Familien-Leben vor 10.000 Jahren

Höhlenkinder: Als Papa noch Mammuts jagte

Womit spielten eigentlich die Höhlenkinder? Gab es damals auch schon Mumps? Und wie wurden die Kleinen gewickelt? urbia auf den Spuren der Höhlenmenschen.

von Gabriele Möller
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Maedchen Steinzeit auf Felsen panther Thorsten Mann
Foto: © panthermedia/ Thorsten Mann

Ganz modern: Beide Eltern waren "berufstätig"

Wenn man seinen Nachwuchs manchmal selbstvergessen im Schlamm matschen sieht, kommt einem das in unserer so auf Sauberkeit bedachten Zeit manchmal ganz schön archaisch vor. Und es ist gar nicht so leicht, entspannt zuzusehen und das kleine Matschmonster anschließend klaglos und mit spitzen Fingern ins Haus zu tragen. Aber wir sind ja pädagogisch geschult und ahnen außerdem tief in unserem Inneren: Der Spaß an Dreck und Schlamm ist so alt wie die Menschheit. Sicher haben auch die Höhlenkinder bereits Sandkuchen gebacken und sich wohlig von oben bis unten eingesaut, oder? Und womit haben die eigentlich sonst noch so gespielt? Wie sah ihr Alltag aus? Hatten die auch schon Mumps? Gab’s da schon Windeln?

Da wir uns mit dem gedrungenen Neandertaler nun doch nicht mehr recht verwandt fühlen, werfen wir lieber einen Blick auf unseren direkten Vorfahren, den Homo sapiens sapiens, der uns schon aufs Haar glich. Er erschien vor rund 40 bis 30 000 Jahren auf der Bildfläche. Eine "Durchschnittsfamilie" dieser Zeit lebte von der Jagd auf wilde Tiere und vom Sammeln von Essbarem aller Art. Diese Lebensweise behielten die sogenannten Jäger und Sammler bis ungefähr vor 10 000 Jahren bei. Während Papa und die anderen kräftigen Männer nun also vielleicht gerade mal wieder tagelang auf Mammutjagd waren und Mama ein paar Stunden herumwanderte, um Beeren, Wurzeln oder Vogeleier zu sammeln, war bei den Kindern Kreativität gefragt. "Sie haben vermutlich sehr viel allein und miteinander spielen müssen, weil die Erwachsenen mit der Beschaffung von Nahrung beschäftigt waren und wenig Zeit für sie hatten", erläutert Dr. Linda Owen, Spezialistin für Jungsteinzeit (Neolithikum) und Geschlechterforschung, zur Zeit Gastprofessorin an der Universität Wien. "Das Spielzeug bestand wahrscheinlich zu einem Großteil aus Miniaturwerkzeugen und -waffen. So diente das Spielen zugleich auch dem Lernen." Die Kinder mussten aber auch schon früh mithelfen beim Sammeln der Nahrung.

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