Neue Studie zur Kinderarmut in Deutschland

Arme Familien: Kein Geld für Kino und Konzert

Wie sehr der Alltag von Kindern aus armen Familien von Verzicht und Mangel geprägt ist, zeigt jetzt eine neue Studie. Demnach können sich die Eltern von über 2 Millionen Kinder nicht einmal eine Woche Urlaub im Jahr leisten und haben kein Geld für regelmäßige Kino-, Theater- oder Konzertbesuche.

Autor: Heike Byn
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Nachteile durch Armut in Bildung und Freizeit

Studie Kinderarmut Teaser
Foto: © fotolia.com/stefanolunardi

Die erschreckenden Daten und Zahlen zur Kinderarmut in Deutschland sind bereits seit einiger Zeit bekannt, regelmäßig beschäftigen sich dazu neue Studien mit deren konkreten Ausmaßen. So ist einer aktuellen Studie nach, die die Bertelsmann-Stiftung beim Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Auftrag gab, inzwischen jedes fünfte Kind unter 15 Jahren armutsgefährdet und wächst unerhalb der Armutsgrenze auf.

Weiterhin berichtet die Studie davon, wie sich Armut und Not im Alltag der Familien auswirken: 2,1 Millionen Kinder leben in Familien, die weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Netto-Einkommens zur Verfügung haben - für eine vierköpfige Familie liegt hier die Schwelle bei 1.848 Euro im Monat. Knapp die Hälfte dieser Haushalte bezieht Hartz IV. Die Folgen: Auch in den Bereichen Freizeit und Bildung müssen die Kinder im Vergleich zu denen aus besser gestellten Familien auf vieles verzichten. Demnach können 76 Prozent der betroffenen Familien nicht eine Woche Urlaub im Jahr machen, 20 Prozent leben in beengten Verhältnissen. Außerdem können sie nicht einmal im Monat ins Kino, Theater oder Konzert gehen. 14 Prozent der einkommensarmen und von Hartz IV abhängigen Familien haben auch kein Internet, 38 Prozent kein Auto.

Geld vom Staat reicht für Familien nicht aus

Dabei wünschen sich einkommensschwache Eltern für ihre Kinder vor allem gute Bildung und stellen dafür auch eigene Bedürfnisse zurück. Sie klagen im Kontakt mit Behörden über zu viele Anlaufstellen, bürokratische Hindernisse, ständig wechselnde Ansprechpartner - und zu geringe Hilfeleistungen. Die Ergebnisse der Armutsstudie bestätigen das: Trotz eines gut ausgebauten staatlichen Unterstützungssystems werde Armut nur unzureichend aufgefangen und die staatliche Grundsicherung erlaube keine Ausgaben über das Allernötigste hinaus.

Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann-Stiftung, betonte denn auch, dass die staatliche Unterstützung erhöht werden solle, damit der Bedarf der Kinder und ihre Teilhabechancen in der Gesellschaft mehr in den Mittelpunkt rückten.

 

 

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