Ohne Eltern in den Urlaub

Betreute Reisen für Kinder

Urlaub ohne Eltern - für Kinder klingt das nach Freiheit und Abenteuer. Für Eltern sind Kinderreisen dagegen eine Möglichkeit, Betreuungslücken während der Ferien zu schließen oder ihrem Nachwuchs einen besonderen Urlaub zu ermöglichen. Doch woran erkenne ich einen seriösen Veranstalter?

von Heike Byn
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Kinder Reise Zelt Marshmallows
Foto: © iStockphoto.com/ morganl

Warum eine Kinderreise und keinen Familienurlaub?

Die üblichen zwei oder drei Wochen Urlaub, die Vater, Mutter und Kind(er) gemeinsam im In- oder Ausland gestalten, sind immer noch die Regel. Den Rest ihrer Schulferien verbringen viele Kinder meist gemeinsam mit den Geschwistern oder Freunden zuhause. Sofern denn ein Elternteil nicht berufstätig ist oder Großeltern die Betreuung übernehmen. Doch was, wenn beide Eltern arbeiten wollen (oder müssen?), nur einen begrenzten Urlaubsanspruch haben und nicht auf die Hilfe von Oma und Opa bauen können? Nicht jede Familie mit Grundschulkind kann sich über einen Platz in einer Offenen Ganztagsschule freuen, die auch in den Ferien eine Kinderbetreuung garantiert. Und in der weiterführenden Schule ist so etwas ohnehin nicht vorgesehen.

Neben zahlreichen Ferienfreizeit-Angeboten, die Kinder ganztags an ihrem Wohnort zu Sport, Spiel oder Kreativität animieren, erfreuen sich deshalb vor allem die Veranstalter von Kinder- und Jugendreisen wachsender Beliebtheit. Die Nachfrage steigt – und das nicht nur bei berufstätigen Eltern. Denn in vielen Familien – vor allem mit heranwachsenden Kindern – gibt es regelmäßig Stress im gemeinsamen Urlaub: Die pubertierenden Kinder möchten Party, Spaß und Action, die Eltern wünschen sich Ruhe und Erholung. Da ist es mehr als ein lohnenswertes Experiment, die Kinder im Schutze einer von Jugendleitern betreuten Reisegruppe ihre eigenen Erfahrungen machen zu lassen. Vor allem Kinder im Grundschulalter lieben es, gemeinsam zu spielen, sich zu bewegen und Abenteuer zu erleben. Ganz nebenbei entwickeln sie so auch soziale Fähigkeiten, knüpfen Kontakte zu Gleichaltrigen, lernen, ihren Platz in der Gruppe zu finden und Konflikte positiv zu bewältigen. Bei einer gut betreuten Kinderreise kann der Nachwuchs genau solche Erfahrungen sammeln – und sich damit auch in seiner Persönlichkeit weiterentwickeln.

Pfadfinder oder Reiseunternehmen: Die Angebote sind grenzenlos

Ein- bis zweiwöchige Reisen für Kinder oder Jugendliche bieten vom Aufenthalt im Outdoor-Camp in heimischen Gefilden über Sprachreisen ins englisch- oder französischsprachige Ausland bis hin zum Segelkurs in Südeuropa alles, was der Zielgruppe gefällt – oder den Eltern. Für Grundschulkinder sind erstmal einwöchige Aufenthalte in der Fremde zu empfehlen, Teenager können durchaus auch schon zwei Wochen auf Reisen gehen. Die Preise variieren stark und liegen bei kommerziellen, auf Kinder- und Jugendreisen spezialisierten Anbietern etwa zwischen 200 und 400 Euro pro Woche – je nach Ziel, Programm und Unterbringungsart. Darin enthalten ist oft sogar die Anreise – meist per Bus, manchmal sogar mit dem Flugzeug.

Kinder-Freizeitfahrten von Gemeinden, Pfadfindern, Wohlfahrtsverbänden, Vereinen oder kirchlichen Trägern sind oft erheblich günstiger. Gerade solche Angebote haben auch noch andere Vorteile: Wenn Kinder in der Heimat Woche für Woche ohnehin in einer Gruppe ihre Freizeit verbringen, fällt es leichter, dann auch zusammen auf Reisen zu gehen. Das gemeinsame Interesse an einer Sportart oder einem anderen Hobby stärkt den Zusammenhalt. Außerdem sind die Betreuer den Kindern auch vertraut. Angenehmer Nebeneffekt: Eltern können andere Väter und Mütter aus ihrem Bekanntenkreis nach deren Erfahrungen mit dem Veranstalter fragen. Da diese Art von nicht-kommerziellen Anbietern ihre Ferienfreizeiten aber von keiner überregionalen agierenden Zentrale aus organisieren, sollten sich Eltern am besten in ihrer Heimatstadt bei den beiden großen Kirchen, Wohlfahrtsverbänden, Sportvereinen oder der Gemeindeverwaltung nach Ferienfahrten erkundigen.

Natürlich bedienen auch die großen Reiseveranstalter den Markt und locken innerhalb von Europa zu Sprach-, Spaß- und Sportreisen von sieben- bis 14-tägiger Dauer. Kostenpunkt: Zwischen 250 und 1.000 Euro. Hier lohnen sich sorgfältige Vergleiche und das Studium von Erfahrungsberichten, denn die Qualität ist sehr unterschiedlich. Kataloge gibt es in den Reisebüros, wo man sich dann auch näher über Veranstalter und Programme informieren kann. Einen ersten Überblick bietet das Internet.

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