Entwicklungsschritte

Anstrengendes Kind: Nur eine Phase?

Schon bei Babys verläuft die Entwicklung in Schüben. Etwas ratlos sprechen Eltern in turbulenteren Zeiten gerne von Phasen, in denen sich das Kind befindet. Wir beschreiben die häufigsten Phasen und geben Tipps zum Umgang damit.

von Gabriele Möller
Eltern Baby haltend

Eine endlose Kette von Entwicklungs-Phasen!

„Ja, diese Phase hatten wir auch mal“ – dies ist einer der meist gehörten Sätze, wenn Eltern sich mit anderen Müttern und Vätern unterhalten. Egal, ob schon beim Baby, beim Klein- oder Schulkind – irgendwann dämmert es allen: Das Leben des Nachwuchses besteht aus einer endlosen Kette von Phasen, die einander fast übergangslos abzulösen scheinen. Das Wort „Phase“ ist dabei eher negativ besetzt: Meist umschreibt es eine Zeit, die Eltern als besonders anstrengend, erzieherisch herausfordernd oder beunruhigend erleben. Eine „Phase“ wirft immer auch Fragen auf: Ist dieses Verhalten normal? Wann geht es endlich vorbei? Können wir diese Phase einfach aussitzen, oder müssen wir etwas tun? urbia nimmt eine Auswahl der häufigsten Phasen vom Baby- bis zum Kiga-Alter genauer unter die Lupe.

Wann hört unser Baby auf zu spucken?

Obwohl Eltern „Phasen“ meist nicht viel abgewinnen können, betreffen sie fast immer eine natürliche Entwicklung des Kindes. Ein Beispiel ist das „Spucken“ vieler Babys. Die Weisheit „Speikind – Gedeihkind“ tröstet meist nicht wirklich. Wer sich sorgt, kann das „Gedeihen“ einfach genauer anschauen: Nimmt das Baby normal zu (gleichmäßige Kurve im Gelben Untersuchungsheft), wirkt es lebhaft und rosig, dann braucht man sich nicht zu grämen - höchstens um die eigenen Klamotten. Erbricht ein Baby regelmäßig schwallartig und große Mengen oder nimmt es nicht recht zu, ist Abklärung beim Kinderarzt angesagt. Ist alles okay, gilt: „Speikinder“ gedeihen prima. Diese Phase endet oft mit sechs bis acht Monaten, Pechvögeln unter den Babys bleibt es noch einige Monate länger erhalten.

Alarm im Darm: Die Dreimonatskolik

Schneller hat man eine andere Phase des Babyalters überstanden: Die Dreimonatskolik. Sie bleibt oft tatsächlich auf etwa drei Monate beschränkt, nur wenige Babys müssen noch länger damit kämpfen. Forscher glauben heute, dass die Koliken weniger mit dem Darm zu tun haben, als vielmehr mit dem noch unreifen Nervensystem: Die ganz normalen Alltagserlebnisse, Geräusche, Empfindungen werden vom Baby nur schwer verarbeitet – und das schlägt ihm förmlich auf den Darm, obwohl dieser ganz in Ordnung ist. Das „Nervenkostüm“ wird aber bald robuster, der Darm beruhigt sich. Helfen kann man während einer Schreiattacke zum Beispiel mit Herumtragen in Fliegerstellung bei leisem Singen. Ungünstig sind fürs Baby spürbare Besorgnis der Eltern oder zu vieles Herumprobieren mit verschiedensten Hausmitteln.