Medikamente, Impfungen, Krankenversicherung

Urlaub: Vorbereitung für den Krankheitsfall

Ein Urlaub mit (Klein-)Kind oder Baby braucht ein bisschen mehr Vorbereitung: Dazu gehört der Check des Impfstatus', eine gut ausgestattete Reiseapotheke, die richtige Krankenversicherung und ein paar Vorkehrungen für den Krankheitsfall.

Autor: Heike Byn
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Reiseapotheke: Wichtige Medikamente ins Handgepäck

Kind gesund Urlaub
Foto: © colourbox

Gute Vorbereitung ist das A und O auf Reisen mit Kindern. Das gilt erst recht für die Ausstattung der Reiseapotheke, die im Notfall gute Dienste leisten soll. Grundsätzlich gilt hier: In jede Reiseapotheke gehören alle Medikamente, die regelmäßig eingenommen werden. Wenn nötig, besorgt man sich vor der Reise beim Arzt noch den nötigen Nachschub.

Wer mit Kindern unterwegs ist, sollte die folgenden Meidkamente am besten im Handgepäck dabei haben:

  • Hustensaft
  • Fieberthermometer 
  • fiebersenkende Säfte oder Zäpfchen
  • Mittel gegen Allergien
  • Nasenspray für verstopfte Nasen während des Flugs
  • Mittel gegen Reiseübelkeit
  • Kaugummi gegen den Höhendruck im Flieger
  • Pflaster
  • Durchfallmittel.

Wer mit Kindern eine Fernreise unternimmt, sollte darauf auch seine Medikamentenauswahl abstimmen: Ein wirksamer Mückenschutz ist hier genauso wichtig wie Desinfektionsmittel und evtentuell sogar Tabletten zur Trinkwasseraufbereitung.

Tipps vom Kinderarzt: Reiseapotheke für den Urlaub mit Kindern

Impfschutz: Welche Impfung ist für den Urlaub nötig?

Spätestens sechs Wochen vor jeder Reise sollten Sie Ihren eigenen und den Impfschutz Ihrer Kinder überprüfen lassen. Kontrollieren Sie, ob alle Familienmitglieder ausreichend vor Tetanus oder Kinderkrankheiten wie Diphtherie, Keuchhusten und Kinderlähmung geschützt sind oder Auffrischungsimpfungen benötigen. Wenn Sie Europa verlassen, sind möglicherweise weitere Impfungen und/oder eine Malariaprophylaxe erforderlich. Welche Länder welche Impfungen für die Einreise verlangen und welche Impfungen die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, ändert sich ständig. Die jeweils aktuellen Empfehlungen können Sie beim Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg erfahren.

Aber nicht nur wer in die Tropen fährt, muss ans vorsorgliche Impfen denken, sondern auch die, die Reisen in beliebte Urlaubsländer unternehmen - oder innerhalb Deutschlands unterwegs sind. Schließlich gibt es einige Krankheiten, die gefährliche Folgen haben können:

  • FSME: Die so genannte Frühsommer-Meningo-Enzephalitis ist eine durch Zecken übertragene Virusinfektion, die in vielen gemäßigten Klimazonen Europas (mittlerweile auch in einigen Teilen Deutschlands) vorkommt. Die Infektion löst eine Hirnhautentzündung aus und kann sogar tödlich enden. Anders als bei der auch durch Zeckenbiss ausgelösten Borreliose, kann eine FSME nicht mit Antibiotika behandelt werden. Ist die Erkrankung einmal ausgebrochen, kann der Arzt nur noch versuchen, die Symptome zu lindern. Wer seinen Urlaub in FSME-Risikogebieten plant, sollte sich nach Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) zuvor gegen FSME impfen lassen - für Kinder wird das ab dem 3. Lebensjahr empfohlen. Beim RKI gibt es auch eine Landkarte über die aktuelle ausgewiesenen Risikogebiete.
  • Hepatitis A: Ist die wichtigste von der Ständigen Impfkommission empfohlene Reise-Impfung, zugelassen für Kinder ab einem Jahr. In jedem tropischen und subtropischen Land besteht prinzipiell ein Risiko, an Hepatitis A zu erkranken. Der Erreger wird über Lebensmittel und Getränke übertragen. Zwei Impfungen im Abstand von sechs bis 18 Monaten sind nötig, der Schutz tritt bereits zwei Wochen nach der Erstimpfung ein.
  • Tollwut: Die gefürchtete Krankheit kommt heute fast nur noch in Entwicklungsländern vor, wo sie meist von streunenden Hunden übertragen wird. Schon ein Kratzer oder Speichel genügen für eine Ansteckung. Geimpft wird dreimal innerhalb eines Monats, eine Wiederholung ist nach ein bis zwei Jahren nötig. Kinder können übrigens in jedem Alter gegen Tollwut geimpft werden.
  • Influenza: Speziell in der typischen Grippesaison und bei langen Reisen zusammen mit vielen Menschen (z.B. auf Kreuzfahrtschiffen oder in Reisegruppen) kann eine Impfung gegen Grippe für solche Kinder sinnvoll sein, die bereits unter chronischen Krankheiten leiden. Grundsätzlich ist eine Grippe-Impfung für Kinder ab drei Jahren möglich.

Übrigens: Fast jede gesetzliche Krankenkasse übernimmt für Reise-Impfungen die Kosten. Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse rechtzeitig nach! Auskunft über nötige Impfungen finden Sie auch in unserem Service Impfkalender.

Gesetzliche oder private Reisekrankenversicherung?

Wer innerhalb Deutschlands verreist, braucht nur seine Krankenversicherungskarte mitzunehmen. Bei Reisen innerhalb der EU reicht die Karte zur Vorlage beim Arzt oder im Krankenhaus ebenfalls. Außerdem hat die Bundesrepublik noch mit zahlreichen weiteren Ländern Abkommen zur Krankenversicherung von Reisenden abgeschlossen, genaue Informationen gibt es dazu beim Bundesministerium für Gesundheit - oder Sie fragen bei Ihrer Krankenkasse vor dem Urlaub nach.

Für eine Reise außerhalb Europas oder in Länderrn, die dem Versicherungsabkommen nicht beigetreten sind, ist es sinnvoll, eine private Auslandsreisekrankenversicherung abzuschließen. Die kommt nicht nur für alle Behandlungskosten auf, sondern übernimmt auch einen eventuellen Rücktransport. Eine solche private Reisekrankenversicherung zahlt übrigens auch die Kosten, die bei der Behandlung von Privatärzten oder privaten Krankenhäusern anfallen - die werden nämlich von der gesetzlichen Krankenversicherung grundsätzlich nicht übernommen und müssen zunächst  selbst getragen werden. Auch für privat Versicherte wird eine solche Zusatzversicherung manchmal empfohlen, weil hier häufig der Versicherungsschutz nicht ausreicht. Weitere Informationen zum Abschluss von geeigneten Reisekrankenversicherungen gibt zum Beispiel die Verbraucherzentrale.

 

Im Urlaub mit dem Kind zum Arzt

Wenn Kinder im Urlaub krank werden, handelt es sich dabei meist um kleine Verletzungen, Erkältungen oder Magen- und Darmbeschwerden wegen der ungewohnten Kost. Geht es dem Kind aber auch nach zwei Tagen nicht besser oder leidet es unter stärkeren Schmerzen und Beschwerden, muss man einen Arzt aufsuchen. Im Hotel, beim Reiseveranstalter oder im örtlichen Touristenbüro bekommt man Telefonnummern und Adressen von Ärzten in der Nähe. Hat man eine private Auslandsreisekrankenversicherung abgeschlossen, ruft man die dortige Notfall-Hotline an. Die Mitarbeiter helfen dann unkompliziert und schnell bei der Arztsuche und der Abwicklung von Formalitäten weiter. Am besten sucht man nach einem Arzt, der Deutsch oder zumindest Englisch spricht. Gibt es keinen vor Ort, kann vielleicht die Reiseleitung oder ein Hotelmitarbeiter helfen.

Wichtig: Die gesetzliche Krankenversicherung bezahlt notwendige Behandlungskosten im europäischen Ausland nur dann, wenn ein öffentlicher Gesundheitsversorger die Behandlung vornimmt. Die Kosten von Privatärzten muss man auf jeden Fall zunächst selbst tragen und kann sie sich dann nach der Heimkehr von der Krankenkasse erstatten lassen (allerdings nur bis zur Höhe der Gebührensätze für gesetzlich Versicherte). 

Notfall-Liste für Arzt und Krankenhaus im Ausland

Wer auf Nummer sicher gehen will - vor allem, wenn man die Sprache des Urlaubslandes nicht beherrscht -, sucht sich am besten schon vor dem Urlaub wichtige Adressen und Kontakte für den Fall der Fälle zusammen, speichert sie im Handy und druckt sie auch zum Aufbewahren im Gepäck aus:

  • Telefonnummern der eigenen Krankenkasse und des Anbieters der Auslandsreisekrankenversicherung
  • Adressen, Öffnungszeiten und Telefonnummern der nächsten (Kinder-)Ärzte und Krankenhäuser am Reiseziel
  • Telefonnummern von Ambulanz/Feuerwehr am Urlaubsort (über die Notfallnummer 112 kann man in der gesamten EU Polzei, Feuerwehr und Rettungsdienst rufen, auch mit dem Handy)
  • Für den Notfall und Reisen außerhalb Europas: die Telefonnummer und Adresse der Deutschen Botschaft am Reiseziel. Noch zuhause kann man sich auf der Website des Auswärtigen Amtes über Reisesicherheit und Impfempfehlungen informieren, sie enthält auch Hinweise zum Gesundheitswesen von Ländern

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Grundsätzlich gilt: In die Reiseapothke gehören alle Medikamente 


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