Alles will gelernt sein
Wenn's beim Stillen hakt
Auch die natürlichste Sache der Welt will erst einmal gelernt sein. Bei fast jeder Frau treten während der Stillzeit die ein oder anderen Probleme auf, die sich mit etwas Geduld aber meist gut lösen lassen.
Hilfe – die Milch reicht nicht!
Nicht immer geht es beim Stillen auf Anhieb so harmonisch zu, wie die Abbildungen verträumt-glücklicher Mütter in Büchern und Elternzeitschriften manchmal suggerieren. Doch lassen Sie sich nicht entmutigen – auch beim Stillen fallen nur wenige Meisterinnen vom Himmel.
Es sei zur Beruhigung vorausgeschickt: Nur ein wirklich sehr kleiner Teil der Frauen ist tatsächlich nicht in der Lage, das Kind ausreichend zu stillen. "Unserer Erfahrung nach sind das höchstens zwei bis drei Prozent", so Ines Hubert, Stillberaterin bei der La Leche Liga Deutschland. In den allermeisten Fällen hat der Milchmangel vorübergehende und behebbare Ursachen. Auch werden oft die Signale des eigenen Körpers oder des Kindes falsch gedeutet, obwohl die Milch reicht.
Angebot und Nachfrage
Manchmal entsteht also der Eindruck, die Milch reiche nicht, obwohl dies nicht stimmt. Zum Beispiel schreit das Kind nach dem Trinken oder die Brust fühlt sich weicher an als früher. In den ersten Wochen nach der Entbindung pendelt sich das Niveau von Angebot und Nachfrage ein, die Brust ist vielleicht weniger prall, wird weicher und oft fast wieder so wie vor der Schwangerschaft. Trotzdem reicht die Milch. Auch wenn das Kind nach dem Trinken schreit, kann dies als Hungersignal missverstanden werden. Vielleicht muss das Kind aber einfach nur Spannungen abreagieren (oft am Spätnachmittag der Fall) oder es ist müde oder langweilt sich. Allgemein gilt: Wenn das Kind gedeiht, also leuchtende Augen, eine straffe Haut und täglich etwa sechs nasse Windeln hat sowie stetig zunimmt, dann reicht die Milch eindeutig völlig aus.







