Was wir Eltern liebten

Geheimtipps: Kinderbücher

Wenn Mütter und Väter ihren Kindern etwas vorlesen, greifen sie gerne zu den Büchern, die sie selbst in ihrer Kindheit liebten. Das sind oft altbekannte Klassiker, aber auch ganz persönliche Geheimtipps. urbia stellt in diesem Artikel einige davon vor.

von Maja Roedenbeck
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Vorlesen panther R Kneschke
Foto: © panthermedia, Robert Kneschke

Vorlese-Eltern bevorzugen ihre eigenen Buch-Klassiker

Wenn Erwachsene Kindern Bücher kaufen, kaufen sie selten Neuerscheinungen. Lieber greifen sie zu den Büchern, die sie in ihrer eigenen Kindheit vorgelesen bekommen und geliebt haben. In den alten Bundesländern kaufen sie die Westklassiker, und in den neuen Bundesländern kaufen sie DDR-Kinderbücher, die zum Teil vor kurzem erst wieder neu aufgelegt wurden. Da wäre beispielsweise „Die Reise nach Sundevit“ von Benno Plundra. Darin geht es um Timm, den einsamen Sohn des Leuchtturmwärters, der sich riesig freut, als ein paar am Strand zeltende Jungs und Mädchen ihn zu eben jener Reise nach Sundevit einladen. „Ich habe das Buch als Kind geliebt!“, erzählt Carina aus Berlin in den Amazon-Kundenrezensionen, „Man konnte von Strand und Ostsee träumen und hat Timm um seinen Wohnort beneidet.“ Und über den Ost-Klassiker „Das Wildpferd unterm Kachelofen“ von Christoph Hein, in dem ein Esel, ein falscher Prinz und ein Clochard unter dem Sofa im Kinderzimmer wohnen, schwärmt G. C. Roth aus Ostfriesland: „Ein wunderbares Buch mit viel Herz und Güte gegenüber menschlichen Schwächen. Für Kinder bis achtzig, die sich den Blick für eine menschfreundliche Lebensweise erhalten wollen. Eine Perle in unserem Bücherschrank!“

Jedes Jahr werden rund 7000 Erstauflagen von Kinder- und Jugendbüchern auf den Buchmessen in Leipzig und Frankfurt vorgestellt. Die ehemalige Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen würdigte 2009 herausragende neue Titel, die auf Klischees verzichten und Kinder ernst nehmen, mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis. Und doch interessiert das eigentlich vor allem die Medien und die Buchhändler. Die typischen Vorleseeltern, die Sohn oder Tochter zum Geburtstag „quality time“ in Form von gemeinsamen Schmökerstunden schenken möchten, gehen ins Geschäft und verlangen „Pippi Langstrumpf“ von Astrid Lindgren oder „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ von Michael Ende. Das sind die Klassiker, die jeder kennt, die jeder im Regal stehen hatte und von denen jeder meint, ein Kind könne ohne sie nicht leben.