Das Wichtigste aus unserem Expertenforum mit Edith Gätjen

Beikost – Fragen und Antworten

Beikostreife, gibt es das? Was ist der ideale Abendbrei? Ab wann darf mein Baby Kuhmilch trinken? Diese und viele andere Fragen stellten urbia-Mütter in unserem Expertenforum zum Thema Beikost. Hier sind die wichtigsten Fragen und Antworten. Expertin ist die Ökotrophologin und Buchautorin Edith Gätjen.

Autor: Edith Gätjen und urbia
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Beikostreife - nur ein Mythos?

Baby wird mit Brei gefüttert
Foto: © iStockphoto.com/ damircudic

Man hört immer ganz viel von dem Wort Beikostreife. Was versteht man genau darunter und was muss mein Kind "mitbringen" um beikostreif zu sein?

Expertin: Der Begriff der Beikostreife ist nicht wirklich einfach zu fassen und ich glaube, dass es so etwas auch nicht wirklich gibt. Ich stehe damit allerdings in meinem Kollegenkreis alleine. Eine wichtige körperliche Voraussetzung gibt es sicherlich, das ist, dass das Kind den Kopf frei halten können sollte. Alles andere, wie "schaut dem Essen nach", "hat schon Zähne", "ist zu dick oder zu dünn" hat mit dem wirklichen Termin der Beikosteinführung nichts zu tun. Ein Kind in dem Alter weiß ja gar nicht, was Essen vom Löffel wirklich bedeutet. Das Einzige, womit es Erfahrung gemacht hat, ist, wenn es das Grummeln im Bauch hat, Brust oder Flasche sieht, dass das Elend bald ein Ende hat.

Dass das Essen vom Löffel oder das Butterbrot den gleichen Effekt hat, ist dem Kind nicht klar. Diese Verknüpfung muss erst langsam gelernt werden. Der Zahn ist auch nicht relevant, da manche Kinder mit Zähnen auf die Welt kommen und andere zahnen erst mit einem Jahr. Das Gewicht ist auch irrelevant. Einzig und allein kann man sagen, dass die Darmreife wichtig ist, um die neue Nahrung gut verdauen zu können. Und da weiß man, dass nach vier Monaten die Enzyme für die Verdauung der Beikost funktionstüchtig sind und der Darm bereits so geschlossen ist, dass keine großen Moleküle mehr durch die Darmwand passieren können.

Die Reflexe, die ein Kind benötigt, um an Brust oder Flasche zu trinken, sollten möglichst nicht mehr so stark ausgebildet sein, damit das Essen vom Löffel überhaupt möglich ist. Nur das erfahre ich ja erst, wenn ich es ausprobiert habe.

Meine Kriterien für den Beginn der Beikost sind folgende:

1. Sie als Eltern müssen bereit sein, Ihrem Kind etwas anderes zu geben.

2. Sie sollten viel Zeit haben, um die Beikost einzuführen.

3. Führen Sie die Beikost ein, wenn Ihr Kind physisch und psychisch "gut drauf" ist, denn die Beikosteinführung sollte positiv belegt sein

Wann starten mit der Beikost?

Ich bin ziemlich verunsichert, was das Alter des Babys beim Beikoststart angeht. Bei unserem Großen vor 5 Jahren waren sich noch alle einig, dass 6 Monate voll gestillt werden soll. Nun lese ich immer öfter, das man ruhig ab dem fünften Monat beginnen kann, was ist da dran? Bringt früher Beikoststart wirklich Vorteile?

Expertin: Seit Mai 2009 gibt es die neuen Handlungsempfehlungen zur Einführung der Beikost. Und in der Tat hat es einen Paradigmenwechsel gegeben. Alle Studienergebnisse deuten darauf hin, dass es sinnvoll ist, in dem Zeitfenster zwischen der 17. und 26. Woche mit der Beikost zu beginnen, um das Auftreten von Allergien und Zöliakie zeitlich zu verzögern und im Ausmaß zu verringern. Das A und O ist allerdings das begleitende Stillen - mindestens bis zum 1. Lebensjahr, gerne auch darüber hinaus. Der Beginn der Beikost sollte auch spielerisch und mit kleinen Mengen vollzogen werden.

Beikoststart bei Neurodermitis

Mein Sohn ist gerade 4 Monate geworden und leidet unter Neurodermitis im Gesicht. Derzeit wird er voll gestillt. Die Haut im Gesicht ist trotzdem seit Wochen sehr angegriffen. Eigentlich wollte ich 6 Monate voll stillen.  Nun überlege ich doch, mit Brei anzufangen. Zum einen, weil ich das Gefühl habe, er verfolgt jeden meiner Bissen beim Essen. Er schaut sehr interessiert. Und zum anderen weil ich das Gefühl habe, die Milch allein reicht abends nicht aus. Er trinkt zum Teil beide Seiten 2 mal hintereinander.  Sollte ich schon anfangen mit Brei? Ich würde Abendbrei geben - allerdings den Mittagsbrei, weil der ja verträglicher ist. Wäre das eine Option? Den Brei geben und danach noch mal anlegen, wenn er ins Bett geht.  Was könnte das für einen Einfluss auf die Neurodermitis haben?

Expertin: Sie können sicherlich schon mit der Beikost beginnen, allerdings nur mit ganz kleinen Probierportionen und dann, wenn Ihr Kind richtig gut "drauf" ist. Ich würde Ihnen raten, das Gemüse mittags zu geben, damit Ihr Kind den Nachmittag Zeit hat, dieses zu verdauen und dies nicht in der Nacht tun muss. Außerdem ist ein Gemüsebrei am Abend auch nicht sättigend genug und es empfiehlt sich nicht, direkt im Anschluss an die Gemüseportion Milch zu geben. Geben Sie am Anfang ein mildes Gemüse wie Kürbis, Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi und steigern Sie die Menge ganz langsam und ergänzen Sie mit Kartoffel. Ich gehe davon aus, dass noch keine Lebensmittel-Allergien festgestellt worden sind, z.B. gegen Fisch, wenn dem so ist, sollten Sie auf jeden Fall regelmäßig 1 mal pro Woche 20 g fetten Fisch füttern. Nutzen Sie auch selber jetzt die Zeit, und essen Sie regelmäßig Fisch, das minimiert das Allergierisiko.

Tipps vom Kinderarzt: Ab wann darf ich meinem Baby Brei geben?

Die zweite Beikostmahlzeit

Wir haben zwar erst heute (erfolgreich) mit Kürbis zu Mittag angefangen, aber meine Tochter hatte so ein Tempo drauf, dass ich sie erst mal bremsen musste, und deshalb mache ich mir schon Gedanken welche die 2. Mahlzeit wäre (natürlich erst, wenn Mittags komplett ersetzt ist).  Mia wird gestillt, und ist fast nicht mehr friedlich neben uns, wenn wir essen, sie wird richtig böse wenn sie nix abbekommt, es wird langsam richtig "stressig", aber sie muss ja langsam anfangen ;-)

Laut meinen Büchern wäre die 2. Beikost der Milch-Getreide-Brei. Soll dieser Brei denn das abendliche Stillen komplett ersetzen, wird sie davon satt bis zum nächsten Morgen? Ich hatte nicht vor Muttermilch abzupumpen, um den Brei anzurühren. Wenn, dann würde ich hierzu Pre-Milch nehmen. In meinem Freundeskreis gibt es fast niemanden, der diesen Brei gegeben hat, sie haben alle nach dem Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei den Getreide-Obst-Brei gegeben.

Was ist denn jetzt richtig? Und welcher Brei/Mahlzeit eignet sich weswegen genau jetzt besser als 2. Beikost? Fällt dann beim Milchbrei das Stillen komplett weg?

Expertin: Es ist richtig, dass in vielen Büchern der Milch-Getreide-Brei am Abend als zweite Mahlzeit empfohlen wird, ich empfehle hingegen seit vielen Jahren als zweiten Brei den Obst-Getreide-Brei, da die Kinder nach der langen Milchzeit nicht schon wieder MIlch brauchen. Aber es ist auch so, dass die meisten Kinder in dem Alter noch gerne am Abend "saugenderweise" zur Ruhe kommen wollen und so den Milchbrei nicht unbedingt gerne essen oder es führt dazu, dass eine Stunde nach dem Milchbrei dann doch noch gestillt wird oder die Flasche gegeben wird, was sicherlich zu viel ist. Der Milch-Getreide-Brei sättigt auf jeden Fall sehr gut. Für diesen Brei verwendet man ganz normale frische Vollmilch, die man anfangs im Verhältnis 1:1 mit Wasser verdünnt und dann allmählich die Milchmenge zu Lasten der Wassermenge steigert.  Das heißt. 100 ml Mich, 100 ml Wasser, 2,5 El Vollkorn-Dinkel- oder Weizengrieß, 2-3 Min. köcheln lassen und anschließend ein bisschen Obstmus dazugeben.  Die Stillmahlzeit fällt nach dem Milchbrei dann komplett weg.

Quark als Zwischenmahlzeit?

Ich würde gerne wissen, ob ich meinem Sohn (6,5 Monate alt) als Zwischenmahlzeit nachmittags auch schon mal Bioquark mit evt. etwas püriertem Obst füttern darf? Denn eigentlich soll man ja im 1. Lebensjahr keine Kuhmilch verwenden? Allerdings bin ich auf der Suche nach noch etwas Abwechslung, seinen Haferflockenbrei mit Obst liebt er, aber ich denke, irgendwann wird das zu einseitig.

Expertin: Es ist richtig gut, dass Ihr Kind den Obst-Getreide-Brei liebt, denn das ist ein Brei, der von den Inhaltsstoffen her sehr wertvoll ist. Hier braucht es auch keine Abwechslung, wobei Sie das Obst durchaus variieren können. Im Winter ist das sicherlich hier schwierig, dass wir außer Äpfeln und Birnen nichts haben, aber Sie können ab und zu auch einmal ein paar TK-Früchte, zum Beispiel Himbeeren oder Blaubeeren unterpürieren.

Kuhmilch darf und sollte man sogar im 1. Lebensjahr geben, diese findet ihren Einsatz im Milch-Getreide-Brei am Abend. Mit Quark sollte man allerdings warten, da er einen sehr sehr hohen Eiweißgehalt (hohe Nierenbelastung) hat und somit erst Ende des 1. Lebensjahrs in kleinen Mengen angeboten werden sollte, z.B. als Brotaufstrich oder mit Kräutern zu Pellkartoffeln.

Fragen zum Abendmilchbrei

Welches Getreide soll man für den Milch-Getreide-Brei verwenden? Ich habe gelesen, dass man am Anfang nur Hirse oder Reis kaufen sollte (aber nur Instant).  Kann man ab dem 6. Monat für den Brei frische Vollmilch verwenden ?

Expertin: Es ist empfehlenswert, für den Abendbrei frische Vollmilch zu verwenden, diese sollte allerdings anfänglich im Verhältnis 1:1 mit Wasser verdünnt werden, um dann nach und nach die Milchmenge zu Lasten der Wassermenge zu steigern.

Empfehlenswert ist Dinkel- oder Weizenvollkorngrieß bzw. ein frisch gemahlenes Getreide. Instantprodukte sind sicherlich sehr praktisch, ernährungsphysiologisch empfehlenswert, allerdings im Vergleich sehr viel teurer. Sie haben die glutenfreien Getreide angesprochen, diese können Sie einsetzen, sollten aber auch immer glutenhaltiges Getreide anbieten. Der Hafer ist das Getreide, das sich für den Abend nicht so gut eignet, da er munter macht.

Dieser ist perfekt für den Obst-Getreide-Brei, da er die Fruchtsäure abmildert und sehr eisenreich ist.

Abendmilchbrei bei Allergiegefährdung und nächtliches Stillen

Unsere Tochter ist 7,5 Monate, wurde die ersten 6 Monate voll gestillt. Haben dann langsam den Mittagsbrei eingeführt, sie isst so 120-150 g. Am vergangenen Sonntag haben wir den Obst-Getreide-Brei eingeführt, den isst sie gut (ca. 200g). Da eine familiärbedingte Allergiefährdung vorliegt, möchten wir den Abendbrei ohne Pre und Kuhmilch geben! Welche Alternativen gibt es, damit es trotzdem gut sättigend ist?

Außer mittags und nachmittags stille ich. Wie kann man nächtliches Stillen abgewöhnen, damit sie mittags besser isst? Unsere Tochter schlief bis 6 Monate durch, seitdem mal besser mal schlechter.

Expertin: Nach den neuesten Studienergebnissen zur Allergieprävention heißt es, dass auch allergiegefährdeten Kindern im ersten Lebensjahr ein Kuhmilchbrei gegeben werden soll. Hier geht es darum, dass ein Kind sich mit Kuhmilcheiweiß früh selbst sensibilisieren soll. Man beginnt dann erst mit einem Halbmilchbrei, das heißt, man mischt die Milch zu gleichen Teilen mit Wasser und steigert dann langsam die Milchmenge zu Lasten der Wassermenge. Eine wirkliche Alternative zur Kuhmilch/Pre-1er Milch gibt es nicht. Was allerdings sehr gut möglich ist, dass Sie bis zum ersten Lebensjahr tagsüber abstillen und morgens und abends noch mit der Brust versorgen. Wenn Sie dann doch einen kleinen Getreidebrei am Abend geben wollen, könnten Sie mit 100 ml Getreidedrink einen kleinen Brei erstellen und dann eine Stunde später stillen (s.u.).

Nächtliches Stillen lässt sich am sichersten abgewöhnen, indem der Vater Ihres Kindes sich um das Kind kümmert und Sie sich mit Ihrer wohlriechenden Mutterbrust in einem anderen Zimmer aufhalten. Wenn es dem Vater gelingt, wenigstens die Mahlzeit um eine halbe oder eine Stunde zu verzögern, ist schon viel gewonnen und Sie sind auf dem richtigen Weg. Verfolgen Sie diesen Plan mehrere Nächte hintereinander und in der Regel melden sich die Kinder in der 4. Nacht nicht mehr zum üblichen Zeitpunkt. Dies klappt aber nur, wenn Sie es beide richtig wollen.

Nach Milchbrei noch Milch?

Meine Kleine (fast 6 Monate) bekommt seit einer Woche Milchbrei abends. Danach (ca. 1h später) trinkt sie aber immer noch mal an der Brust. Ist das gut? Sollte ich ihr mehr Brei geben, oder ist das einfach nur Gewohnheit, dass sie vor dem Schlafen nochmal ein bisschen Milch brauch?

Expertin: Das ist sicherlich Gewohnheit! Wenn Ihre Tochter einen Milchbrei mit 200ml Milch isst, dann reicht das aus, isst sie weniger, dann ist es auch in Ordnung, wenn sie eine Stunde danach noch etwas Brust nimmt. In dem Alter ist es sehr oft noch so, dass die Kinder gerne "saugenderweise" zu Ruhe kommen wollen. Daher empfehle ich auch immer, erst den Obst-Getreide- Brei einzuführen und dann später erst den Milch- Getreide- Brei.

Kindermilch oder Kuhmilch?

Ist es besser Kindermilch oder normale Milch mit 1,5 Prozent Fett ab dem 1. Lebensjahr zu verwenden? Man liest ja immer, dass es Probleme mit der Eiweißverwertung geben könnte. Bei meiner großen Tochter hieß es normale Milch und sie hat es immer gut vertragen und auch gerne getrunken.

Kindermilch ist eine hochverarbeitete industrielle Milch, süß, aromatisiert und mit zugesetzten Vitaminen und Mineralstoffen. Sie ist gerade in der letzten Zeit vom Bundesinstitut für Risikobewertung noch einmal durch die Mangel gedreht worden und als absolut nicht empfehlenswert bewertet worden. Empfehlenswert ist eine frische, also pasteurisierte Kuhmilch mit einem Fettgehalt von 3,5 bis 3,8 % Fett. Frische Milch ist nicht mehr so ganz einfach im Supermarkt zu finden, Sie erkennen sie daran, dass sie nur max. 7 Tage haltbar ist. In vielen Supermärkten gibt es nur noch ESL (längerfrische) Milch, sie hält sich 21 Tage und ist auf jeden Fall besser als H-Milch, welche sich ungekühlt 3 Monate hält. Vollfette Milch hat den Vorteil gegenüber halbfetter Milch (1,5 Prozent), dass sie sehr viel vitaminreicher ist. Wenn Sie in der Familie allerdings immer fettarme Milch trinken, müssen Sie sich nicht zwingenderweise umstellen, sondern können Ihrem Kind auch halbfette Milch geben.


Fingerfood und Baby Led Weaning

Mein Kleiner ist 5,5 Monate und ich beschäftige mich nun schon länger mit dem Thema Beikost. Es gibt ja die Variante Brei zu geben oder mit Fingerfood zu starten und den Brei komplett weg zu lassen. Nun bin ich mir sehr unsicher, was das Beste für mein Baby ist. Er ist ein Speibaby, wahrscheinlich würde auch der Brei wieder kommen. Würde dies bei Fingerfood auch der Fall sein?

Expertin: Was das Spucken angeht, wird es in der Regel mit Beikost besser, da diese mehr Volumen hat und den Magen länger und besser füllt. Die aus Großbritannien kommende Ernährungsweise BLW (Baby-led Weaning) halte ich je nachdem für nicht ganz unproblematisch, da die Kinder so lange sie noch keine Backenzähne haben, viele Lebensmittel nicht im Mund zerkleinert kriegen, z.B. bissfest gegartes Gemüse, Äpfel oder auch das Fleisch. Schwierig wird es auch mit der Zugabe von Öl und Butter. Häufig findet man in der Windel eines solchen Kindes ganze unverdaute Stücke wieder und so sind die wichtigen Nährstoffe nicht aufgenommen worden.

Ich denke, dass je nachdem eine Kombination aus BLW und Brei für einige Kinder ideal ist. Man kann zum Beispiel sehr gut getrocknete Brotsticks herstellen, mit denen dann das Kind den Gemüse- oder Obstbrei dippen kann...! Übrigens: Früher gab es zwar keinen Pürierstab, aber die Kinder wurden entweder mit Getreidebreien ernährt oder es wurde ihnen das Essen vorgekaut.

Fingerfood

Ich habe letzte Woche versucht, unserem Sohn ein bisschen Pastinake zu füttern, er ist gut 5,5 Monate alt. Er ist immer sehr an unserem Essen interessiert, da dachte ich, der Zeitpunkt wäre günstig. Der erste Versuch klappte ein wenig, aber dann wollte er partout nichts mehr vom Löffel, hat ein Riesentheater gemacht. Habe auch nochmal Möhrchen versucht, war aber nicht besser. Habe jetzt nochmal Pause gemacht.

Habe jetzt schon öfter was zum Thema Fingerfood gelesen. Was gibt man denn am besten und in welchem Alter kann man damit anfangen?  Wir haben unserem Sohn etwa auch mit 5,5 oder 6 Monaten angefangen Fingerfood anzubieten. Anfangs noch ohne Zähne.  Entweder Reiswaffel (gibts bei alnatura zucker-, gluten- und salzfrei) oder ein Stück Brot oder gedünstetes Gemüse.

Expertin: Es ist am Anfang immer besser, nur bei einer Gemüsesorte zu bleiben, da sonst die Kinder zu sehr verwirrt werden. Sie müssen die Löffeltechnik erst einmal verstehen und da hilft es ihnen, wenn auf dem Löffel immer das Gleiche drauf ist. Sie machen das mit der Pause genau richtig! Fangen Sie einfach nächste Woche noch einmal spielerisch an, immer genau zwischen zwei Mahlzeiten, so dass Ihr Kind keinen Hunger hat, aber auch nicht total satt ist. Wenn Sie dann immer noch das Gefühl haben, dass der Löffel zwischen Ihnen beiden steht, dann können Sie auch ein wenig Gemüsemus auf Ihren kleinen Finger geben, so dass Ihr Sohn dann davon ablutschen kann.

Fingerfood ist sicherlich auch schon möglich, und da geht alles gut, was man mit der Zunge gegen den Gaumen zerdrücken kann. Z.B. Pellkartoffeln, weiche Nudeln, reife, weiche Birnen, reife Bananen oder auch Avocado. Das können Sie auch zeitgleich anbieten mit dem Brei, manch einmal erleichtert das die Breieinführung mit dem Löffel, wenn ein Kind etwas in der Hand hat. Sie stehen noch ganz am Anfang der Beikost, haben Sie ein wenig Geduld, die meisten Kinder brauchen ca. fünf Wochen, bis sie eine Mittagsportion mit dem Löffel essen.

Kuhmilch und Fingerfood

Ab wann kann ich meiner Tochter "Fingerfood" bzw. auch mal ein trockenes Brötchen gaben, ohne Angst haben zu müssen, dass sie sich an größeren Stücken verschlucken kann und ab wann kann ich Kuhmilch im Brei geben?

Expertin: Kuhmilch kann es direkt als 2. Mahlzeit im Getreide-Milch-Brei geben. Das heißt, wenn Sie zu Beginn des 5. Monat mit der Beikost beginnen, bekommt Ihr Kind mit 6 Monaten schon Kuhmilch.

Geben Sie Ihrem Kind ein 100-prozentiges Vollkornbrötchen, das ist leichter zum Einspeicheln, da es langsamer zerbröselt und nicht klumpt. Es gibt allerdings eine feste Regel, die sagt, dass man Kinder nicht alleine lässt beim Essen.

Weitere Fragen zur Beikost

In meiner Tätigkeit als Stillberaterin bin ich sehr häufig mit dem Thema Beikost konfrontiert.  Da sich seit meiner Ausbildung vermutlich schon wieder sehr vieles geändert hat, würde ich Sie, als Expertin, gerne einige Dinge fragen.

1. Wann sollte man spätestens damit beginnen, Beikost zu füttern?

2. Gibt es einen (vernünftigen) Grund, vor vollendetem 4. Monat mit der Beikost zu beginnen?

3. Muss man unbedingt Mahlzeiten ersetzen? Oder reicht es, Beikost zu geben und das gesamte erste Jahr hindurch weiterhin zu jeder Mahlzeit (Mutter)Milch zu geben, wenn nicht "genug" gegessen wird?

4. Muss Fleisch gegeben werden oder ist es möglich, sein Kind vegetarisch zu ernähren?

5. Muss nach dem 4. (6.) Monat Folgemilch gegeben werde, wenn nicht mehr gestillt wird? Oder ist Pre bzw. 1er Nahrung eher zu empfehlen?

6. Wann darf man denn nun Fisch und Ei geben? Hier hört man überall andere Informationen...

7. Gibt es, außer Honig und Nüssen, noch andere Lebensmittel, die im ersten Lebensjahr komplett gemieden werden sollten?

8. Was ist zu tun, wenn das Kind nach dem vollendeten 6. Monat Beikost immer noch komplett verweigert? Ab wann ist es gesundheitlich bedenklich? Was ist in solch einem Fall zu tun?

Expertin: Zu 1. Die offiziellen Empfehlungen sagen: frühestens ab der 17. Woche, spätestens ab der 26. Woche und wenn ein Kind dann noch nicht isst, dann gerät es sicherlich nicht in eine Unterversorgung von bestimmten Nährstoffen, Muttermilch versorgt dann immer noch sehr gut, aber die Beikost sollte auf jeden Fall Thema bleiben.

Zu 2. Nein - die Empfehlung heißt: Nach vollendetem 4. Monat beginnen...

Zu 3. Es ist sicherlich in Ordnung, nur kleine Mengen zu geben und noch viel Muttermilch zu füttern, allerdings sollte dies nicht zeitgleich passieren, da ansonsten wertvolle Inhaltsstoffe aus den Breimahlzeiten nicht aufgenommen werden (Kalzium aus der Muttermilch behindert die Eisenaufnahme). Auch ist es sinnvoll, Löffelmahlzeiten von Saugmahlzeiten zeitlich zu trennen, um dem Kind klare Signale zu geben.

Zu 4. Man kann ein Kind sehr gut auch vegetarisch ernähren, hierfür reichert man den Gemüse-Kartoffel-Brei mit einem EL Hafer/Hirse/Roggenflocken an und bietet dem Kind 50 ml Vitamin-C-haltigen Saft zum Trinken dazu an. Ratsam ist es, so oft wie möglich frisch zu kochen, damit das Eisen aus dem Getreide und Gemüse auch gut aufgenommen werden kann. Ab dem 1. Lebensjahr ist vegetarische Ernährung nur dann möglich, wenn der allgemeine Speiseplan sehr vollwertig gestaltet wird.

Zu 5. Pre-Nahrung ist die beste Alternative. 1er-Nahrung ist in Ordnung, 2er-Nahrung sollte im Regal bleiben.

Zu 6. Fisch (Lachs) sollte gleich von Anfang an mit in den Gemüsebrei gegeben werden (1 mal pro Woche 20 g). Ei erst zum Ende des 1. Lebensjahrs.

Zu 7. Stark Salzhaltiges, Frittiertes, dunkel Gebratenes, Zucker und stark Zuckerhaltiges und sämtliche hochverarbeiteten und möglicherweise mit Geschmacksverstärkern versetzte Lebensmittel.

Zu 9. So lange sich die Mutter ausgewogen und gut ernährt, sind Stillkinder auch mit 10 oder 12 Monaten gut versorgt. Sicherlich empfehlen wir die Beikost früher, aber wenn ein Kind nicht isst, halte ich es nicht für sinnvoll, Vorhaltungen zu machen und damit Stress auszulösen. Manchmal ist es in diesen Familien sinnvoll, zu schauen, was die Eltern denn nun wirklich wollen. Hier handelt es sich nicht selten um ein familientherapeutisch zu bearbeitendes Problem und nicht um ein Ernährungsthema.

Wieviel muss ein Baby trinken?

Und zwar klappt es mit fester Nahrung ganz gut bei uns. Mittlerweile bekommt mein Sohn mittags Brei (selbstgekocht oder auch Gläschen) und abends von Alnatura Babymüsli. Ich würde auch gerne bald das Nachmittagsfläschen ersetzen. Allerdings trinkt unser Kleiner ganz schlecht (abgesehen von seiner Pre-Nahrung).Wir haben alles ausprobiert, Wasser, Tee, sogar Saft. Er verweigert es komplett. Wir haben ihm auch den Becher angeboten (klappt manchmal,aber nur ein paar Schlucke).Habe das auch schon bei verschiedenen Ärzten angesprochen, doch habe ich das Gefühl, dass diese das Problem nicht ernst nehmen (er sieht nunmal auch gut genährt aus).Nur wenn ich jetzt noch eine Flaschenmahlzeit ersetze, bekommt er ja viel zu wenig Flüssigkeit. Jetzt hoffe ich auf kompetente Tipps.

Expertin: Erst wenn ein Kind 3 komplette Breie isst, muss es überhaupt trinken. Im Moment trinkt Ihr Sohn nicht, weil er ja mit Flüssigkeit gut versorgt ist. In dem Moment, in dem er weniger Flaschen bekommt, wird er erst ein Durstgefühl entwickeln und sicherlich auch mit dem Trinken beginnen. Bieten Sie ihm Wasser oder ungesüßten Tee an aus einem kleinen Gläschen (z.B. IKEA Windlicht), dieses befüllen Sie bis zum Rand, setzen es an die Unterlippe Ihres Kindes, neigen es ein wenig, so wird die Oberlippe befeuchtet, der Unterkiefer senkt sich reflektorisch und Ihr Kind wird wie ein Hund/Katze mit der Zunge daraus schlecken. Nach ein paar Tagen werden Sie dann erfreut beobachten können, dass Ihr Kind auch den einen oder anderen Schluck schon richtig trinkt. Die Faustregel ist dann: Ein Kind trinkt so viel, wie es trinkt, das heißt: zwischen 50 und 150 ml pro Tag ist alles in Ordnung.

Ein wichtiges Kriterium zur Überprüfung, inwieweit ein Kind mit Flüssigkeit gut versorgt ist, ist, dass mindestens alle 4 Stunden einmal Urin in der Windel ist. Wenn Sie dennoch Sorge haben, können Sie natürlich auch die Breie etwas flüssiger halten.

Brei konservieren

Stimmt es, dass man Brei nicht warmhalten soll? Wie mache ich es dann, wenn ich selbst koche und bspw. auf Vorrat koche und einfriere? Die Eiswürfel/Gefrierportionen kann ich nicht mitnehmen; das ist sicher. Aber wenn ich den Brei dann frisch aufkoche und abfülle und in einem Thermobehälter in frisch gekochtes Wasser stelle - das sollte doch m.E. ausreichen, damit sich keine Keime bilden, oder? Was machen denn Selbst-Brei-Koch-Mamas? Nicht mehr weggehen? Manchmal hat man einfach Termine um die Mittagszeit...

Expertin: Es ist richtig, dass man den Brei nicht über Stunden warm halten sollte. Hier geht es nicht nur um die Verkeimung, sondern insbesondere um die Reduzierung der Vitamine, Ballaststoffe und der sekundären Ballaststoffe und um die Umwandlung von Nitrat in Nitrit. Tauen Sie den Brei am besten über Nacht im KÜhlschrank auf, dann ist er am nächsten Morgen aufgetaut aber noch sehr kühl und nehmen Sie ihn einfach so mit. Vor Ort füllen Sie einfach ein wenig Wasser hinzu, rühren es um und haben dann die fertige Esstemperatur. Heißes Wasser könnten Sie in der Thermoskanne mitnehmen, gibt es aber auch an jeder Espressobar, Raststätte oder Familienbildungsstätte. Heißes Wasser aus dem Wasserhahn ist, wenn das Gemüse sofort gegessen wird, auch absolut ok.

Übrigens: Mindestens die Hälfte aller Kinder essen den Gemüse-Kartoffel-Brei unterwegs liebend gerne kalt... Einmal im Magen angekommen, hat er garantiert 37 °C.

Beikost und Sitzen

Ist es für die Einführung von Beikost notwendig, dass das Kind ALLEINE sitzen kann? Ich lese das immer wieder einerseits, andererseits fangen einige ja nach dem 4. Monat an, ich kann mir nur schwer vorstellen, dass die Kinder da problemlos sitzen. Hintergrund ist, dass meine Tochter diese Woche den 5. Lebensmonat vollendet hat und es nicht absehbar ist, dass sie sich in den nächsten 2, 3 Wochen setzt. Ich sollte ja aber schon in ca. 1 Monat mit Beikost anfangen? Meine Tochter ist sehr leicht, wog bei der Geburt 2870 g und hat ihr Geburtsgewicht noch nicht verdoppelt.

Expertin: Kinder können sich in der Regel erst mit 10 Monaten selber hinsetzen. Für die Einführung der Beikost ist das Sitzen allerdings nicht notwendig. Das Einzige, was gegeben sein sollte, ist, dass wenn Sie Ihr Kind unter den Achseln halten, es den Kopf selbstständig ausbalanciert und halten kann. Beikost gibt es dann ganz gemütlich und mit viel Körperkontakt bei Ihnen auf dem Schoß. Beide Hände Ihres Kindes sind vorne und der Blickkontakt zwischen Ihnen beiden ist immer gesichert. Festgehalten werden während des Essens ist das Einzige, was die Kinder von der Milchzeit mit in die Beikostzeit nehmen, Sättigung von außen und von innen. Mit der Beikost beginnen können Sie frühestens ab der 17. Woche.

Zusätzliche Milch und Durchschlafen

Ich habe meine beiden Kinder recht lange gestillt. Sie haben auch beide eine Flasche mit abgepumpter Muttermilch "verweigert".  Von anderen Müttern habe ich damals immer mitbekommen, dass die ihren Babys schon sehr früh angerührte Milch gegeben haben. Diese Kinder haben fast alle nachts schon total früh durchgeschlafen. Unsere Kinder brauchten sehr lange, um durchzuschlafen. Nun ist Nummer drei unterwegs... Ich fänd es natürlich toll, wenn diese Maus dann schneller durchschlafen würde, aber kann es wirklich daran liegen?

Expertin: Inwieweit ein Kind durchschläft oder auch nicht, ist unabhängig von dem, was ein Kind zu essen bekommt. Hier spielt die Gewohnheit die größte Rolle. Es gibt Stillkinder, die von Anfang an durchschlafen und Flaschenkinder, die dreimal in der Nacht gefüttert werden wollen. In den ersten 4 Monaten ist es nur allzu gut, wenn sie nachts sich immer wieder melden, danach kann man dann so ganz langsam versuchen, die Zeitabstände zu vergrößern. Das klappt am besten, wenn der Vater des Kindes da seine Unterstützung anbietet, da er das Kind genau so liebt wie die Mutter, aber keine wohlriechende Brust besitzt. Ein Kind lässt sich so in der Nacht etwas leichter beruhigen, manch ein Mal kann man das Kind so um eine Stunde vertrösten und so unterbricht man den eingefahrenen Biorhythmus. Auch wenn durchstillte Nächte manch einmal anstrengend sind, ist Muttermilch nach wie vor die beste Nahrung für ein Kind.

Wie geht es weiter?

Phil ist fast 10 Monate alt und sein Kostplan sieht folgendemaßen aus:

Morgens: 200ml Pre Milch
Mittags: stückiges Mittagessen
Nachmittags: Obst Gretreidebrei
Abend: Getreidebrei mit Pre angerührt
zur Nacht: 200ml Pre Milch

und zwischendurch insgesamt 50ml Tee

Meine Frage ist nun, wie was wann gesteigert werden soll?

Expertin: So lange Ihr Sohn mit diesem Speiseplan zufrieden ist, bleiben Sie einfach dabei. Sicherlich sollten Sie noch eine Flaschenmahlzeit in der nächsten Zeit umstellen und dafür könnten Sie dann entweder einen zweiten Obst-Getreide-Brei anbieten oder ein Brot mit Butter/Käse oder anderem Aufstrich. Die gesamte Milchmenge liegt nämlich nur bei 400 ml und den Milchbrei könnten Sie jetzt auch mit Kuhmilch anrühren. So bekommt er dann 200 ml Pre-Nahrung und 200 ml Kuhmilch. Später wird er dann anstelle der Pre-Flasche am Morgen ein Brot essen und etwas Milch aus der Tasse dazu trinken.

Der Übergang an den Familientisch wird dann von Mahlzeit zu Mahlzeit fließend ablaufen.

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