stücke schneiden. Gemüse, Kartoffel und Fleisch in etwa 50 ml Wasser in einem kleinen Topf ca. 15–20 Minuten zugedeckt weich dünsten. Restliche Zutaten zugeben und alles pürieren.

Vegetarischer Kürbis-Hirse-Brei (für mittags)

(ab 5. Lebensmonat)

Zutaten für eine Portion:

  • 150 g Hokkaido-Kürbis (alternativ Karotte oder Pastinake)
  • 100 ml Wasser
  • 2 Esslöffel Hirseflocken
  • 2 Teelöffel Rapsöl
  • 3 Esslöffel Orangensaft (sofern verträglich) oder Baby-Apfelsaft

Zubereitung:

Kürbis halbieren, schälen und Kerne entfernen, dann das Kürbisfleisch in kleine Stücke schneiden und im geschlossenen Topf im Wasser weich dünsten. Etwas abkühlen lassen, dann Hirseflocken zugeben und alles pürieren. Zum Schluss Öl und Saft unterrühren.

Brokkoli-Kartoffel-Lachs-Menü (für mittags)

(ab 5. Lebensmonat)

Zutaten für eine Portion:

  • 1 kleine Kartoffel (ca. 50 g)
  • 20–30 g grätenfreies Lachsfilet (am besten Wildlachs)
  • 100 g Brokkoli (alternativ Zucchini)
  • 2 Esslöffel Orangensaft (sofern verträglich) oder Baby-Apfelsaft
  • 2 Teelöffel Rapsöl

Zubereitung:

Lachs abwaschen, trocken tupfen und in Stücke schneiden. Kartoffel und Brokkoli waschen/putzen, Kartoffel schälen, alles klein schneiden. Kartoffelstücke in etwa 50 ml Wasser in einem kleinen Topf zum Kochen bringen, nach 5 Minuten Brokkoli und Fisch zugeben und weitere 10–15 Minuten zugedeckt weich dünsten. Restliche Zutaten zugeben und alles pürieren.

Milch-Getreide-Brei (für abends)

(ab 6. Lebensmonat)

Zutaten für eine Portion:

  • 200 ml Vollmilch (3,5 Prozent Fett) oder Säuglingsmilch-Nahrung
  • 20 g (ca. 3 Esslöffel) Vollkorn-Getreideflocken (z.B. Hirse, Hafer, Reis) oder Grieß
  • 2 Esslöffel Obstsaft (Orange, Apfel, Traube, Birne) oder Obstpüree

Zubereitung:

Getreideflocken in der Vollmilch aufkochen oder nach Packungsanweisung in die Milch einrühren und quellen lassen. Auf Esstemperatur abkühlen lassen und Saft bzw. Obstpüree einrühren

Falls Sie Säuglingsmilch verwenden: Getreide in heißes Wasser einrühren bzw. mit dem Wasser aufkochen, Milchpulver erst nach dem Abkühlen auf Esstemperatur einrühren.

Obst-Getreide-Brei (für nachmittags)

(ab 7. Lebensmonat)

Zutaten für eine Portion:

  • 100 g Obst oder Obstmus (Apfel, Birne, Nektarine, Aprikose, eventuell gemischt mit Banane)
  • 90 ml Wasser
  • 20 g (ca. 3 Esslöffel) Vollkorn-Getreideflocken (z.B. Hirse, Hafer, Reis)
  • 1 Teelöffel Rapsöl oder Mandelmus

Zubereitung:

Obst schälen, ggf. entkernen und zerdrückten, fein reiben oder pürieren. Wasser aufkochen und die Getreideflocken nach Packungsanweisung einrühren. Fett unterrühren und den etwas abgekühlten Brei mit dem Obstmus vermischen.

Praktische Tipps & Tricks

So passen Sie den Brei an die Bedürfnisse Ihres Babys an

Das eine Baby neigt zu Verstopfung, das andere eher zu dünnem Stuhlgang. Mit den passenden Breizutaten können Sie regulierend einwirken.

  • Stuhlfestigend (also bei dünnen/zu häufigem Stuhlgang) wirken Karotte, Banane, geriebener Apfel (frisch auf Glasreibe gerieben), Reisschleim, Haferflocken und Grießbrei.
  • Stuhlauflockernd (also bei hartem/zu seltenem Stuhlgang) wirken gekochter Apfel (auch Apfelmus), naturtrüber Apfelsaft, Birne, Aprikose, Pfirsich, Brokkoli, Blumenkohl, Fenchel, Spinat, Kohlrabi, Zucchini, Pastinake, Kürbis, Hirse- und Dinkelbrei.
  • Wenn Sie Ihr Kind  vegetarisch ernähren wollen, sollten Sie auf pflanzliche Nahrungsmittel mit hohem Eisengehalt achten. Hierzu gehören Hirse, Quinoa, Amaranth und Hafer sowie Blumenkohl, Brokkoli, Spinat, Schwarzwurzel und Fenchel.
  • Durch die Zugabe von Vitamin C wird die Eisenaufnahme verbessert. Für Babys verträgliche, Vitamin-C-reiche Obst- und Gemüsesorten sind z.B. Brokkoli, Blumenkohl, Kohlrabi, Orangensaft (nur im Brei!), Erdbeeren. Leider führen die „Vitamin-C-Spitzenreiter“ wie Grünkohl oder Paprika bei Babys zu Blähungen sind deshalb für die Kleinen anfangs nicht geeignet.

Kleine Zeitspartricks beim Selberkochen

Kochen Sie mehrere Portionen Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei  vor und frieren Sie ihn portionsweise im Eiswürfelbereiter ein. Das geht auch gut mit püriertem Obst für den Nachmittagsbrei. Sie können das Obst gefroren in den heißen Milchbrei geben, der dadurch auch schneller abkühlt.

Wenn Ihr Baby schon größere Portionen verdrückt, können Sie den Brei in Gefrierbeuteln vorportioniert einfrieren und im Beutel schnell im heißen Wasserbad erwärmen.

Fertige Gläschen aufpeppen

Wenn es mal ganz schnell gehen soll, sind fertige Breie im Gläschen natürlich unschlagbar praktisch. Allerdings sind wichtige Nährstoffe hier manchmal etwas knapp bemessen. Enthält ein Babygläschen nicht mindestens 8–10 g Fett pro Mahlzeit (das steht auf dem Etikett), sollten Sie es mit einem Teelöffel Rapsöl anreichern. Auch Vitamin C ist oft nicht genügend drin. Empfohlen werden 25 mg Vitamin C pro 100 g. Enthält das Gläschen weniger, sollten Sie etwas Orangensaft zugeben.

Buchtipps:

  • „Kochen für Babys“ von Sonja Sammüller (Edition XXL 2010; 147 Seiten; 5,00 €)
  • „Die besten Breie für Ihr Baby: Einfach, lecker und gesund: Monat für Monat die richtige Kost“ von Anne Iburg (Trias 2010; 104 Seiten; 9,99 €Euro
  • „Das große GU Kochbuch für Babys und Kleinkinder: Aktuellstes Wissen und mehr als 220 Rezepte für Mutter und Kind“ von Dagmar von Cramm (Gräfe & Unzer 2007; 192 Seiten; 19,99 Euro)



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