Tipps für Eltern
So sind Geschenke wirklich ein Segen
Glänzende Kinderaugen beim Auspacken der Weihnachtsgeschenke, auf diesen Moment freuen sich wohl alle Eltern. Damit der Geschenkesegen nicht zur Geschenkeflut wird, gibt es hier wertvolle Tipps rund ums Schenken für Eltern und einen kleinen Geschenke-Knigge für wohlgemeinte Gaben.
Warum wir schenken
Jedes Jahr das gleiche Spiel: spätestens, wenn das erste Tannengrün in den Innenstädten auftaucht, zieht es die Menschen in die Läden und Kaufhäuser. Und wir Eltern zermartern uns schon seit Mitte November die Köpfe darüber, was wir unseren Kindern denn dieses Jahr unter den Weihnachtsbaum legen könnten.
Wissenschaftler haben herausgefunden, dass der Ursprung des Schenkens in einem Austausch von Gaben liegt. Viele Kulturen haben ein fein ausgeklügeltes System des Gabenverteilens. Denn durch das Schenken werden soziale Beziehungen verankert. Stichwort Staatsgeschenke: Egal wie arm ein Land ist, kein Politiker geht auf Staatsbesuch, ohne mindestens ein möglichst wuchtiges, repräsentativ wirkendes Präsent im Gepäck zu haben. Und manchmal übergibt der Gastgeber ein Gegengeschenk. Dass diese - sagen wir's ehrlich - völlig nutzlosen Gaben meist den Rest ihrer Tage in Archiven oder städtischen Schatzkammern verdämmern, ist gleichgültig.
Schenken ist ein selbstloser Akt
Bei Geschenken, die im privaten Leben ausgetauscht werden, ist es anders. Der Freiburger Volkskundler Andreas Kuntz meint, dass damit beim Beschenkten die physische Präsenz des Gebers eingepflanzt werde: „Die Gaben stehen wie Totempfähle in den Wohnungen und werden dazu benutzt, um Macht und Erinnerungszwang auszuüben.“
Kennen wir das nicht irgendwoher? Als ich zehn Jahre alt war, bekam ich von meiner Patentante Helga ein grässliches, giftgrünes Halstuch geschenkt. „Grün ist doch deine Lieblingsfarbe“, meinte Tante Helga und band mir das grüne Ding gleich um den Hals. Ich sah schrecklich aus, das grelle Grün machte meine ohnehin schon helle Haut noch blasser. Bei jedem Treffen mit Tante Helga fragte sie nach dem grünen Tuch. Ich musste es jedes Mal tragen – und war todunglücklich.
All dessen war sich Tante Helga wie jeder andere Mensch, der Geschenke macht, natürlich nicht bewusst. Denn eigentlich ist der Akt des Schenkens an sich ein selbstloser, uneigennütziger.

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