Ein Vater in Elternzeit
"Wir hatten nie zuvor so viel Zeit füreinander"
Ein Vater berichtet von seinen Erfahrungen in Elternzeit: von seinen Ängsten und Bedenken, von den schönen und schwierigen Momenten. Ein urbia Interview.
Im Vordergund standen die Kinder
Harald Müller* (39) war als Chirurg in Köln einen fordernden und zuweilen aufreibenden Berufsalltag mit sehr hohem Arbeitspensum gewohnt, als er wegen seines zweiten Kindes eine Erziehungszeit einlegte und dafür sogar den Verlust seines Arbeitsplatzes in Kauf nahm.
Wie kam es zu Eurem Rollentausch?
Das hatten wir im Rahmen der zweiten Schwangerschaft schon geplant, zum Teil aus sehr praktischen Erwägungen, also Arbeitsplatzwechsel meiner Frau, aber auch, weil wir es bei der ersten Schwangerschaft schon geplant hatten, es aber wegen Problemen an meiner Arbeitsstelle nicht durchführen konnten. Da wir damals das Gefühl hatten, dass die Rücksichtnahme auf Karriere und Job uns zuviel genommen hat, wollten wir diesmal etwas anders machen. Ein Grund für mich war auch der Wunsch, einmal mehr Zeit für die Kinder zu haben. Etwas, was vorher aus beruflichen Gründen so nicht möglich war.
Was hast Du Dir davon versprochen?
Im Vordergrund standen die Kinder, mehr Zeit für den Älteren, bei dem ich hoffte, noch was nachholen zu können und mehr Zeit für die Jüngere, um zum ersten Mal die erste Zeit aktiv mitzuerleben.
Welche Bedenken hattest Du?
Eher sehr praktische wegen Haushalt und so. Ich wusste im Vorhinein, dass ich da andere Vorstellungen um die Organisationsabläufe als meine Frau habe. Ich hab mir allerdings auch viele Gedanken um meine berufliche Zukunft und deren Gestaltung gemacht.

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