Süßigkeiten-Depots und Web-Ausflüge
Privatsphäre – Wie viel braucht ein Kind?
Wir Eltern möchten unser Kind schützen - vor zu vielen Süßigkeiten, falschen Freunden oder auch schädlichen Seiten im Internet. Doch wie viel Kontrolle ist nötig, und wo beginnt die Privatsphäre des Kindes? Unser Artikel geht dieser Frage auf den Grund.
Sind Geheimnisse normal?
Wir Eltern möchten wissen, ob es unserem Kind gut geht
Ich sauge geistesabwesend das Zimmer meiner Tochter. Während ich die üblichen Slaloms um unzählige Playmobil-Kleinteile herum mache und gerade überlege, wie schön es wäre, eine Putzfrau zu haben, stoße ich mit dem Staubsauger plötzlich auf Widerstand. Unter einer kleinen Kommode geht es nicht weiter. Was ist jetzt das schon wieder? Ich bücke mich und krame eine große Pappschachtel hervor, randvoll gefüllt mit Süßigkeiten. Es ist ein Mix aus dem so verdächtig schnell verschwundenen Süßkram vom letzten Martinssingen und Leckereien, die die Oma (leider) regelmäßig mitbringt. Schlagartig verstehe ich, warum meine Neunjährige in letzter Zeit so wenig Appetit zu den Hauptmahlzeiten hat. Was tun? Sie zur Rede stellen und schimpfen? So tun, als ob ich nichts gefunden hätte?
Wir Eltern möchten wissen, ob es unserem Kind gut geht. Dazu gehört, dass wir uns für seine Gefühle und Gedanken interessieren. Wir möchten unser Kind aber auch schützen. Zum Beispiel vor zuviel Süßigkeiten, falschen Freunden oder auch schädlichen Seiten im Internet. Doch wie viel Wissen und Kontrolle sind nötig, und wo beginnt die Privatsphäre des Kindes? Müssen Mütter und Väter alle kleinen Geheimnisse ihres Nachwuchses kennen? Darf man beim Aufräumen auch mal einen Blick in Schubladen, ins Freunde- oder gar ins Tagebuch werfen? Das Kind über seine Freunde ausquetschen? Ihm beim Surfen oder Chatten im Internet über die Schulter sehen? Was tun, wenn man – wie bei besagtem Süßigkeitenlager – etwas „Kompromittierendes“ findet?







