Als Säugling kam Anja zu Schröders
Leben mit einer Adoptivtochter
Als Säugling kam Anja in die Familie Schröder. Die Adoptiveltern und ihr leiblicher Sohn berichten über das Leben mit dem adoptierten Familienmitglied.
Der ersehnte Anruf: "Es ist eine Tochter"
Zum ersten Mal haben Marion, Rolf und der damals fünfjährige Patrick Schröder* Anja auf der Straße gesehen: Das neugeborene Mädchen lag im Brutkasten und sollte gerade in eine Kinderklinik gefahren werden. "Das ging sehr ans Herz", erinnert sich Marion Schröder aus dem Rheinland, schließlich war dies die erste Begegnung mit ihrer Adoptivtochter.
Kurz nachdem Marion und Rolf Schröder geheiratet hatten, kam ihr Sohn Patrick zur Welt. Das Paar wünschte sich noch ein zweites Kind. Doch Marion Schröder wurde nicht schwanger, auch nicht mit medizinischer Hilfe. "Wir haben zwei Jahre lang probiert – ohne Erfolg. Dann kam für uns eine Adoption in Frage", berichtet der Vater. Es folgte eine Zeit der Formalien: Gespräche mit dem Jugendamt, Überprüfung der familiären Situation, Kontakte mit der Adoptionsvermittlungsstelle...
Schröders hatten Glück. Relativ schnell kam dann der ersehnte Anruf: "Da ist ein Kind unterwegs. Es wird in etwa acht Wochen geboren." Marion Schröder: "Wir wussten nicht, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird, ob es gesund oder krank ist. Das war uns egal. Wir haben uns einfach nur auf das Kind gefreut." Alles wurde jetzt für das Baby vorbereitet: Das Bettchen wurde aufgestellt, die Erstlingskleidung bereitgelegt, Windeln wurden gekauft, die Tasche fürs Krankenhaus musste gepackt werden.
Das Paar kannte den genauen Geburtstermin nicht und stand jederzeit auf Abruf. Irgendwann ging dann das Telefon. Das Krankenhaus rief an: "Es ist eine Tochter." Sofort fuhr die Familie zu ihrem neuen Familienmitglied, das bis dahin ohne Namen war. Die leibliche Mutter hatte den Kreißsaal kurz nach der Entbindung verlassen und ihre Tochter somit in die Obhut der künftigen Adoptivfamilie gegeben. Obwohl der Säugling voll ausgetragen war, war er stark untergewichtig und musste umgehend in eine Kinderklinik gebracht werden.
*Namen sind von der Redaktion geändert

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