Bundesverband hilft

Alleinerziehend

Jedes siebte Kind in Deutschland lebt bei nur einem Elternteil. Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter unterstützt Einelternfamilien mit Rat und Tat.

von Anne Rodler
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Mutter Kind Parkbank iStock onebluelight
Foto: © iStockphoto.com/ onebluelight

Zahl der Einelternhaushalte steigt

Ein Anruf in der Bonner Geschäftsstelle des Bundesverbands alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV): "Ich bin im achten Monat schwanger. Der Vater des Kindes will nichts von uns wissen. Bin ich alleinerziehend? Was kann ich tun? Welche Ansprüche habe ich? Gibt es in meiner Nähe eine Kontaktmöglichkeit mit anderen Frauen in meiner Situation?" Die Mitarbeiterinnen beantworten die dringendsten Fragen und verweisen die Anruferin an einen Ortsverband in ihrer Nähe.

2007 lebten in Deutschland 1,5 Millionen Einelternfamilien mit Kindern unter 18 Jahren. 1,4 Millionen davon waren alleinerziehende Mütter. Gründe für den Anstieg der Einelternhaushalte sind die zunehmende Zahl von Scheidungen, aber auch die wachsende Zahl lediger Frauen und Männer mit Kindern. Auch verwitwete Elternteile kümmern sich allein um die Erziehung ihrer Kinder. Alleinerziehende sind eine heterogene Gruppe mit den verschiedensten Lebensentwürfen und den unterschiedlichsten Auffassungen über das Alleinerziehen.

Die Situation Alleinerziehender ist sehr unterschiedlich

Einige sind glücklich und zufrieden, andere unglücklich und verlassen, einige sind wohlhabend, viele sind arm und von staatlichen Leistungen abhängig. Die meisten sind berufstätig, halbtags oder in voller Beschäftigung, je nachdem, ob und wie die Kinder untergebracht sind und je nach Unterhaltszahlung vom geschiedenen Ehegatten für die Kinder und/oder für sich selbst abhängig. Einige haben sich nach Verarbeitung der Trennung ein selbstbewußtes und -bestimmtes Leben eingerichtet, in neuer Umgebung, mit neuem Freundeskreis; andere versuchen, möglichst schnell wieder einen neuen Partner oder eine neue Partnerin zu finden, weil sie nicht die ganze Verantwortung für sich und die Kinder alleine tragen wollen. Dabei sind die meisten allein Erziehenden gar nicht auf sich gestellt. Im Gegenteil: Wissenschaftliche Untersuchungen weisen darauf hin, dass sie vielfältige Netzwerke aufbauen und nutzen, ihre Zeit "effizient" durchorganisieren und die meiste verfügbare Freizeit mit den Kindern verbringen.

"Er fängt ein neues Leben an"

Schwierigkeiten resultieren in der Regel aus den Beziehungsproblemen der Eltern, die schließlich zur Scheidung führen. Angela R. ist seit 14 Jahren verheiratet. Zwei Kinder, Eva (12) und Anton (9) leben in der Familie. Kurz vor Weihnachten ist ihr Mann ausgezogen und lebt jetzt mit seiner Sekretärin zusammen. "Wie in einem schlechten Film," meint Angela R. "Er fängt ein neues Leben an und die Kinder und ich sind Vergangenheit. Wir müssen erst einmal mit dem Schock klarkommen." Trotzdem sind die Kinder mit ihrem Vater in den Skiurlaub gefahren und er meldet sich regelmäßig bei ihnen. Er bezahlt ihnen und seiner Frau Unterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle. Auch in Zukunft möchte er seine Kinder besuchen und sogar die geplanten Renovierungsarbeiten am eigenen Häuschen vornehmen. Angela R. ist Mitglied in mehreren Vereinen und hat einen großen Freundeskreis, was ihr zur Zeit über die Trennung hinweghilft. Dennoch sichert sie sich bei ihrer Rechtsanwältin über ihre Ansprüche und Pflichten ab.

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