Ein Besuch auf Naturgut Ophoven

Eine Reise durch die Steckdose

Eine Reise durch die Steckdose und das Aufspüren von Powerklauern stehen in der "EnergieStadt" auf Naturgut Ophoven auf dem Programm. Eine Umwelterlebnisausstellung für alle.

Autor: Constanze Nieder
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Umwelt-Erlebnisausstellung spricht junge Energie-Spardetektive an

Natur Gut Ophoven Energiestadt
Foto: © Naturgut Ophoven, Holger Schmidt

"Puh, geschafft" – die 14-Jährige steigt etwas außer Atem von einem der drei Stepper in diesem Raum. "Ich hab wieder 2000 Powerpoints", ruft sie ihren Mitschülern zu und hält den aufgeladenen Stecker in die Luft. Jetzt kann sie mit ihm wieder wahlweise den Fön, das Radio, den Computer, den Ventilator oder andere elektrische Geräte in Gang setzen. Aber lange geht das nicht – schließlich ist der Energievorrat begrenzt. Die Waschmaschine ist schnell als der "Powerklauer" Nummer eins erkannt.

Zu spät: Jetzt ist wieder der Einsatz auf dem Trimmgerät gefragt, um eigenständig Strom zu erzeugen. Und das ist anstrengend, sehr anstrengend, finden die Siebtklässler einer Leichlinger Schule. Zusammen mit ihren Lehrern sind die Jugendlichen an diesem Vormittag zu Gast in der "EnergieStadt" auf dem NaturGut Ophoven in Leverkusen. Den Powerklauern auf die Schliche zu kommen und damit vor allem schon bei Kindern und Jugendlichen für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Energie zu werben, ist ein Anliegen dieser Umwelt-Erlebnisausstellung , die im Sommer 2000 als dezentrales Projekt der Weltausstellung EXPO eröffnet wurde. Seitdem hat die Ausstellung einige Tausend Kinder, Jugendliche und Erwachsene ins Staunen und Schwitzen gebracht. Ute Pfeiffer-Frohnert, Ausstellungsleiterin, rechnet ungefähr mit 40.000 Besuchern pro Jahr. In den nächsten Monaten wird die Ausstellung noch um ein weiteres Thema bereichert: Dann wird es darum gehen, wie das Wohnumfeld lebensfreundlich gestaltet werden kann.

Experimentieren ist erwünscht

"Um der Energie auf die Spur zu kommen, müssen wir durch eine Steckdose reisen", macht Umweltpädagoge Holger Geisler die Jugendliche neugierig auf den Ausstellungsrundgang. Zuvor stellt er der Gruppe noch Conni, den Vogel Zipp und das Auto Beule vor, die symbolisch für die Bereiche Mensch, Natur und Technik stehen. Wie die drei gut miteinander auskommen können, das möchte der Umweltpädagogen den Kids vermitteln. Da der Erlebniseffekt im Vordergrund steht, beginnt die Ausstellung mit einer Sinneshöhle. Hologramme schärfen den Blick, verschiedene Düfte fordern den Geruchssinn heraus, kalte und warme Luft umwehen die Haut, an der Wand installierte Rohre eignen sich als Musikinstrumente und im Spiegelkabinett kann plötzlich jeder fliegen. Hier ist das Experimentieren nicht nur erlaubt, sondern erwünscht.

"Ohne Energie ist nix los"

Was mag jetzt als nächstes kommen? Erstaunt sind die jungen Besucher, als sie durch Löcher klettern, sich auf einmal in einer überdimensionalen Steckdose und sich selbst in der Rolle als Energiespardetektive befinden. Ausgestattet mit Steckern mit jeweils 2000 Powerpoints müssen sie die Stromfresser unter den elektrischen Geräten finden. Dass "ohne Energie nix los ist", das merken die Kids sehr deutlich als beispielsweise dem Radio der "Saft" ausgeht, obwohl gerade ein cooler Hit läuft.Wer den Song zu Ende hören möchte, der muss selbst aktiv werden und auf dem Trimmgerät den Stecker wieder aufladen. Das Thema Energie ist gar nicht mehr abstrakt. "Die Kinder werden hierdurch angeregt, ihr eigenes Nutzungsverhalten zu überdenken", meint Holger Geisler.

Strom durch Sonne

Ein Computerspiel – untergebracht in einer fünf Meter langen Batterie – zeigt den Kids sehr deutlich, dass die fossilen Energiequellen wie Erdöl, Kohle und Erdgas nicht mehr unendlich zur Verfügung stehen. Energiesparen einerseits und die Nutzung regenerativer Energiequellen wie Wasser, Sonne und Wind andererseits sind angesagt. Im Wintergarten, in den nicht nur im Sommer viel Sonnenlicht hinein scheint, sind Solarspielzeuge aufgebaut. Wenn das Tageslicht nicht ausreicht, dann können die Besucher auch mit Taschenlampen die Flugzeuge und Propeller in Gang setzen.

Reise in der Zeitmaschine

In einem anderen Ausstellungsbereich ermöglichen Sichtfenster den Schülern einen Blick in den scheinbar dahinter liegenden Heizungsraum. Sie lernen so Holzvergaserkessel, Blockheizkraftwerk und moderne Brennwertthermen kennen, mit denen die Gebäude des NaturGut Ophovens beheizt werden. Zum Schluss erwartet die Besucher eine Zeitmaschine. Der außerirdische Assistent T.E.D.I. nimmt die Reisenden mit in die Zukunft, in das Jahr 2184: Die Welt hat sich nach einer ökologischen Kinderrevolution erheblich verändert. Dass das Konzept der Ausstellung aufgeht, zeigen die Reaktionen der Schüler: "Elektrogeräte sollen nicht unnötig laufen", "Kohlekraftwerke belasten die Umwelt" "Man sollte viel mehr die alternativen Energiequellen Sonne, Wind, Wasser nutzen" – die Energiestadt hat auf die Klasse einen starken Eindruck hinterlassen.



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