Hilfe, der Zahn ist weg!

Erste Hilfe bei Zahnunfällen

Meistens passiert es Kindern beim Sport und Draußenspielen: Ein schlimmer Sturz oder missglückter Sprung, und plötzlich ist ein Zahn locker oder sogar herausgebrochen. Was man jetzt tun sollte – und was besser nicht.

Autor: Heike Byn
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Zahnunfälle: Das ist jetzt wichtig

Zahnunfall erste Hilfe
Foto: © colourbox

Nach Statistik des Bundesverbandes der Kinderzahnärzte erleiden 30 Prozent aller Kinder vor ihrem 16. Lebensjahr einen Zahnunfall. Weil viele Kinder mit Panik und Weinen reagieren, ist es jetzt besonders wichtig, dass die Eltern den Überblick behalten:

  • Bleib ruhig und handel überlegt, um dein Kind nicht noch weiter zu stressen und ihm zu zeigen, dass ihm schnell geholfen wird
  • Blutet die Wunde stark? Lasse es auf Gaze, ein Stofftaschentuch oder sauberes Spucktuch beißen – Hauptsache, der Stoff ist fusselfrei
  • Kühle die Verletzung von außen mit einem feucht-kalten Waschlappen oder speziellen Kühlpad, das du mit einem Tuch umwickeln solltest
  • Wackelt der Zahn oder ist er in den Kiefer eingedrückt? Dann solltest du baldmöglich mit dem Kind zum Zahnarzt gehen
  • Ist der Zahn ausgefallen oder ist ein Stück abgebrochen, musst du sofort einen Arzt aufsuchen
  • Passiert der Unfall abends oder an Wochenenden, kannst du zum zahnärztlichen Notdienst oder in eine Klinik mit zahnärztlicher oder chirurgischer Ambulanz fahren

 

Folgen für Milchzähne und bleibende Zähne

Wie schlimm sich ein Zahnunfall auf den betroffenen Zahn und seine Nachbarn auswirkt, hängt auch davon ab, ob es sich um einen Milchzahn oder bleibenden Zahn handelt. Grundsätzlich erfüllen Milchzähle eine wichtige Funktion als Platzhalter für das bleibende Gebiss. Das heißt aber nicht, dass sie bei einem Unfall auf jeden Fall gerettet werden müssen. Wenn sich zum Beispiel ein fünf- oder sechsjähriges Kind den Zahn aufschlägt und die Krone abbricht, wird der Arzt den Zahn in aller Regel nicht mehr behandeln, denn er fällt ja ohnehin bald aus. Verlieren kleinere Kinder einen Milchzahn durch einen Unfall, setzt der Arzt ihn immer dann zurück in den Kieferknochen, wenn er den darunter liegenden, bleibenden Zahn nicht schädigen kann. Eingedrückte Milchzähne stellen sich meist von selbst wieder in die richtige Position, können aber eventuell dem darunterliegenden Zahnkeim schaden. Der Zahnarzt wird entscheiden, ob er den Milchzahn deshalb vorsichtshalber zieht oder nicht.

Gelockerter Zahn: Ruhigstellen oder ziehen?

Wackelt der Zahn deines Kindes stark, solltest du im Laufe desselben Tages einen Zahnarzt aufsuchen. Der wird den Zahn entweder mit einer Kunststoffmasse oder mit kleinen und leichten Drähten provisorisch mit den Nachbarzähnen verbinden, sodass er sich nicht weiter lockern oder gar verschieben kann. Nach ein paar Wochen prüft der Zahnarzt, ob der Zahn wieder gut eingewachsen ist. Manchmal kommt es aber trotz dieser Erhaltungsmaßnahmen vor, dass ein Zahn doch noch gezogen werden muss.


Kleber oder Kronen für abgebrochene Zähne

Ist ein Stück des Zahns abgebrochen, musst du das getrennte Stück unbedingt innerhalb von einer halben Stunde nach dem Unfall in eine so genannte Rettungsbox legen (z.B. „SOS Zahnrettungsbox" oder „Dentosafe"), die man in Apotheken kaufen oder im Internet bestellen kann. Alternativ kannst du das Zahnstück im Notfall auch in einer Box mit gekühlter, fettarmer H-Milch oder isotoner Kochsalzlösung (vom Arzt oder aus der Apotheke) lagern. Der Zahnarzt wird das Zahnstück dann mit Hilfe eines speziellen Klebers wieder auf die Bruchstelle aufsetzen. Ist das abgebrochene Stück zu klein oder fehlt ein Stückchen des Zahns, modelliert er den fehlenden Teil mit Kunststoff nach oder setzt dem ramponierten Zahn eine so genannte Verblend-Schale („Veneers") auf. Größere Schäden werden mit Kunststoff-Füllungen oder Kronen behoben.

Nach Unfall: Zahn ist ausgefallen

Auch wenn dem Kind nach einem Sturz oder Schlag ein Zahn ausfällt, gilt: Packe den Zahn sofort in eine „Zahnrettungsbox", in sterile Milch oder Kochsalzlösung. Handel schnell und suche sofort einen Zahnarzt auf, denn jede Minute, die der Zahn früher wieder in den Knochen eingesetzt wird, erhöht die Chancen auf ein folgenloses Einwachsen, empfiehlt der Bundesverband der Kinderzahnärzte. Schon nach ein paar Stunden ohne Behandlung sinken die Heilungsaussichten rapide. Wenn bei einem ausgefallenen Zahn die Wurzel zerbrochen ist, muss der Arzt den Zahn wahrscheinlich ziehen.

Ausgefallenen Zahn auf keinen Fall berühren

Die wichtigste Voraussetzung dafür, dass ein ausgefallener Zahn oder ein herausgebrochenes Zahnstück wieder im Kieferknochen anwächst, ist eine intakte Zahnwurzelhaut – das ist das feste Gewebe, das die Wurzeln umschließt. Deshalb darfst du den Zahn auch nur an der Krone anfassen und nicht an der Wurzel. Reinige ihn auch nicht mit einem Tuch oder Wasser, selbst wenn er verschmutzt ist.

Eingedrückter Zahn – was nun?

Vor allem bei festen Schlägen gegen die Frontzähne kommt es je nach Schlagrichtung und Schlagstärke vor, dass ein Zahn in den Kieferknochen hineingedrückt wird. Manchmal sogar so weit, dass er kaum noch aus dem Zahnfleisch herausschaut. Hat sich der eingedrückte Zahn im Knochen verkantet und bewegt sich nicht mehr von alleine, zieht ihn der Zahnarzt über ein paar Wochen hinweg langsam mit einem Spezialinstrument wieder auf die Länge der anderen Zähne hoch. Danach bleibt der Zahn noch so lange geschient, bis er wieder festgewachsen ist.


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