Was darf mein Kind noch essen?
Ernährung bei Neurodermitis
Die Ernährung spielt bei Neurodermitis eine wichtige Rolle, auch wenn nicht jedes Kind an einer Nahrungsmittelallergie leidet. Verallgemeinerbare Regeln, die der Haut Erleichterung bringen, gibt es jedoch nicht. Das sollten Eltern über gesundes Essen bei Neurodermitis-Kindern wissen.
'Die' Neurodermitis-Diät gibt es nicht
Vegan, Gluten-frei, bloß keine Kuhmilch: Wer das Internet nach Ernährungstipps für Neurodermitiker durchforstet, wird schnell fündig. Wer allerdings auf der Suche nach der einzig wahren Ernährungsstrategie ist, die endlich die ersehnte Linderung für Juckreiz und angegriffene Haut ist, der muss enttäuscht werden.
„Es gibt keine allgemeingültigen Ernährungsempfehlungen oder gar die Neurodermitis-Diät“. fasst der Deutsche Allergie und Asthmabund (DAAB) den derzeitigen Stand der Forschung zusammen.
Trotzdem ist es wichtig, nach der Diagnose Neurodermitis auch die eigene Ernährung auf den Prüfstand zu stellen. Denn Zusammenhänge zwischen bestimmten Nahrungsmitteln und einzelnen Inhaltsstoffen gibt es bei vielen Betroffenen. „Der Zusammenhang zwischen der Erkrankung und dem Verzehr von bestimmten Lebensmitteln ist zwar gesichert, muss allerdings differenziert betrachtet werden“, erklärt Sonja Lämmel, Ernährungswissenschaftlerin beim DAAB. „Nur eine individuelle ausgewogene Ernährung, die auf die Unverträglichkeiten des Einzelnen abgestimmt ist, kann den Verlauf bei einigen Betroffenen positiv beeinflussen.“ Es wäre also falsch, alle Hoffnung auf das Wegslassen eines Nahrungsmittels zu setzen. So konnte zum Beispiel laut DAAB zwischen dem Verzehr des oft verteufelten Zuckers und einer Verschlimmerung der Neurodermitis bisher in keiner Studie ein Zusammenhang hergestellt werden.
Auch Kinderärzte raten von allgemeinen Ernährungsvorschriften ab, denn gerade bei Kindern kann es dann zu Mangelerscheinungen kommen. Wichtig für eine gesunde Haut UND eine gesundmachende Ernährung ist deshalb die individuelle Abklärung von Nahrungsmittelallergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten.
Nahrungsmittelallergien und Pseudo-Allergien bei Neurodermitis
Etwa 30 Prozent der Kinder, die an Neurodermitis leiden, haben auch eine Nahrungsmittelallergie. Meist reagieren sie nur auf ein oder zwei Nahrungsmittel. Am häufigsten sind das Hühnerei, Kuhmilch, Weizen und Soja. Allergie heißt, dass die betroffenen Kinder mit einer übermäßigen Abwehr des Immunsystems gegen eigentlich ungefährliche Stoffe wie eben ein Nahrungsmittel reagieren.
Ähnliche Reaktionen wie diese „echten“ Allergien können auch die so genannten Pseudo-Allergien auslösen. Auch hier kann es zu Hautreaktionen kommen, die im Zusammenhang mit Nahrungsmitteln auftreten. Aber bei Pseudo-Allergien findet keine wirkliche Immunabwehr statt, sondern der Körper schüttet als Reaktion auf bestimmte Stoffe willkürlich Histamin aus. Daher kann eine Pseudo-Allergie nicht mit Allergietests nachgewiesen werden. Typische Stoffe, die eine solche Reaktion auslösen können, sind Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker wie Glutamat oder Säure in Zitrusfrüchten.

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