Studie über Scheidungseltern

Was bringt das gemeinsame Sorgerecht?

Seit der Reform des Kindschaftsrechts behalten Eltern nach der Scheidung automatisch das gemeinsame Sorgerecht. In einer umfassenden Studie im Auftrag des Justizministeriums wurden die Auswirkungen der Gesetzesreform untersucht.

von urbia
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Junge Eltern getrennt
Foto: © iStockphoto.com/ ptaxa

Neues Kindschaftsrecht wirkt

Trennung und Scheidung sind ein sehr einschneidendes Lebensereignis, sowohl für Eltern als auch für ihre Kinder. Und wenn Eltern nach einer Scheidung keine zufriedenstellenden Regelungen finden, insbesondere zum Umgang und Unterhalt, ist erheblicher Streit vorprogrammiert. Das belastet Eltern und Kinder. Oft ein ganzes Leben lang.

Das seit 1998 geltende neue Kindschaftsrecht wirkt konfliktentschärfend, es bietet deutliche Entlastungen für Eltern und ihre Kinder. Diese bisher bereits von Fachkräften geäußerte Vermutung konnte in einer repräsentativen wissenschaftlichen Studie untermauert werden.

Im Auftrag des Bundesministeriums für Justiz befragte der Jura-Professor und Präsident der evangelischen Fachhochschule Nürnberg, Roland Proksch, alle Familienrichter an Amts- und Oberlandesgerichten in Deutschland, alle Jugendämter sowie alle Rechtsanwälte, die Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Familien- und Erbrecht sind. Ebenso wurden über 7.600 geschiedene Eltern danach befragt, wie sie beispielsweise die elterliche Sorge geregelt haben, wie das Umgangsrecht gehandhabt wird oder auch danach, ob sie mit den Unterhaltszahlungen zufrieden sind und vieles weitere mehr. Ausführliche persönliche Gespräche mit Scheidungseltern und 131 Scheidungskindern in jedem Alter rundeten die praxisnahe Studie ab.