Selten ein Herz und eine Seele
Eifersucht unter Geschwistern
Wenn beim Nachwuchs die Fetzen fliegen, ist das oft ein Zeichen für Eifersucht. Können Eltern etwas gegen die Eifersucht und die Rivalität zwischen Geschwistern unternehmen? Wir zeigen, welche Strategien zu mehr Familienfrieden verhelfen können.
"Wir haben unsere Kinder doch gleich lieb!"
"Bei uns ist den lieben langen Nachmittag Geschrei im Kinderzimmer. Ich begreife nicht, warum Pascal (7) sich ständig mit seinem zwei Jahre jüngeren Bruder Noel streitet. Schließlich behandeln wir die Jungs gerecht und haben sie auch gleich lieb!", klagt deren Mutter Martina. Wenn Geschwisterkinder lautstark zanken, sitzt aber auch sie fast immer mit im Boot: die Eifersucht. Denn bei den Scharmützeln im Kinderzimmer geht es nicht nur um den begehrten Bagger oder wer wen zuerst beim Versteckspiel suchen muss. Zugleich geht es auch um die Aufmerksamkeit der Eltern und um den eigenen Platz in der Familienhierarchie. Psychologen wundert der Dauerzank deshalb gar nicht: "Wenn wir vermuten, dass andere Menschen mit uns um unsere Beziehung konkurrieren, geraten wir in Alarmbereitschaft", erklärt dazu Prof. Manfred Schmitt, Psychologe an der Universität Koblenz Landau.
Rivalität blüht oft im Verborgenen
Ist ein Baby angekommen, ist die Eifersucht des älteren Kindes anfangs oft noch nicht so offensichtlich. "Unser Anderthalbjähriger ist wirklich liebevoll zu seiner kleinen Schwester. Er freut sich immer, beim Wickeln zuzuschauen, er gibt ihr Küsschen, streichelt sie. Allerdings haben wir ziemlich Schlafprobleme mit ihm", erzählt eine Mutter in einem Onlineforum und fragt: "Könnte es sein, dass er doch eifersüchtig ist? Die Kleine schläft mit bei uns im Bett. Der Große wird immer nach kurzer Zeit wach und möchte auch zu uns ins Bett. Aber auch, wenn wir das erlauben, schlägt er manchmal plötzlich nach mir und schreit hysterisch."
Zwar kann ein Kind auch vom ersten Tag an offen eifersüchtig aufs Baby sein, es kneifen oder abfällig reden ("Das Baby ist blöd! Wann gebt ihr es zurück ins Krankenhaus?"). Doch oft agiert es das nagende Gefühl auch auf einem Nebenkriegsschauplatz aus: Es vergewissert sich über "schwieriges" Verhalten, dass Mutter und Vater es noch lieb haben. Manchmal äußert sich die Verunsicherung noch versteckter: in Kopf- oder Bauchweh.







