Mama

Mama werden: Das größte Glück

Das erste „Mama“ aus Babys Mund macht stolz und glücklich. Schließlich ist Mamas Liebling ihr Ein und Alles, und dies die erste verbale Anerkennung der Liebe und der Arbeit, die sie in seine Fürsorge gesteckt hat. Mama zu sein ist für viele Frauen das ganz große Glück – und gleichzeitig eine riesige Herausforderung.

Paar Baby glücklich
Foto: © fotolia.com/ detailblick
Eine gewollte Schwangerschaft ist eine aufregende Zeit, vor allem, wenn es sich um das erste Kind handelt. Während im Bauch der werdenden Mama das neue Familienmitglied langsam heranwächst, bereitet sie sich auf die bevorstehende Mutterrolle vor. Ist es dann endlich soweit und das kleine Häuflein Mensch liegt auf ihrer Brust, ist das  der schönste Moment in ihrem Leben.

Ein Baby verändert alles. Selbst wenn sie sich noch so akribisch auf die Mutterrolle vorbereitet, Ratgeber liest und Kurse besucht, wird die frischgebackene Mama überrascht sein von der Intensität, mit der das Neugeborene ihr gesamtes Leben durcheinanderwirbelt. Ab jetzt ist sie Mutter und wird dies auch für den Rest ihres Lebens bleiben. Wenig Schlaf und tausend Gedanken, die sich tagtäglich nur um das Baby drehen, bestimmen fortan ihren Alltag. Dank für ihre Mühen erntet sie aber in jedem  Lächeln Ihres Babys und dem ersten „Mama“ aus seinem Mund.

Doch nicht jede Mutter empfindet das gleiche Glück, wenn sie ihr Baby das erste Mal auf dem Arm hält. Der  Babyblues oder sogar eine ausgewachsene Wochenbettdepression machen es einigen frischgebackenen Mamas schwer, ein liebevolles Verhältnis zu ihrem Kind aufzubauen. Die Scham darüber verstärkt die Abwärtsspirale zusätzlich. Hier ist Hilfe vom Profi gefragt. Je schneller eine solche Depression behandelt wird, umso schneller kann das Mutterglück genossen werden.

Mama sein und Frau bleiben

Mama sein ist toll. Dem eigenen Kind beim Großwerden zuzusehen, mit ihm zu spielen, ihm Dinge beizubringen und seine Liebe zu spüren, verschafft einer Mutter die Befriedigung eines erfüllten Lebens. Doch trotz der Liebe, die sie für ihr Kind empfindet und des Spaßes, den sie mit ihm hat, möchte Mama hin und wieder auch gerne mal nur Frau sein. Besonders direkt nach der Schwangerschaft fühlen sich viele Frauen nicht besonders attraktiv. Noch tragen sie einen großen Teil ihrer Schwangerschaftspfunde mit sich herum, der Bauch ist noch nicht wieder straff und die Schwangerschaftsstreifen deutlich sichtbar. Das ist aber völlig normal, denn die Extrapfunde werden dringend für das Stillen gebraucht. Durch den erhöhten Energiebedarf verliert eine stillende Mama durchschnittlich ein Kilo Gewicht pro Monat und wird so schnell wieder schlank. Auch gezielte Übungen, mit denen Mama bereits sechs bis acht Wochen nach der Geburt beginnen kann, helfen dabei, schnell wieder in Form zu kommen.

Das tut auch der Partnerschaft gut. Um sich nicht nur als Mama, sondern auch als Frau wahrnehmen zu können, ist auch der Papa gefordert. Er sollte unterstützen anstatt zu fordern. Außerdem sollte er seiner Partnerin Freiräume zugestehen beziehungsweise sie darin unterstützen, sich ihre Freiräume zu schaffen. In den ersten Wochen sind das vielleicht nur Momente, in denen sie sich mal alleine um sich selbst kümmern kann, ohne das Baby. Später kann der Papa sein Kind natürlich auch länger alleine beschäftigen, sodass Mama sich zum Beispiel mit Freunden treffen oder zum Sport gehen kann. Der  Sex wird wahrscheinlich erstmal kein Thema sein. Das ist völlig normal, und man sollte sich diesbezüglich keinen Druck machen. Erst allmählich, wenn sich die Familie langsam eingespielt hat und die Nächte wieder etwas länger werden, setzt bei den meisten Paaren wieder die Lust ein.

Mama ist die Größte

Für ein Neugeborenes ist seine Mama sein ganzes Universum. Sie versorgt es mit Nahrung und gibt ihm die Sicherheit, die es braucht. Häufig verbringt Mama auch die meiste Zeit mit ihm, wenn Papa arbeiten geht, und wird allein deswegen zur wichtigsten Bezugsperson. Die  frühe Mutter-Kind-Bindung ist deshalb so wichtig, weil sie das Kind stark prägt und ihm Kraft und ein Grundvertrauen für sein Leben auf den Weg gibt. Heute weiß man viel über diese wichtige Phase im Leben eines Kindes. Die ersten drei Jahre prägen am stärksten. In dieser Zeit werden die neuronalen Verbindungen im Gehirn geknüpft, die direkt mit der Sozialisation des Kindes in Verbindung stehen. Entsprechend den Entwicklungsphasen kann die Mama etwa mit viel Körperkontakt und Empathie sowie zielgerichteter Förderung dazu beitragen, dass ihr Baby zu einer vertrauensvollen, sicheren Persönlichkeit heranwächst.

Eine gute Mutter-Kind-Beziehung bleibt ein Leben lang bestehen. Das Kind weiß, dass es auch im fortgeschrittenen Alter immer noch die Liebe und den Zuspruch von Mama bekommt, den es braucht. Das heißt aber nicht, dass diese Beziehung immer konfliktfrei ablaufen wird. Gerade in der  Pubertät ist eine Abgrenzung für die Persönlichkeitsbildung sogar wichtig. Durch einen  sensiblen Umgang mit ihrem Schützling, der Freiheiten gewährt, aber auch Grenzen setzt, sorgt Mama dafür, dass sie trotz Rebellionsdrang der sichere Hafen bleibt.

Mama – und was noch?

Nur Mama sein, reicht das? Auch wenn das Dasein als Mutter und Hausfrau viel Verantwortung und Arbeit mit sich bringt, haben viele Frauen das Bedürfnis nach mehr. Besonders Frauen, die vorher ein erfülltes Berufsleben hatten oder denen noch nicht verwirklichte Träume auf der Seele brennen, ziehen ihre Karriere oft der Rolle als Vollzeitmutter vor. Und auch der finanzielle Aspekt spielt eine wichtige Rolle beim Schritt zurück ins Berufsleben. Das bedeutet nicht, dass solche Frauen ihre Familie vernachlässigen, sie organisieren sich nur anders. Mama sind sie dank Kinderbetreuung und Haushaltshilfe in ihrer Freizeit. Das Bild der modernen Mama, die Job, Familie und Haushalt problemlos meistert und zudem immer adrett gekleidet und gut gelaunt ist, ist allerdings meist eine Illusion. Nicht selten machen das schlechte Gewissen oder logistische Probleme der Supermama einen Strich durch die Rechnung. Kind und Karriere sind eben nicht immer leicht zu vereinbaren.

Auf der anderen Seite stehen die  Vollzeitmamas. Ihr Ansehen hat in den letzten Jahren gelitten und sie werden oft als antiquiert und konservativ angesehen. Das „Heimchen am Herd“ sei ein Relikt aus den 1950er Jahren und längst nicht mehr zeitgemäß. Dennoch entscheiden sich viele Mamas bewusst für die Familie und gegen die eigene Karriere. Sie möchten die volle Verantwortung, jeden Entwicklungsschritt ihrer Kinder direkt miterleben und sie nach bestem Gewissen fördern. Die Gefahr ist, dass Mama ihr eigenes Wohl aus den Augen verliert, indem sie nur noch Augen für die Bedürfnisse von Kind und Familie hat.

Ob Vollzeit- oder Karrieremama – das richtige Konzept gibt es nicht. Jede Frau muss entscheiden, was für sie selbst und ihre Familie richtig ist.


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