Ausflug in ein Erlebnis-Museum

Die Kinder-Akademie in Fulda

In der Kinder-Akademie in Fulda können die Kleinen auf Entdeckungstour gehen: Denn das ist kein langweiliges Museum, es gibt viel Platz für Experimente.

Autor: Ute Kallenbach
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Akademie mit Herz für Kinder

Begehbares Herz KinderAkademieFulda
Foto: © Fotodesign Walter M. Rammler

Ein bisschen unheimlich, eng und schummrig wie in einer Höhle ist es innen drin im Herz. Aber mit dem runden roten Kissen lässt es sich toll durchrutschen und dann wieder rausklettern - aus dem fünf Meter hohen Herzen in der Kinder-Akademie Fulda.

Wieso eigentlich Akademie? Weil sich hier die Kinder nicht wie in anderen Museen die Stupsnasen an Vitrinen platt drücken müssen. Statt dessen dürfen kleine und große Besucher nach Herzenslust alles anfassen, spielen und experimentieren und eben auch als rotes Blutkörperchen eine kleine Reise durch die Herzkammern antreten.

Im wahrsten Sinne des Wortes gibt es hier vieles zu be-greifen, denn die Kinder-Akademie ist ein Erlebnis-Museum. Und ganz nebenbei können alle Besucher auch noch eine Menge lernen - eben wie in einer Akademie.

Spielplatz, Physiksaal und Forschergeist im Mix

Normalerweise werden in einem Museum Gegenstände für die Nachwelt gesammelt und aufbewahrt - und meistens in Glasvitrinen gesteckt. Vitrinen gibt es hier auch, aber eher wenig, denn Kindern sind sie meist zu langweilig.

Die Kinder-Akademie will Kindern Raum geben, selbst zu spielen und zu gestalten. Sie zeigt Verblüffendes aus Kunst, Naturwissenschaft und Technik: Da gibt es zum Beispiel ein Foucaultsches Pendel, das beweist, dass die Erde sich dreht. Und mit einem Flaschenzug kann jede(r) Mutige sich einmal selbst in die Höhe ziehen und spüren wie mit einfachen Mitteln schwere Lasten gehoben werden können.

Weniger Mutige dürfen über 10 Meter hinweg den Freunden mittels Parabolspiegel etwas zuflüstern. Oder sie finden Spaß daran, sich nach Herzenslust zu verkleiden und über einen echten Laufsteg zu stolzieren. Und die jüngeren Besucher vergnügen sich beim Rollenspiel im Kaufmannsladen.

Eine Führung durch das Herz

Eine ganz besondere Attraktion im Museum ist das Herz, das man von innen erkunden kann: das "Begehbare Herz". Gestaltet wurde es nach der Idee von Helen Bonzel in Kooperation mit dem Deutschen Hygiene-Museum, Dresden. Es gilt als einzigartig in Europa und eignet sich sogar für medizinische Fortbildungsveranstaltungen.

Wer sich einmal wie ein rotes Blutkörperchen auf den Weg durch das fünf Meter hohe Herz machen möchte, kann hier - ausgestattet mit einem roten Kissen als Hilfsmittel - den Blutkreislauf erforschen. Da kommen viele kleine und große Besucher außer Atem und spüren das eigene Herz bubbern. Das kann auch jeder bei sich selbst oder einem Freund mit Hilfe eines echten Stethoskops anhören.

Für Kinder ab acht Jahren und Erwachsene vermittelt das "Begehbare Herz" spielerisch die Anatomie des Herzens. Eine spannende Führung lässt die Besucher die Bedeutung des Herzens als Motor des Lebens an sich selbst erfahren. Nebenbei erfahren die Kinder auch, warum das Herz in Wirklichkeit nicht wie ein Lebkuchen aussieht, aber schon mal in die Hose rutschen kann...

Zuerst das Ei und dann die Henne

Immer um die Osterzeit wird es in der Akademie noch lebendiger als sonst: Dann gibt es zum Beispiel Sonderausstellungen zu den Themen "Vom Ei zum Küken", in der Kinder beobachten können, wie lebendige Küken die Eischale durchbrechen und ausschlüpfen. Die kleinen flauschigen Hühnchen werden von den Kids gerne einmal in die Hand genommen.

Oder die Kinder können in der Ausstellung "Hasenspuren – von Hasen und Osterhasen" (1. März – 18. April 2010) die Natur- und Kulturgeschichte des Hasen erfahren und den Feldhasen, seine Lebensweise und seinen Lebensraum kennen lernen, ihn vom Kaninchen unterscheiden und den Zusammenhang zwischen dem Hasen und dem Osterfest verstehen lernen. Eine besondere Überraschung wartet im Kaninchenhaus. Dort leben die zahmen Verwandten des Feldhasen.

Forschend Lernen

Neben den Ausstellungen bietet die Akademie regelmäßig viele weitere Angebote wie Workshops, Erfinder- und Experimentier-Clubs und eine Kunstschule. Unter fachlicher Anleitung von Künstlern, Designern oder Handwerkern können sich Kinder den Naturwissenschaften, Theater, Kunst und Musik nähern.

Da gibt es beispielsweise den Workshop "Verflixt und zugenäht", der zeigt, wie der Faden durch das Nadelöhr und der Knopf an die Hose kommt. In einem Erfinderclub dreht sich alles um fantastische Wasserkonstruktionen und abenteuerliche Brunnen. Begabung fördern will die Kunstschule ebenso wie Spaß am Zeichnen und Malen vermitteln.

Ein amerikanischer Traum

Mit der Kinder-Akademie erfüllte sich die Museumsgründerin Helen Bonzel einen Traum: Die Idee vom Kindermuseum brachte sie von einem einjährigen Aufenthalt aus den USA mit. Der Traum, auch in Deutschland etwas ähnliches zu verwirklichen, ließ sie nicht ruhen, bis sie 1991 mit ihrem Mann in einem ehemaligen Industriegebäude in Fulda (Hessen) die Kinder-Akademie ins Leben rufen konnte.

Viel ehrenamtliches Engagement, private finanzielle Investitionen und eine Menge Umbauarbeiten ließen ihren Traum schließlich wahr werden. Seit 1994 sind auf 2000 Quadratmetern Fläche Ausstellungen, Werkräume, eine internationale Kinderbibliothek und die Verwaltung untergebracht - selbstverständlich behindertengerecht gestaltet.

Was war noch mal ein Museum?

Und nebenbei erfahren alle, die es wissen wollen, auch noch was ein Museum ist: Ein Museum ist dort, wo Tigerenten hinter Glas ausgestellt werden. Und kein Museum ist es dann, wenn alle die Tigerente anfassen können und sie mit der Zeit ganz abgenutzt ist. Und weil hier alles angefasst werden darf, heißt es eben "Akademie".

Infos:

Kinder-Akademie Fulda
Mehlerstr. 4, 36043 Fulda
Tel.: 0661/90273
Fax: 0661/90273-25
Web: http://www.kaf.de
E-Mail: info@kaf.de



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