Studie entlastet Eltern

Freche Kinder später beruflich erfolgreicher

Ein kleiner Trost für Eltern, die mit rebellischen Kindern zu kämpfen haben, kommt jetzt in Form einer Studie. Demnach sind freche Kinder später beruflich erfolgreicher.

Autor: Nina Braun
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Freche Kinder treten eher für ihre eigenen Interessen ein

Rebellisches Kind später erfolgreich
Foto: © colourbox

Kinder, die Autoritäten widersprechen und Regeln missachten, können sich damit eine Grundlage für ihren späteren beruflichen Erfolg schaffen, sagt eine neue Studie. Forscher um die Psychologin Marion Spengler von der Universität Tübingen untersuchten den Einfluss des Verhaltens von 12-jährigen Schülerinnen und Schülern im Jahr 1968 auf den beruflichen Erfolg und das Einkommen 40 Jahre später. Das überraschende Ergebnis: Regeln brechen und die Missachtung von elterlicher Autorität sind die Faktoren, die für die untersuchten Personen zum höchsten Einkommen führten. Die Forscher nehmen an, dass rebellische  Kinder besser verhandeln können und fähiger sind, für ihre eigenen Interessen einzutreten. Ferner hing der spätere Beschäftigungserfolg eng mit dem Familienwohlstand und dem IQ zusammen. Beim Verhalten der Schüler untersuchten sie die Aspekte Aufmerksamkeit, Verantwortungsbewusstsein, Minderwertigkeitsgefühl, Ungeduld, Pessimismus, Regelverstöße und die Missachtung von Autoritäten. Die Studienautoren, die in Kürze im Fachjournal „Development Psychology" veröffentlichen, haben 745 Lebensläufe untersucht.

Auch unangepasste Kinder müssen Grenzen lernen

Sollen Eltern also das nächste Mal applaudieren, wenn Ihr Kind schreiend mit einem Wutanfall in der Ecke liegt (Kleinkind) oder mal wieder nicht nach Hause kommt, wie verabredet (Jugendlicher)? Anders gefragt: Kann man die Ergebnisse auf die heutige Zeit übertragen?

Maria Große Perdekamp von der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung findet das schwierig. „Für Kinder gelten heute andere Regeln als 1968." Die Frage danach, wie viele Regeln und Autorität sein müsse, beschäftige Pädagogen und Eltern jedoch nach wie vor. Große Perdekamp sagt: Unangepasste Kinder müssen lernen, das Gleichgewicht zu halten. „Sie schaffen es zwar, ihre individuellen Fähigkeiten zu entwickeln, aber ohne soziale Kompetenz werden sie es im Leben schwer haben", sagt Große Perdekamp. Eltern rät die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin diesen Kindern angemessene Grenzen zu setzen und ihre Autorität zu wahren, ohne deren Entwicklung zu hemmen. „Mütter und Väter finden das heute schwierig", weiß Große Perdekamp aus ihrer Arbeit als Erziehungsberaterin. Viele Eltern seien sehr bemüht, ihren Kindern Freiheit zu geben, mit der Folge, dass sie selbst unsicher werden und die Verantwortung für strenge Entscheidungen gerne an andere, etwa Lehrer, delegieren.

Angepasste Kinder vernachlässigen eigene Wünsche

Andersherum gilt: „Grundsätzlich haben überangepasste Kinder eher mit Risiken als mit Chancen zu kämpfen." Denn sie vernachlässigen die eigenen Wünsche und Erwartungen, überforderten sich selbst und entdecken ihre eigenen Fähigkeiten nicht. Fachleute beobachten mit Sorge, dass diese oft sehr leistungsbereiten Jugendlichen nicht den Griff zu Medikamenten scheuen.

Egal, welches Temperament Kinder also haben: Konflikte gehören dazu. Je rebellischer ein Kind ist, desto mehr wird es seine Freiheit nutzen. Auch wenn natürlich nicht aus jedem Rebell ein beruflicher Überflieger wird. Aber die Chancen dafür stehen gut. Ein Beispiel aus der Praxis? Microsoft-Gründer Bill Gates hat als Heranwachsender eine Menge Unsinn gemacht. Mit 22 wurde er sogar wegen Fahrens ohne Führerschein festgenommen.

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