Computersoftware für Kinder

Sechs Lernspiele unter der Lupe

urbia-Autorin Maja Roedenbeck hat gemeinsam mit ihrem fünfjährigen Sohn einige Lernspiele renommierter Marken - zum Beispiel mit der Maus, Felix oder Janosch - einem Praxistest unterzogen. Hier ihre Ergebnisse in Kürze.

Autor: Maja Roedenbeck
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Junge spielt Laptop
Foto: © Panthermedia.net, Monkeybusiness Images

Wenn ein Computerspiel laut Expertenberichten in Computerzeitschriften oder einschlägigen Eltern-Ratgebern für gut befunden wurde, muss dies noch längst nicht heißen, dass beim eigenen Kind der Funke auch wirklich überspringt. urbia-Autorin Maja Roedenbeck hat daher gemeinsam mit ihrem fünfjährgen Sohn einige namhafte Lernspiele zu Hause einem Praxistest unterzogen. Hier ihre Ergebnisse in Kürze:

Der Top-Favorit: „Janosch – Meine große Vorschulbox“ von Terzio (je 12,95 Euro)

Janosch Vorschulbox 1

Als Einstieg für absolute PC-Anfänger wunderbar geeignet. Die einfachen, aber liebevoll gemachten Grafiken und Animationen mit den bekannten Janosch-Figuren reichen dem Testkind völlig aus. Bei keinem anderen Programm ist es so schnell mittendrin im Spiel. Die Übungen werden nicht nur erklärt, sondern vorgemacht, sodass keine Verständnisprobleme entstehen. Die Sinnzusammenhänge der Übungen entspringen dem Alltag des Kindes, was den Einsteig zusätzlich erleichtert. Für jeden Lernbereich gibt es so viele verschiedene Übungstypen, dass sich für jeden Geschmack etwas findet. Da jedoch der Aufgabenvorrat bei den einzelnen Übungen nicht sehr groß ist und selbst die schwierigsten Aufgaben im Vergleich zu anderen Programmen immer noch recht einfach sind, ist unser Vorschüler nach relativ kurzer Zeit fit für eine Software für „Fortgeschrittene“.

Ebenfalls zu empfehlen: „Fragenbär Vorschule – Spielend Mathe lernen mit den kleinen Geistern“ vom Spielend Lernen Verlag (19,95 Euro)

Fragenbaer Vorschule

Die wunderschöne, plastische Grafik ist geradezu kinotauglich, was aber eher die Erwachsenen als das Testkind beeindruckt und manchmal für ein kurzes Hängenbleiben der Software sorgt. Die meisten der immerhin zehn verschiedenen Übungen faszinieren durch ihren phantasiereichen Sinnzusammenhang. So staunt das Kind zum Beispiel über die Schültütenabfüllmaschine. Allerdings braucht der kleine PC-Einsteiger anfangs noch Hilfe, um den recht komplexen „Versuchsaufbau“, die Buttons und die Erklärungen zu verstehen. Zumal die Übungen durchaus nicht nur einfache, sondern auch mittlere und schwere Einzelaufgaben enthalten und mit zehn Durchgängen pro Übung schon recht viel Konzentrationsfähigkeit verlangt wird. Schönes i-Tüpfelchen: Am Ende eines Spieldurchgangs gibt’s eine Urkunde zum Ausdrucken, die unser Vorschüler stolz ausmalt.

Abwechslungsreiches Familienspiel ab 6 Jahre: „Frag doch mal… Das Maus-Quiz für die ganze Familie“ von Emme (24,99 Euro)

Frag doch mal

In diesem Spiel wird per Tastendruck gewürfelt und auf einem Spielplan gezogen. Die Spielfelder halten Aufgaben bereit, unter anderem Quizfragen und Minispiele. Trotz der Altersempfehlung ab sechs kann das fünfjährige Testkind kann schon gut mithalten. Das liegt daran, dass die Schwierigkeitsstufe der Quizfragen, die Länge der Spielstrecke und die Menge der „Aktionskarten“ vorher bestimmt werden kann. Leichte Quizfragen wie „Der wievielte Buchstabe im ABC ist das M?“ oder „Wie heißt der Ring mit dem Netz, in den man den Basketball wirft?“ kann das Testkind auch schon beantworten, zumal immer vier Antwortmöglichkeiten vorgegeben sind. So hat der kleine Spieler, selbst wenn er bei einer Frage nur raten kann, immer das befriedigende Gefühl, mitgemacht zu haben. Die 60 Sekunden Zeit zum Antworten sind lang genug, um keinen Druck entstehen zu lassen. Auch beim Erdbeeren Sammeln und alte Schuhe Angeln in den Minispielen hat das Testkind seinen Spaß. Alles in allem ein abwechslungsreiches Spiel, das auch mit der ganzen Familie gespielt werden kann und bei dem es immer wieder viel Neues zu entdecken gibt.

Familienspiel ohne Altersbeschränkung: „Halli Galli“ von Emme (9,99 Euro)

Halli Galli

Als Kartenspiel dürfte Halli Galli vielen Kindern bekannt sein: Wer als erster auf die Klingel drückt, wenn auf den Karten eine bestimmte Anzahl gleicher Obststücke zu sehen ist, bekommt Punkte. Kinder, die das Kartenspiel kennen, haben kein Problem, die PC-Version zu verstehen. Hier deckt eben der PC die Karten auf und statt auf die Klingel drücken die Spieler auf einen Drucktaster. Damit Vorschüler eine faire Chance gegen große Geschwister oder Eltern haben, kann ein Handicap eingestellt werden. Das Kartenspiel bleibt die kommunikativere Variante, aber auch beim PC-Halli Galli entsteht ein lustiges Miteinander. Allerdings geht es dort hektischer zu, denn der PC deckt die Karten gnadenlos schnell hintereinander auf. Das erfordert ganz schön Konzentration. Andererseits bleibt die Aufgabe ja immer dieselbe: Zähle fünf gleiche Obststücke ab. Vorschüler, die schon ein bisschen rechnen geübt haben und sich merken können, dass drei plus zwei, vier plus eins oder eine Fünferkarte gewinnt, kommen zwei, drei Runden lang gut klar. Dann sollte aber auch Schluss sein. Außer der klassischen Spielversion bietet die CD-Rom verschiedene Sonderkarten und Reaktionsspiele, die für Vorschüler jedoch nicht geeignet sind.

Eher nicht für Vorschüler geeignet: „Englisch mit Hexe Huckla – The Magic-CD-Rom“ von Langenscheidt (ca. 30 Euro)

Englisch mit Hexe Huckla

Es dauert etwas, bis die Vorgeschichte abgehandelt ist, aber dann sind die Hexenfreundinnen Witchy und Huckla endlich in Witchbury angekommen und können an verschiedenen Stationen mit dem Englischlernen loslegen. Das heißt in jeder neuen Szene erstmal: Gegenstand anklicken, englische Vokabel anhören, zusätzliche Erklärungen zum Gegenstand anhören, nächsten Gegenstand anklicken. Erst nachdem sich das Kind auf diese Weise durch ein übervolles Bild gearbeitet hat, geht es zur Mitmachübung. Die Übungen steigen gleich auf einem höheren Schwierigkeitslevel ein – mit vielen Lernvokabeln, wenig Gelegenheit zum Üben und Wiederholen und zum Teil mit seltsamem Konzept. Da insgesamt sehr viel geredet und sehr viel Konzentrationsfähigkeit, Geduld, Wissensdurst sowie ein gutes Gedächtnis verlangt wird, können ältere Grundschüler wohl mehr mit dieser Software anfangen, obwohl sie laut Altersempfehlung schon für Vorschüler konzipiert ist.

Nicht für Vorschüler geeignet: „Englisch mit Felix – Eine abenteuerliche Sprachreise“ von Langenscheidt (je nach Anbieter 25-30 Euro)

Englisch mit Felix

Bei dieser Software handelt es sich nicht um die klassische Sammlung von Übungen, sondern um ein Adventure-Spiel, bei dem sich das Kind per Mausklick durch eine virtuelle Welt bewegt. Die Rahmenhandlung, die zwischen dem Mädchen Sophie in der Heimat, dem Hasen Felix auf Reisen durch alle englischsprachigen Teile der Welt und Erinnerungssequenzen stattfindet, verlangt ein komplexes Vorstellungsvermögen und überfordert unser Vorschulkind. Die Übungen sind in die Rahmenhandlung integriert, was es dem Fünfjährigen schwer macht, sich darauf zu konzentrieren. Auch die zu lernenden Vokabeln sind eher etwas für Fortgeschrittene. Der lobenswerte Versuch, ausführliche Infos über Länder und Leute unterzubringen, gerät leider zu belehrend und zu wenig interaktiv. Trotz Altersempfehlung für Vorschüler dürften ältere Grundschüler besser mit dieser Software zurechtkommen, wenn sie schon ein wenig Vorwissen über England mitbringen und sich mit dem typischen Anklicken und Weiterverwerten von Gegenständen in einem Adventure-Spiel auskennen.


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