Papa

Männer und Familienplanung: Papa im Reich der Sorgen

Wenn der Nachwuchs das Licht der Welt erblickt, beginnt ein neuer Abschnitt im Leben eines Mannes – er ist jetzt Papa. Genau wie Mütter müssen sich auch Väter erst einmal in der neuen Rolle zurechtfinden und genau wie Mütter wissen auch sie nicht auf Anhieb, ob sie alles richtig machen. urbia verrät, an was Männer vor der Vaterschaft denken, wovor sie sich als Papa sorgen und was zum neuen Alltag dazugehört.

Väter
Foto: © Halfpoint - Fotolia.com

Lang ist es her,  dass Papas noch Mammuts jagten oder es ihnen vorbehalten war, das Geld nach Hause zu bringen, während die Frau sich um die Versorgung der Kinder zu kümmern hatte. Das Bild von Männlichkeit hat sich im Laufe der Zeit stark verändert und damit auch die Rolle des Vaters gegenüber seinem Kind.

Der Großteil der Männer freut sich darauf, Vater zu werden. Für manche jedoch ist Papa werden mit Angst verbunden. Sie fühlen sich überfordert, psychisch wie physisch. In der Tat gibt es sogar das Phänomen von Männern, die während der ersten Monate der Schwangerschaft wie die Frau von Übelkeit betroffen sind, an Gewicht zunehmen und unter Stimmungsschwankungen leiden. Bei einer Gewichtszunahme aus diesen Gründen spricht man vom „schwangeren Mann“. Er entwickelt dann äußerlich ähnliche Schwangerschaftssymptome wie die Frau. Eine solche Reaktion des Mannes ist laut Forschern eine psychische Antwort auf den besonderen Stress der Partnerin und völlig normal. Dennoch sollte man nicht zögern zum Arzt zu gehen, wenn sich der „Baby-Blues“ bemerkbar macht. Auch bei Anzeichen einer  Depression ist es in jedem Falle ratsam, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Die Gedanken und Sorgen von Vätern betreffen verschiedene Aspekte: Stehen ausreichend finanzielle Mittel für die Familiengründung zur Verfügung? Ist man der Verantwortung tatsächlich gewachsen? Wie teilt man sich die alltäglichen Aufgaben? Dabei geht es auch um das richtige Zeitmanagement. Ein Papa, der sich aktiv mit seinen Kindern beschäftigt, tut sich und der gesamten Familie etwas Gutes, denn nachweislich begünstigt der Einfluss des Vaters die gesunde Entwicklung des Kindes und macht es stark fürs Leben.

Es ist soweit: Endlich Papa

Neun Monate Wartezeit sind überstanden, die Monate der „männlichen Schwangerschaft“ sind erfolgreich bewältigt, und nach der Geburt verlässt die neue Familie die Klinik. Für manchen Papa beginnt nun die Elternzeit. Viele Männer kennen eine gewisse  Angst vorm Wickeltisch und so zaudern sie ausgerechnet bei der Babypflege. Lieber wenden sie sich spiel- und spaßbetonten Tätigkeiten zu und spielen mit dem Kind, anstatt es zu wickeln oder zu baden. Um als Vater ganz da zu sein für Sohn oder Tochter, ist es jedoch wichtig, nicht nur mit dem Kind zu spielen, sondern auch unangenehme Aufgaben zu übernehmen. Dazu zählt Windeln wechseln genauso wie Hausaufgaben machen mit größeren Kindern. Weil der Vater eine ebenso verhaltensprägende Rolle einnimmt wie die Mutter, sollte er von Anfang an die Nähe zum Nachwuchs zur Gewohnheit machen und viel Zeit mit ihm verbringen.

Von Männern wird heute erwartet, mehr als bloß der Ernährer zu sein. Dementsprechend kann so ziemlich alles zu den väterlichen Aufgaben gehören – ob Töpfchen leeren, Babynahrung aufwärmen, basteln oder das Kind zum Kindergarten bringen. Doch worauf kommt es wirklich an, wenn der Papa mehr sein will als nur der Brotverdiener? Die Antwort ist simpel: Engagement als Familienvater mit Spaß und Freude an der Sache. Entscheidend ist, für Mutter und Kind da zu sein, selbst wenn man beruflich stark eingespannt ist.

Wer die Sache möglichst gelassen angeht und als Vater die Dinge mit Humor nimmt, profitiert von einem entspannten Verhältnis zum Kind. Für ausgelassene Stunden zum Albern muss ausreichend Zeit sein. Genauso braucht jedes Kind aber auch einen Lehrer fürs Leben, der Grenzen aufzeigt. Wie sollte man als Papa also auftreten, und was ist förderlich für eine positive Entwicklung von Tochter oder Sohn? Am ehesten ist eine gesunde Mischung aus Lockerheit und Ernsthaftigkeit zu empfehlen.

Ein Leben lang da sein: Scheidungs-, Familien- und Freizeitpapas

Vom Kind getrennt lebende Väter sind im Alltag eines Kindes oft wenig präsent. Wenn der  Vater fehlt, gerät die kindliche Welt schnell durcheinander. Dieser Verlust kann für ein Kind Auswirkungen bis ins Erwachsenenalter haben. Oft wird es zum Beispiel später für Mädchen schwer, positive und stabile Beziehungen zu Männern einzugehen. Der Zugang zu den eigenen Gefühlen, ganz gleich ob Junge oder Mädchen, wird so schwerer möglich. Jungen ohne Vaterfigur idealisieren schnell männliche Attribute wie körperliche Stärke oder Kampfbereitschaft. Gerade daher ist es für Väter wichtig, auch nach einer Scheidung den Kontakt zum Kind aufrecht zu erhalten und als Bezugsperson stets ein offenes Ohr zu haben.

Für alle Väter gilt: Selbst wenn sich das Familienleben stark verändert hat, das entscheidende Stichwort lautet Quality Time. Auch wenn die Zeit knapp ist, kann man sie bewusst und intensiv nutzen und gemeinsame Aktivitäten in Angriff nehmen. So werden schöne Erlebnisse geteilt – vom Zeitpunkt der Geburt des Kindes bis ins hohe Alter hinein.


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