Gemeinsame Aktivitäten

Quality Time: Gute Zeit mit dem Kind

Jeder hat eine ungefähre Vorstellung davon, was sie bedeutet: die Idee von der begrenzten, aber dafür hochwertigen Zeit fürs Kind. Doch was genau meint "Qualität" bei Quality Time, mit dem Kind zu spielen, vorzulesen, Ausflüge zu machen oder einfach gemeinsamen Alltag?

von Gabriele Möller
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Mutter Kinder spielen
Foto: © iStockphoto.com/ ilona75

Qualität statt Quantität

Den Begriff der Quality Time gibt es schon länger, als unser Bauchgefühl es uns glauben macht: Bereits 1972 entstand in den USA die Forderung nach dieser "hochwertigen Zeit", die Berufstätige dem Partner und den Kindern widmen sollten, damit das Familienleben unter dem Job nicht leiden muss. Unausgesprochen schwang dabei von Anfang an die Forderung "Qualität statt Quantität" (Wert vor Menge) mit. Denn es versteht sich von selbst, dass sich vor allem diejenigen mit der Idee von der Quality Time anfreunden konnten, deren Zeit für die Familie eher knapp war.

Inzwischen hat der Begriff zumindest in Deutschland eine Bedeutungsverengung erfahren und meint fast nur noch die mit Kindern verbrachte Zeit. Doch funktioniert die Idee von der "Qualitätszeit" in der Erziehung wirklich? "Ich finde den Begriff unrealistisch ", beschreibt eine Mutter in einem Online-Elternforum ihre Bedenken. "Natürlich versuche auch ich trotz meiner Berufstätigkeit so oft wie möglich, körperlich und geistig für meine Kinder anwesend zu sein. Dennoch sind das vielleicht nicht gerade die Momente, in denen meine Kinder mich brauchen würden. Vielmehr ist es doch so, dass ich mich hinstelle und sage: 'Jetzt darfst du mich brauchen. Nicht nachher oder morgen oder dann, wenn Du es nötig hast.'" Die gemeinsame Zeit muss sich aber nicht nur nahtlos in die Tagesplanung der Erwachsenen einfügen, sondern auch in die der Kinder, die ebenfalls oft volle Terminkalender haben.

Quality Time - ein unerreichbares Ideal?

Überhaupt scheint die Wirklichkeit die gut gemeinte Idee von der Quality Time oft auszuhebeln. Denn wer gerade acht Stunden im Job funktioniert hat, hat Mühe, nochmal den Elan hervorzukramen, um seinem Kind eine irgendwie unvergessliche Zeit zu bieten. Der zweifache Vater und IT-Fachmann Frank zum Beispiel klagt: „Ich bin jeden Tag bis 20 Uhr unterwegs und anschließend total erledigt. Für das, was ich unter hochwertiger, gemeinsam verbrachter Zeit verstehe, habe ich dann einfach keine Energie mehr. Es läuft dann auf ein bisschen Vorlesen und einen Gute-Nacht-Kuss hinaus."

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