Taufe

Taufe: die Aufnahme in eine Glaubensgemeinschaft

Die Geburt eines Kindes ist ein wunderbares Ereignis: Ein neuer Erdenbürger ist da und soll feierlich begrüßt werden. Im christlich-abendländischen Kulturkreis wird zu diesem Zweck traditionell das Sakrament der Taufe vollzogen. Bei urbia erfahren Sie alles Nötige, damit es ein unvergessliches Erlebnis für die ganze Familie wird.

Mit der kirchlichen Taufe wird das Kind in die Glaubensgemeinschaft aufgenommen und erhält seinen Namen. Heute werden vor allem Neugeborene getauft, wobei ihnen der Priester drei Mal geweihtes Taufwasser aus dem Taufbecken über die Stirn gießt. Dieser Vorgang wurde im sechsten Jahrhundert nach Christus eingeführt und verdrängte die bis dahin geläufige Prozedur der Erwachsenentaufe, bei der der Täufling vollständig unter Wasser getaucht wurde. So ist der Begriff „taufen“ das altdeutsche Beziehungswort zu „tief“ und bedeutet „in die Tiefe bringen, untertauchen“. Noch bis vor wenigen Jahrzehnten war es selbstverständlich, dass ein Neugeborenes getauft wurde – und zwar so schnell wie möglich, damit ihm im Falle eines frühzeitigen Todes der Eintritt ins Paradies nicht verwehrt würde. Heute entscheiden sich immer mehr Eltern gegen eine kirchliche Tauffeier: Wurden 1990 noch insgesamt 585.125 Kinder im evangelischen und katholischen Glauben getauft, waren es 2012 nur noch 354.101. Viele Eltern möchten ihrem Kind selbst die Wahl überlassen, ob es einer Religion beitreten will. Wenn Eltern sich aber für das Ritual der Taufe entschließen, haben sie im Vorfeld häufig viele Fragen.

Wann erfolgt die Taufe?

Die Frage nach dem optimalen Zeitpunkt für die Taufe kann nicht pauschal beantwortet werden. Meistens lassen Eltern ihr Kind zwischen dem dritten und dem sechsten Lebensmonat taufen. Doch auch zu jedem späteren Zeitpunkt kann die Taufe vorgenommen werden. Einige Eltern möchten ihr Kind ganz bewusst nicht im Babyalter taufen, da sie ihm die Entscheidung für oder gegen eine Taufe selbst überlassen wollen. Ältere Kinder verstehen die Bedeutung des Sakraments und nehmen den Vorgang bewusster wahr. Grundsätzlich ist es für eine Taufe nie zu spät – auch Erwachsenentaufen sind auf Wunsch möglich.

In welcher Konfession soll das Kind getauft werden?

Gehört ein Elternpaar derselben Glaubensrichtung an, fällt die Entscheidung, in welcher Konfession das Kind getauft werden soll, leicht. Wenn die Eltern jedoch verschiedenen Konfessionen angehören, sollten beide in einem Gespräch klären, in welcher Kirche ihr Baby die Taufe empfangen soll. Es ist wichtig zu berücksichtigen, wer wie tief in seiner Religion verwurzelt ist und wem die christliche Erziehung des Kindes mehr am Herzen liegt. Eine kirchliche Taufe ist nur dann möglich, wenn einer der Eltern Mitglied der christlichen Kirche ist. Sind beide ausgetreten, können sie ihr Kind erst nach einem Wiedereintritt taufen lassen, der grundsätzlich immer möglich ist. Die Taufe ist ein Bekenntnis zu einer Religion und kann darum nicht im ökumenischen Rahmen erfolgen. Dennoch kann der Täufling später seine Konfession ändern, denn in erster Linie benennt das Ritual ihn als Christ.

Wer kann Taufpate werden?

Baby Taufe Pate
Foto: © iStockphoto.com/ SilviaJansen
Während der Taufzeremonie besteht die  Aufgabe des Taufpaten darin, sein Patenkind festzuhalten, wenn es mit dem Taufwasser besprenkelt wird. Im tieferen Sinn übernimmt er damit die Aufgabe, für das Patenkind eine wichtige Bezugsperson zu sein und ihm auf seinem Lebensweg zusätzlichen Halt zu geben. „Pate” kommt von „pater spiritualis” und bedeutet „Vater im Geist“. Ähnlich wie die Eltern soll auch der Pate die persönliche Entwicklung des Kindes als Vertrauensperson begleiten. Die ursprüngliche Pflicht der Taufpaten, beim frühen Tod der Eltern die Fürsorgepflicht für das Kind zu übernehmen, gilt heute nur noch, wenn die Eltern das durch ein Testament ausdrücklich veranlassen. Für die Taufe muss mindestens ein Taufpate gefunden werden. Nach katholischem Recht sind bis zu zwei Paten erlaubt, in der evangelischen Kirche sind nach oben keine Grenzen gesetzt. Häufig entscheiden sich Eltern für zwei Taufpaten. Mit dem Amt des Taufpaten sind einige Bedingungen verknüpft: Der Kandidat muss ein Mindestalter von 16 Jahren haben. Er muss selbst getauft und konfirmiert oder firmiert sowie Mitglied der christlichen Kirche sein. Die katholische Kirche akzeptiert nur römisch-katholische Paten, evangelische Pastoren sind ein wenig liberaler – hier darf auch ein Christ anderer Konfession die Patenschaft übernehmen.

Welches Taufgeschenk eignet sich am besten?

Zu den Klassikern unter den Taufgeschenken zählt die Halskette mit Kreuz-Anhänger, ein Rosenkranz oder eine Taufkerze. Auch Kindergebetswürfel oder schön illustrierte Kinderbibeln sind ein angemessenes Geschenk. Da ein Baby seine eigene Taufe noch nicht bewusst wahrnimmt, sind als Taufgeschenk vor allem Dinge geeignet, die ihm diesen besonderen Tag später nahe bringen. Ein Taufalbum, das der Täufling im Laufe seines Lebens immer wieder anschauen kann, ist eine schöne Erinnerung. Wer mit Präsenten von religiösem Charakter nicht viel anfangen kann, macht mit  Spielzeug oder Kleidung als Taufgeschenk nie etwas falsch. Viele Taufpaten legen für den Täufling ein Sparbuch an, auf das sie zum Jahrestag der Taufe oder zum Geburtstag einen Geldbetrag einzahlen. Das Kind kann über das Sparbuch mit Erlangen der Volljährigkeit dann selbst verfügen. Gemäß dem christlichen Grundsatz der Nächstenliebe ist es beim Taufgeschenk vor allem wichtig, dass es von Herzen kommt.

Die Tauffeier

Die zentrale Zeremonie des Taufgottesdienstes läuft sowohl in der katholischen als auch in der evangelischen Kirche gleich ab. Der Pastor gießt drei Mal Wasser über die Stirn des Kindes und spricht dabei die Worte: „(Name des Kindes), ich taufe dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.“ Danach vergibt er den Segen, die gesamte Gemeinde spricht das Glaubensbekenntnis und die Angehörigen tragen Fürbittengebete vor. Auch das „Vaterunser“ gehört bei beiden Kirchen dazu. Ob die Taufe im Anschluss an den Gottesdienst mit einer großen Feier in einem gemieteten Saal zelebriert wird oder zu Hause stattfindet – wichtig ist es, dabei zu berücksichtigen, dass die eingeladenen Kinder genügend Platz zum Spielen haben. Eine gute Möglichkeit dafür ist zum Beispiel der Pfarrsaal der Gemeinde. Viele Pfarrgemeinden vermieten ihre Räumlichkeiten für Familienfeiern. Die folgende kleine Checkliste kann bei der Organisation und der Vorbereitung der Tauffeier behilflich sein:

  • Sind genug Tische und Stühle vorhanden?
  • Lassen sich die Tische zu einer langen Tafel zusammenschieben?
  • Wo kann man das Büffet aufbauen?
  • Kann man Geschirr und Besteck ausleihen und eine Spülmaschine benutzen?
  • Steht ein Kühlschrank zur Verfügung?
  • Bis wann muss alles wieder abgebaut sein?
  • Übernehmen Reinigungskräfte im Anschluss die Aufräumarbeiten?

Wie die Feier im Einzelnen aussieht und wie viel Platz der religiöse Aspekt dabei einnimmt, bleibt jeder  Familie selbst überlassen. Im Mittelpunkt steht das Willkommenheißen eines neuen Erdenbürgers und dessen Aufnahme in die Gemeinde.


Seitenanfang