Bericht aus dem prallen Leben

Abenteuer All inclusive: Mallorca mit drei kleinen Kindern

Eine Teilzeit-Hausfrau träumte von einem All-inclusive-Urlaub, um den häuslichen Pflichten zu entkommen. Ob ein Cluburlaub auf Mallorca mit drei Kindern unter fünf diesen Taum wahrwerden ließ, erzählt sie in ihrem Reisebericht.

Autor: Monika Maruschka
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Bitte keinen Bauernhof: Auszeit vom Hausfrauenalltag

Kinder planschen im Meer

Cluburlaub All inclusive! Mein Traum vom Urlaub in diesem Jahr. Urlaub heißt für mich auch immer eine Auszeit von Alltag. Ich sah mich mit unseren drei kleinen Kindern (4, 3, und 1) einfach nicht wieder in einem Ferienhaus mit oder ohne Bauernhof, dafür mit selbst kochen, selbst einkaufen, selbst spülen. Das habe ich auch zu Hause, genau davon wollte ich Urlaub.

Tipp:

  • Wer in der Nähe mehrerer Flughäfen wohnt: Beim Buchen Abflugzeiten vergleichen. Manchmal lässt sich eine Abreise mitten in der Nacht verhindern oder es springt durch frühe Ankunft und späte Abreise ein extra Urlaubstag dabei heraus.
  • Der Vorabend-Check-In sorgt für eine stressfreie Anreise, gerade bei mehreren Kindern und viel Gepäck.

Aber wo? Flugzeit nicht über zwei Stunden, am Meer, im Mai schon warm, kinderfreundlich aber für Mama und Papa trotzdem was zu sehen. Im Reisebüro landen wir schnell bei Mallorca, das all diese Kriterien erfüllt. Wichtig ist uns ein Ort an der Westküste in der Nähe der mallorcinischen Hauptstadt Palma, da wir den Kindern und uns einen langen Transfer vom Flughafen zum Hotel ersparen wollen: Wir wählen Paguera, einen kleinen Badeort 25 Kilometer westlich von Palma.

Ohne Schulkind ist die Reisezeit zwischen den Oster- und Pfingstferien ideal. Mallorca ist dann meistens schon schön warm, die Katalogpreise sind niedrig und die Insel und ihre Sehenswürdigkeiten noch nicht überlaufen.

Das ausgewählte Hotel verspricht im Katalog eine großzügige Anlage mit drei Pools, einem Kinderspielplatz und Mini-Club für unsere Älteste. Meinem Traum steht nichts mehr im Weg.

 

All inclusive: Alle Zeit der Welt

Dass wir uns richtig entschieden haben, zeigt sich sofort bei der Ankunft im Hotel. Während wir Eltern erschöpft auf das Schlafsofa im Wohnzimmer unseres Apartments sinken, sind Anna (4)* und Bea (3)* bereits nackt, zerren ihre Badeanzüge aus dem Koffer und verlassen die Terrasse in Richtung Kinderpool, der nur zehn Meter entfernt in Sichtweite liegt. Chris (1)* erkundet derweil den hinteren Schlafraum der Kinder samt seinem bereitgestellten Reisebett. Der Urlaub kann beginnen.

Für die Kinder stellt sich der Club als kleines Schlaraffenland dar. Wo bitte bekommt man ein knall-orangenes Armband geschenkt? Und warum holt Mama ohne mit der Wimper zu zucken die zweite Portion Pommes vom Büffet? (Klar träume ich ernährungstechnisch zwischendurch kurz vom Demeter-Bauernhof, aber spätestens, wenn ich das Ausmaß der Ketchup-Klecker-Katastrophe auf dem papierbedeckten Tisch sehe, den ich einfach so hinterlassen kann, spielt Vollwertkost wieder eine untergeordnete Rolle).

Der Enge des kölschen Großstadtdschungels entkommen, genießen es die beiden Mädchen sichtlich, auf dem Club-Gelände auf Entdeckungstour zu gehen. Innerhalb eines Tages findet sich ein Grüppchen von Mädchen zusammen, das zum Spielen munter zwischen den Apartments hin und herwechselt. Wann habe ich das letzte Mal morgens um halb zehn ein Buch gelesen? Ich kann mich nicht erinnern.

Spülst du noch oder liest du schon?

Die Kombination aus Rundum-Versorgung und kindersicherer Umgebung birgt ungeahnte Möglichkeiten: Fünf Personen zwischen einem und vierzig Jahren befriedigen gleichzeitig ihre Urlaubs-Bedürfnisse! Chris schläft im Kinderwagen, Papa verschwindet daraufhin mit ihm im Fitnessraum und arbeitet am „Ich muss mehr Sport treiben“-Vorsatz. Mama liest inzwischen schon den zweiten Roman, dreht eine Runde im Pool und Anna und Bea spielen auf dem Spielplatz „Pippi und Annika“.

Mit Mama ‚Prusseliese’, Herrn Nielson alias Chris im Kinderwagen und Papa Langstrumpf im Schlepptau schaffen unsere „Pippi und Annika“ die zwei Kilometer an die hintere der drei Badebuchten (Shuttlebus zurück zum Hotel) am Nachmittag ohne Probleme. Dass dabei ein Eis für alle drin ist, wir Eltern in den ein oder anderen Shop abbiegen und eine Zeitung für den Strand besorgen können, sorgt erneut für Zufriedenheit an allen Ecken und Enden.

Allabendliches Highlight: Die Kinderdisco um halb neun. Ein Zeitpunkt zu dem ich Zuhause allerspätestens das Gefühl habe „So, und jetzt brauch ich auch mal Zeit für mich“. Dank All inclusive hab ich diese Zeit schon gehabt. Die Begeisterung unserer Töchter steckt außerdem an. Tagsüber üben wir fleißig „Head, shoulders, knees and toes“ und den "Hokey Cokey", abends lassen wir es bei Apfelschorle gemeinsam krachen.

Kleine Irritationen über den idealen Tagesablauf gibt es nur beim ersten Ins-Bett-bringen. Auf die Aufforderung meines Mannes „So und jetzt geht’s schlafen - ab ins Bett.“ antwortet Bea empört: „Aber die Mama hat gesagt, wir schlafen in Mallorca!“

Was einem auch im Urlaub nicht erspart bleibt

Im manchen Momenten wünschte ich allerdings, dass knall-orangene All-inclusive-Armband möge magische Kräfte haben und mich zwei Wochen vor allen Herausfoderungen des prallen Lebens mit drei kleinen Kindern „schützen“.

Tipp:

  • Bei der Auswahl des Hotels auf Praktisches wie Münzwasch- automaten achten. Das kann im Fall der Fälle einiges erleichtern.
  • Eine Packung Steckdosensicherungen im Gepäck macht auch ein Ferienappartement krabbelsicher.
  • Bei uns half in Krisensituationen ein Griff in Mamas geheimen Pixi-Buch-Vorrat. Das zufällig „Conny beim Zahnarzt“ dabei war: Mütterliche Intuition!

Chris ist vom Büffetessen mit Nudeln und Gemüse zunächst ganz angetan. Am dritten Tag übergibt er sich jedoch gekonnt auf den Boden des Badezimmers und am nächsten Morgen, im gut besuchten Frühstückssaal, noch einmal auf mich. Muss man erlebt haben! Danach bleibt er gut gelaunt und bester Dinge für eine Woche bei Wasser, Zwieback und Milchfläschchen. Dadurch ist er mit seinen Mahlzeiten leider immer viel früher fertig als der Rest der Bande. Das führt entweder zur Belustigung der Tischnachbarn zu Verfolgungsjagden zwischen Stuhlbeinen hindurch oder zur figurfreundlichen Flucht eines Elternteils aus dem Speisesaal zum ungestörten Krabbeln auf dem Vorplatz.

“Nein, du sollst das anders machen.“

Dorthin gesellt sich dann auch gerne Bea, wenn die Schlacht am Büffet nicht zu ihren Gunsten ausgeht. Es ist schon erstaunlich wie still es in einem voll belegten Speisesaal werden kann, wenn eine Dreijährige einen markerschütternden Schrei ausstößt, weil Papa ihr erst die Bohnen und dann die Nudeln auf den Teller tut – und eben nicht umgekehrt. Eine Massenveranstaltung wie ein Club-Buffet-Essen ist mit den Selbstbehauptungsbestrebungen eines kleinen Menschen nicht immer in Einklang zu bringen. Urlaubsentspannt gehen solche Episoden aber für alle Beteiligten wesentlich Nerven schonender über die Bühne, als es zu Hause der Fall wäre.

“Ich kann meinen Mund nicht mehr richtig aufmachen.“

Nach einem üblen Sturz mit gefühlten fünf Litern Blut und stark angeschlagenem Milchzahn liegen die Nerven kurzfristig aber doch mal blank. Doch Mallorca wäre nicht Mallorca, wenn nicht ein deutscher Zahnarzt fußläufig zu erreichen wäre. Milchzahnkontrolle inklusive Zahnbürste plus Zahncreme: 15 Euro.


Ausflüge aus der Insel: Tipps von Groß und Klein

Tipp: Die Reisebüros vor Ort bieten manchmal verbilligte Tickets an. Beim Bummeln auf Aushänge achten oder Reisebetreuer des Veranstalters fragen. Gutscheine gibt es teilweise online zum Ausdrucken.

Wäre es nach den Kindern gegangen, hätten wir uns zwischen Pool und Buffet, Spielplatz und Strand treiben lassen können. Ich bin mir sicher, ihnen hätte nichts gefehlt. Wir Eltern hatten aber das Bedürfnis, von der Insel mehr zu sehen. Dafür haben wir für eine Woche einen Mietwagen gemietet. Geldbeutel schonend sind Besuche an besonders schönen Stränden wie Es Trenc, ein Bummel in Palma oder auf einem der zahlreichen Wochenmärkte. Ein Picknick gibt es bei All inclusive vom Hotel dazu.

Unsere Highlights:

  • La Reserva: Am Fuße des 1026 Meter hohen Puig de Galatzo liegt das Naturreservat „La Reserva“. Über Stock und Stein führt ein etwa vier Kilometer langer Wanderweg durch atemberaubende Natur, der auch für Dreijährige gut zu bewältigen ist. Nach zwei Dritteln des Wegs, für die wir mit Pausen etwa eineinhalb Stunden gebraucht haben, ist ein großer Rastplatz mit Spielplatz, Grill, Kiosk und sehr schönen (künstlich angelegten) Badestellen unter Wasserfällen. Auch eine Greifvogelschau ist im Preis mit inbegriffen. So lässt sich hier ein ganzer Tag verbringen. Allerdings ist die Tour nicht mit dem Kinderwagen zu machen. Tragehilfe und Badesachen mitnehmen!
  • Safari-Zoo: An der Ostküste in der Nähe von Sa Coma liegt der Safari-Zoo. Statt an Gehegen vorbeizuspazieren, fährt man hier mit dem Auto durch ein umzäuntes Gebiet, in dem sich Strauße, Paviane (Vorsicht mit den Scheibenwischern bei Mietwagen!), Zebras oder Antilopen frei bewegen. Gefährlichere Tiere wie Nilpferde oder Nashörner sind allerdings auch hier hinter Gittern in teilweise etwas vernachlässigten Gehegen. Am Ende der Autotour laden ein großer Spielplatz und ein Lokal zum Verweilen ein. Eine kleine Raubtiershow und ein Magier, der inmitten der Wildnis immerhin eine Frau in einen Käfig zaubert, überraschten uns zusätzlich.
  • Western-Park: Mein Mann ist ein absoluter Wasserrutschen-Fan. Über den Besuch des Westernparks gab es daher keine Diskussion. Im Internet wurde auf Wetterseiten fieberhaft der wärmste Tag des Urlaubs recherchiert, alles sollte stimmen. Hat es dann auch - obwohl uns zunächst nicht klar war, wie ein Tag mit drei Kindern, die nicht schwimmen können, hier aussehen soll. Für Kleinkinder gibt es zum einen ein großes flaches Becken mit tollen Spielgeräten und außerdem mehrere Rutschen, die mit Kind auf dem Schoß erlaubt sind. Unglaublich viel Personal an den Beckenrändern gab uns Sicherheit. Das Highlight war dann aber doch, Papa im fast freien Fall auf der Riesenrutsche „The Beast“ zu bewundern.

Das Fazit der Kinder

Ein Urlaub für Eltern ist dann erholsam, wenn die Bedürfnisse der Kinder bedacht sind. Wie hat es nun also Anna und Bea gefallen?

"Ich fand alles am schönsten." schwärmt Anna. Bea hat dem nichts hinzuzufügen. "Schön!" lautet ihr knapper Kommentar.

Und welche Ausflüge haben am besten gefallen?

  • Die Delphin-Shows: „Die Delphine haben den Mann über das Seil geworfen.“ (Die Show war wirklich schön, das Marineland fanden wir für seine geringe Größe und wenigen Attraktionen zu teuer - 22 Euro für Erwachsene, 16 für Kinder ab vier)
  • Der Safari-Zoo: „Wo man mit dem Auto durch die wilden Tiere fahren kann und der Zauberer ist.“
  • Die Kinder-Disco: „Head, Shoulders, Knees and Toes, Knees and Toes…“

Der Cluburlaub hinterlässt seine Spuren

Cluburlaub All inclusive? Ein voller Erfolg. Auf die Frage ihrer Erzieherin, ob sie im Urlaub in den Bergen oder am Meer war, antwortete Bea „Wir waren am Swimming Pool!“. Und warum Anna ein Hotel-Armband trägt? „Weil wir so viel gegessen haben!“. Das heiß geliebte orange Schmuckstück war drei Wochen nach der Rückkehr immer noch dran...

*Namen der Kinder geändert

Service

Unsere Autorin machte Urlaub im Club Europa in Paguera.

Hier finden Sie weitere Hotels, in denen urbia-Familien gute Erfahrungen gemacht haben. Beachten Sie bitte, dass je nach Alter der Kinder, Reisezeit und Sterne-Kategorie deutliche Preisunterschiede möglich sind.

  • Club Torre Blanca in Sa Coma
  • Aparthotel Protur Monte Safari in Cala Millor
  • Hipotels Hipocampo Playa in Cala Millor
  • Viva Bahia in Alcúdia
  • Clubhotel Riu Romantica in Cala Romàntica

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