Sonnenbrand, Insektenstiche & Co

Hausmittel gegen Sommer-Blessuren

Der Sommer hat viele schöne Seiten. Manchmal aber auch unschöne wie Sonnenbrand, Wespenstiche oder aufgeschürfte Knie. Hier können Omas Hausmittel und der eine oder andere Extra-Tipp schnell für Linderung sorgen.

Autor: Dr. Andrea Schmelz
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Mädchen Sonnenhut
Foto: © fotolia.com/ elena kouptsova-vasi

Insektenstiche: Erst mal kühlen

Bienen- und Wespenstiche sind, so lange dein Kind nicht in Mund oder Rachen gestochen wurde oder allergisch darauf reagiert (dann sofort Notarzt rufen!), nur schmerzhaft, aber nicht gefährlich.

  • Hat eine Biene zugestochen und steckt der Stachel noch in der Haut, kratze diesen vorsichtig mit dem Fingernagel heraus. Du kannst ihn natürlich auch mit einer Pinzette herausziehen, sofern eine verfügbar ist. Achte darauf, nicht auf die am Stachel hängende Giftblase zu drücken, damit nicht noch mehr Bienengift in die Haut injiziert wird.
  • Kühle anschließend die Stichstelle. Dadurch ziehen sich die Blutgefäße zusammen und es entsteht keine große Schwellung. Zuhause nimmst du z.B. einen Eiswürfel oder einen Kühlakku aus dem Kühlschrank (nicht ins Gefrierfach geben!), unterwegs z.B. eine gekühlte Getränkeflasche aus der Kühltasche oder du kaufst ein verpacktes Eis – oder besser zwei, damit der kleine Patient auch eines essen kann.
  • Gegen Schmerz und Schwellung hilft eine frisch aufgeschnittene, etwas dickere Zwiebelscheibe. Reibe zunächst ein bis zwei Minuten damit über die Stichstelle und befestige die Zwiebel danach auf dem Stich (z.B. mit einem kleinen Verband). Auch ein kühlender Umschlag mit Essigwasser lindert die Beschwerden.
  • Unterwegs können Spitzwegerichblätter weiterhelfen, die du zwischen den Fingern zerrieben und nach Möglichkeit etwas angefeuchtet hast (notfalls mit Spucke). Oder du hast ein kleines Fläschchen reines Lavendelöl in der Handtasche, von dem du ein paar Tropfen sanft auf dem Stich verteilst.

Was tun, wenn mein Kind gestochen wurde?

Fiese Quallen im Urlaub: Rasierschaum hilft

Quallenverletzungen können sehr schmerzhaft sein. Hole dein Kind sofort aus dem Wasser, da es zu Allgemeinreaktionen kommen kann.

  • Begieße die betroffene Hautstelle als Erstes mit Salzwasser oder Essig. Nimm niemals Süßwasser oder Alkohol und rubbel nicht, da sonst die restlichen Nesselzellen auch noch aufplatzen und die Beschwerden noch schlimmer werden.
  • Zum Entfernen von Tentakelresten eignet sich am besten handelsüblicher Rasierschaum. Ist er getrocknet, kannst du ihn vorsichtig mitsamt den Nesselkapseln abstreifen, etwa mit einer Kreditkarte oder einer Sandschaufel.
  • Danach kühlst du die genesselte Stelle mit Eis (bitte in ein Stofftuch einwickeln).

Splitter oder Stachel: So kriegst du ihn raus

  • Lässt sich der Splitter mit einer Pinzette fassen, ziehst du ihn heraus und desinfizierst die Stelle anschließend, z.B. mit Octenisept® (Desinfektionsmittel, das gut für Kinder geeignet ist, weil es nicht brennt).
  • Bekommst du den Splitter nicht zu fassen, kannst du ein warmes Seifenbad für ca. 15 Minuten machen. Du kannst die betroffene Stelle auch in warmem Olivenöl einweichen bzw. das Öl auf ein Tuch geben und mit einem Verband befestigen. Dadurch wird die Haut weich und der Splitter lässt sich leichter entfernen.

Achtung: Wenn sich die Stelle infiziert (erkennbar an Rötung und Schmerzen), bitte zum Arzt!

Wunden heilen am besten an der Luft: Stimmt nicht!

  • Wenn dein Kind sich das Knie aufgeschlagen oder eine kleine Schnittwunde zugezogen hat, solltest du die Wunde zunächst desinfizieren. Steinchen oder Sand in einer Schürfwunde kannst du mit Leitungs- oder Mineralwasser (möglichst mit Kohlensäure!) abspülen. Größere Steinchen lassen sich auch mit einer Pinzette entfernen.
  • Lasse die Wunde kurz ausbluten und trage dann etwas Heilsalbe auf, z.B. Ringelblumensalbe oder Bepanthen® Wund- und Heilsalbe.
  • Klebe ein atmungsaktives und hautfreundliches Pflaster drauf. Das lässt die Wunde schneller heilen und reduziert die Infektionsgefahr. Das Pflaster mindestens einmal täglich wechseln, falls die Wunde anfangs nässt, sogar zweimal pro Tag.

Spitzwegerich

         Spitzwegerich

Foto: © panthermedia/Joachim Opelka

Wunden heilen mit einem Klecks Heilsalbe und einem Pflaster schneller als an der Luft, weil im feuchten Milieu die körpereigenen Enzyme und Wachstumsfaktoren aktiver sind. Außerdem bildet sich dann kein harter Schorf, der nur die Bildung neuer Haut erschwert.

Noch ein kleiner Tipp, wenn unterwegs Blasen an den Füßen entstehen: Pflücke einige Spitzwegerichblätter und lege sie auf die betroffene Stelle. Das kühlt und lindert die Schmerzen.

Sonnenbrand: Mit Tee und Quark gegen das Brennen

Natürlich solltesst du Sonnenbrand am besten durch ausreichenden Sonnenschutz vorbeugen, doch wenn die Haut spannt und brennt, helfen diese Hausmittel:

  • Als „Erste Hilfe“ kannst du kühle (nicht zu kalte – dein Kind soll nicht frösteln!) Umschläge mit Wasser oder kaltem schwarzem Tee machen. Ist der Oberkörper betroffen, kannst du deinem Kind ein feuchtes T-Shirt anziehen.
  • Ebenfalls kühlend und entzündungshemmend wirken Umschläge mit Buttermilch oder Auflagen mit Quark oder Joghurt (etwas bei Zimmertemperatur stehen lassen, nicht direkt aus dem Kühlschrank).
    Streiche Joghurt oder Quark einige Millimeter dick auf die Haut und lege ein Geschirrtuch aus Leinen darüber. Achtung: Nicht bei Milchallergie anwenden! In diesem Fall weichst du besser auf frische Gurken-, Tomaten- oder Kartoffelscheiben aus, die ebenfalls kühlen und den Schmerz lindern.

Wichtig: Falls die Haut offen ist, dein Kind Fieber oder Kopfweh bekommt, Schwindel oder Übelkeit auftreten, bitte zum Arzt!

Verstauchungen, Beulen und Blutergüsse: Kühlen und Arnica geben

Bei geschlossenen, nicht blutenden Verletzungen wie verstauchten Knöcheln oder geprellten Fingern, gilt grundsätzlich:

  • Kühlen und die verletzte Stelle nach Möglichkeit hoch lagern: So verhinderst du, dass sich eine größere Schwellung bildet. Du kannst unter fließend kaltem Wasser oder mit einem Kühlakku kühlen, notfalls auch mit einem Päckchen Butter aus dem Kühlschrank.
  • Arnica geben: Das homöopathische Mittel Arnica montana (Potenz D6 oder D12) lindert die Schmerzen, stoppt Einblutungen (z.B. bei Beulen) und verhindert eine starke Schwellung. Gib fünf Kügelchen oder eine Tablette, wiederhole diese Gabe nach 10 und 20 Minuten noch einmal.
  • Bei deutlicher Schwellung Umschläge machen (nicht bei offenen Verletzungen!): Sehr wirksam ist z.B. ein Gänseblümchen-Aufguss. Dafür zwei gehäufte Teelöffel getrocknete Blüten mit einem Viertel Liter kochendem Wasser überbrühen und zehn Minuten ziehen lassen. Dann abseihen und abkühlen lassen. Ein Leintuch (Geschirrtuch) in den Aufguss tauchen, leicht auswinden und gut feucht auflegen. Lasse den Umschlag eine Stunde liegen und halte ihn feucht. Alternativ kannst du auch Umschläge mit Essigwasser (einen Teil Essig auf drei Teile kaltes Wasser) oder Arnikatinktur (einen Esslöffel Arnikatinktur auf einen Viertel Liter Wasser) machen. Achtung: Beide sind nicht zur Anwendung im Gesicht geeignet!

Hat dein Kind sehr starke Schmerzen, besteht eine auffällig große Schwellung, weist ein Körperteil eine unnatürliche Stellung auf oder ist dein Kind nach einem Sturz kurz bewusstlos, erbricht es oder wird es schläfrig, gehst du bitte sofort mit ihm zum Arzt!

Ausgeschlagener Zahn: Schnell zum Zahnarzt!

Falls dein Kind beim Roller- oder Fahrradfahren mit dem Mund „gebremst“ und sich dabei einen Zahn ausgeschlagen hat, solltest du erst die Wunde kühlen (z.B. mit einem nasskalten Waschlappen) und dann den Zahn suchen. Unterstützend kannst du Arnica (siehe oben) geben, indem du Tablette oder Kügelchen in die Backentasche legst.

Bitte die Zahnwurzel des ausgeschlagenen Zahns nicht berühren! Gib den Zahn in eine so genannte Zahnrettungsbox (erhältlich in Apotheken), falls du eine zu Hause hast. Andernfalls suche dir ein sauberes, gut verschließbares Gefäß und lege den Zahn in H-Milch ein. Fahre dann mit deinem Kind und dem Zahn sofort zum Zahnarzt. Wenn die Wurzel nicht beschädigt wurde, kann der Zahn wieder in die Lücke eingesetzt werden.

 Wie versorge ich Wunden bei meinem Kind richtig?


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