Ein großer Schritt

Zehn wichtige Fragen zum Beikoststart

Von der Milchnahrung zur Beikost - das ist für Mutter und Baby ein großer neuer Schritt. Damit er beiden Spaß macht, hat urbia für Sie hier die Antworten auf die zehn wichtigsten Fragen zum Beikoststart zusammengestellt.

von Petra Fleckenstein
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Baby Karottenbrei
Foto: © Panthermedia.net/ Wolfgang Flöting

Wann anfangen und mit welchem Brei?

1. Was ist eigentlich Beikost?

Unter Beikost versteht man jede Form von Babynahrung, außer Muttermilch und industrieller Säuglingsmilch.

2. Wann ist mein Baby bereit für Beikost?

Babys sind da sehr unterschiedlich, manche interessieren sich schon mit vier oder fünf Monaten für den Löffel und das, was darauf liegt, andere erst mit einem dreiviertel Jahr. Grundsätzlich wird empfohlen, das Baby mindestens vier Monate voll zu stillen und frühestens mit Beginn des fünften Lebensmonats mit Beikost zu beginnen. Falls es nicht gestillt wird oder aus anderen Gründen früher mit der Beikost begonnen werden soll, so ist dies ebenfalls frühestens ab dem fünften Lebensmonat möglich.

3. Welche Mahlzeit wird zuerst ersetzt?

Die Erfahrung hat gezeigt, dass es am günstigsten ist, zunächst die Mittagsmahlzeit langsam zu ersetzen. Das Baby sollte einigermaßen ausgeschlafen und ein wenig, aber nicht übermäßig hungrig sein.

4. Welches Gemüse ist für den Anfang geeignet?

Viele Babys mögen Karottenpüree, da es etwas süßlich schmeckt und meist gut vertragen wird. Bei manchen Babys führen Karotten allerdings zu Verstopfung. Gut geeignet sind nach Empfehlung des Dortmunder Forschungsinstituts für Kinderernährung für den Start auch Fenchel, Kohlrabi, Zucchini, Blumenkohl, Broccoli, Pastinaken und Kürbis. Als Faustregel gilt: Immer nur ein neues Nahrungsmittel einführen und mindesten eine Woche testen, wie es vertragen wird, bevor die nächste Zutat dazu kommt (Zeichen für Unverträglichkeit können sein: Wundsein, Pickelchen, Durchfall, Verstopfung über mehr als vier Tage). Für den ersten Gemüsebrei bedeutet das zum Beispiel: Zunächst mit Möhrenbrei beginnen, dann nach frühestens einer Woche pürierte Kartoffel dazufügen, schließlich nach einer weiteren Woche Fleisch dazu und wiederum nach einer Woche ein wenig Speiseöl (Rapsöl, Sonnenblumenöl). Wird der Brei selbst gekocht, so sollten die Produkte aus biologischem Anbau stammen. Es ist praktisch, eine größere Portion vorzukochen und in die Eiswürfelform einzufüllen und einzufrieren. So gewinnt man für den Anfang ohne größeren Aufwand kleine Portionen für jeden Tag.

5. Wie lernt mein Baby, vom Löffel zu essen?

Das Baby sollte fit und hungrig, aber nicht übermäßig hungrig sein. Hat es großen Hunger, hat es sich bewährt, zunächst ein wenig zu stillen, bevor erstmals ein (am besten weiches, leicht biegsames) Plastiklöffelchen mit wenig lauwarmem, gekochtem und fein püriertem Gemüse angeboten wird (den Löffel am besten nur höchstens halb voll machen). Häufig besteht die erste Reaktion des Babys darin, den Brei mit der Zunge wieder aus dem Mund hinauszuschieben. Das heißt nicht, dass er nicht schmeckt, sondern dass das Baby einfach noch nicht weiß, was es mit dem unbekannten "Zeug" anfangen soll. Bei den ersten Malen findet vielleicht noch überhaupt kein Brei den Weg in Babys Magen, sondern es kommt eher zu einem Hin- und Her-Geschiebe des Breis vom Löffel in den Mund und mit der Zunge wieder hinaus. Oft hat das Kleine nach kurzer Zeit genug davon und strebt wieder an die Brust (und darf es auch!).

Hier heißt es, sich mit viel Geduld zu wappnen und das Ganze ohne Leistungs- oder Zeitdruck und so entspannt und spielerisch wie möglich anzugehen. Nach ein bis zwei Wochen klappt es meist schon besser. Lehnt das Baby den Löffel nach zwei Wochen immer noch komplett ab, ist es vielleicht noch zu früh für den Beikoststart. Übrigens: Es ist gut möglich und überhaupt kein Zeichen für einen Misserfolg, dass das Baby auch nachdem es schon ganz gut vom Löffel essen gelernt hat, plötzlich nochmal nur noch an die Brust will. Hintergrund können zum Beispiel ein Entwicklungsschritt, vielleicht eine beginnende Erkältung oder Zahnungsbeschwerden sein. Diesem Bedürfnis des Babys für eine Weile nachzugeben kann für Mutter und Kind sehr erleichternd und sinnvoll sein.

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