Familienstudie
Wenn Männer Väter werden
Von Vätern wird heute immer häufiger erwartet, dass sie für ihre Kinder mehr als nur der Ernährer sind. Bislang nur frommer Wunsch oder bereits Wirklichkeit?
Vaterrolle: Wunsch und Wirklichkeit
Schöne Väter in der Werbung
Die Werbung hat sie längst für sich entdeckt: Großformatige Fotos von muskelstarken Männern, die einen Säugling an ihre behaarte Brust drücken und ihn mit ihrer Manneskraft vor allem Unbill dieser Welt zu schützen scheinen, sind en vogue. Ein Blick auf Deutschlands Straßen scheint das Bild ebenfalls zu bestätigen: Väter, die einen Kinderwagen vor sich her schieben, gehören zum Alltagsbild – noch vor wenigen Generationen eine unmögliche Vorstellung. Auch das Bundesfamilienministerium hat unter anderem mit dem 2007 eingeführten Elterngeld-Gesetz die Männer ins Visier genommen und für mehr Teilnahme an der Vaterschaft geworben.
Zwar hatten diese Maßnahmen einen Anstieg der Väter in Elternzeit zur Folge: Während noch im Jahr 2000 nur 1,6 Prozent aller Väter sich dafür entschied, zu Gunsten der Familie beruflich kürzer zu treten, liegt der Anteil der Väter, die die sogenannten "Vätermonate" nehmen, derzeit immerhin bei 16 Prozent. Im Vergleich zum Engagement der Mütter bedeutet dies jedoch noch immer ein enormes Ungleichgewicht. Auch ein Teilergebnis der LBS-Familienstudie "Übergang zur Elternschaft" passt zu diesem Befund. Zwar haben sich die Vorstellungen von Vaterschaft rasant geändert: "Das tatsächliche Verhalten der Väter trägt diesen gewandelten Auffassungen häufig nicht Rechnung."
LBS-Studie über Bedingungen väterlichen Engagements
Einen Untersuchungsschwerpunkt der Längsschnittstudie, in deren Rahmen 175 Paare auf dem Weg in und durch die ersten Jahre der Elternschaft begleitet wurden, bildeten die Bedingungen und die Formen väterlichen Engagements. An welchen Tätigkeiten rund ums Kind beteiligen sich Väter eher, an welchen weniger? Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit Väter ihre Rolle nicht nur als Brotverdiener wahrnehmen? Welche Verhaltensweisen der Mütter und welche Merkmale des Kindes haben Einfluss auf väterliches Engagement?

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