Krank ist die Gesellschaft?

Der große Streit um ADHS

Um ADHS wird viel gestritten. Krank seien nicht die Kinder, krank sei die Gesellschaft, lautet eine der Positionen. In diesem Artikel geht es um die Argumente der ADHS-Kritiker.

von Petra Fleckenstein
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Kinder mit Schulranzen laufen
Foto: © iStockphoto.com, skynesher

Zahlreiche Kritiker

ADHS hat sich nicht nur zu einem der häufigsten Störungsbilder im Kindes- und Jugendalter entwickelt, die "neue" Krankheit stand und steht auch im Mittelpunkt einer teils erbittert geführten Debatte. Kritiker des in jüngster Zeit immer genauer definierten Krankheitsbilds werfen der Medizin zum Beispiel vor, unliebsame und unbequeme Verhaltensweisen von Kindern einfach zur Krankheit zu erklären und diese dann durch Medikamente bekämpfen zu wollen. Andere erklären die Unruhe und Unkonzentriertheit mancher Kinder als eine vollkommen gesunde Reaktion auf eine kranke Gesellschaft. Und wiederum andere kritisieren die gehirnorganische Erklärung von ADHS und bezweifeln, dass ein Dopaminmangel tatsächlich als Ursache der Störung anzusehen sei.