Studie: Stillen und Ernährung

Stillen: Ja, aber nicht so lange

Idealvorstellung und reale Stilldauer - dazwischen klafft bei bei vielen Frauen ein Widerspruch, so das Ergebnis einer neuen internationalen Studie zum Stillen. Außerdem geben 42 Prozent der stillenden Mütter das Stillen auf, weil sie glauben, nicht genügend Milch zu haben.

Autor: Petra Fleckenstein
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Viele Mütter wollen eigentlich länger stillen

Stillen Dauer Studie Teaser
Foto: © fotolia.com/Marcito

Die Lansinoh Stillumfrage 2014 wurde in neun Ländern, darunter auch Brasilien, China und die USA, mit mehr als 13.000 Schwangeren und Müttern durchgeführt. Die Mehrheit der international befragten Frauen sagte, dass ein Baby 6-12 Monate lang gestillt werden sollte. In der Realität erreichen viele diese Idealvorstellung jedoch nicht. Lediglich die chinesischen Mütter kommen, laut Befragung, an ihr selbstgestecktes Ziel: Über 50 Prozent sagten, dass eine Stilldauer von 6-12 Monaten das Beste für ihr Kind sei und über 48 Prozent stilllen dann auch entsprechend lange. Die befragten Mütter in der Türkei und Frankreich sind am weitesten von ihren Idealvorstellungen entfernt. In der Türkei, wo die Idealvorstellungen höher sind als in anderen Ländern, geben 53 Prozent 12-24 Monate als ideale Stillzeit an und 43 Prozent erreichen dieses Ziel. In Frankreich gilt das umgekehrte Phänomen. Weit über ein Drittel der französischen Befragten (40 Prozent) sagen, dass eine Dauer von nur 3-6 Monaten ideal sei, und noch deutlich weniger erreichen dieses Ziel (31 Prozent).

Weitere interessante Ergebnisse im Vergleich:

  • Die größten Herausforderungen beim Stillen sind - unabhängig vom Herkunftsland: Das Erwachen mitten in der Nacht, Schmerzen beim Stillen, Anfangsschwierigkeiten und Stillen in der Öffentlichkeit.
  • Gesundheitliche Vorteile für mein Baby - das ist der Hauptgrund der meisten Mütter (76 - 91 Prozent) in allen 9 Ländern für das Stillen.
  • In acht von neun Ländern hat die Mehrheit der Mütter das Gefühl, eine schlechte Mutter zu sein, wenn sie nicht stillt. Ausnahme: Deutschland (39 Prozent)
  • Stillen in der Öffentlichkeit wird besonders in Frankreich als peinlich bewertet (41 Prozent), in Deutschland fanden es immerhin noch 20 Prozent peinlich. 63 Prozent der britischen befragten Mütter bewerteten dagegen das Stillen in der Öffentlichkeit als absolut natürlich. Am wenigsten Zustimmung gab es hier unter den chinesischen Befragten (mit 19 Prozent). In Deutschland sprachen sich 44 Prozent für das öffentliche Stillen aus.
  • Wenig Zustimmung gab es hingegen unter den deutschen Müttern für das Langzeitstillen: 58 Prozent entschieden sich auf die Frage, "Was wäre Ihr erster Gedanke, wenn Sie eine Frau sehen, die ihr zweijähriges Kind stillt?", für die Antwort: "Das Kind ist zu alt zum Stillen". Die höchste Zustimmung zum Langzeitstillen ergab die Studie für Brasilien und die Türkei: Hier entschieden sich 44 Prozent  und 46 Prozent für die Antwort "Fantastisch! Jede Mutter sollte eigentlich solange stillen".

KiGGs: Viele Mütter beginnen zu stillen, hören aber früh wieder auf

Auch die KiGGS-Studie des Robert-Koch-Instituts (Welle 1) bestätigt die Tendenz, dass viele Mütter zunächst mit dem Stillen beginnen (diese Anzahl ist in den letzten Jahren gewachsen), das ausschließliche Stillen dann aber aus verschiedenen Gründen bereits zwischen der 3. und 8. Woche wieder beenden und deutlich unter den von der Nationalen Stillkommission empfohlenen mindestens vier Monaten voll stillen. Die durchschnittliche Stilldauer lag laut Studie bei 7,5 Monaten (wobei hier nicht nur ausschließlich gestillte Kinder berücksichtigt sind) und nahm mit steigendem Alter der Mütter bei der Geburt zu. Insgesamt wurden laut KiGGS-Studie 82,1 Prozent der 0- bis 6-Jährigen nach der Geburt mindestens am Anfang gestillt. 

Quellen:

 

 

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