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Kinderschreibtische: Worauf du achten solltest!

Vom pädagogischen Wert des "Zappel-Philipps" mag man halten, was man will. Eins aber steht fest: Vom richtigen Sitzen hatte der Autor keine Ahnung!

Autor: Andrea Knipp-Selke
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Welcher Schreibtisch ist der beste?

Richtiger Kinderschreibtisch
Foto: © Fotolia.com/aletia2011

" 'Ob der Philipp heute still wohl bei Tische sitzen will?' Also sprach in ernstem Ton der Papa zu seinem Sohn, und die Mutter blickte stumm auf dem ganzen Tisch herum. Doch der Philipp hörte nicht, was zu ihm der Vater spricht. Er gaukelt und schaukelt, er trappelt und zappelt auf dem Stuhle hin und her. 'Philipp, das missfällt mir sehr!' "

Vom pädagogischen Wert der Geschichte vom Zappel-Philipp mag man halten, was man will. Eins steht jedoch fest: vom richtigen Sitzen - oder auf neudeutsch: von Ergonomie am Arbeitsplatz - hatte sein Verfasser, der Arzt Heinrich Hoffmann, keine Ahnung. Doch ganze Generationen folgten seinen Ratschlägen und so wurde aus den Deutschen ein Volk der Sitzinvaliden.

Bandscheibenschäden verursachen den Krankenkassen jährlich Kosten in Millionenhöhe. Wir sitzen und sitzen. Erst als Kind in der Schule, dann bei den Hausaufgaben, später am Arbeitsplatz. Und die meisten Schreibtische sind Gift für unsere Wirbelsäulen. Umso wichtiger, gleich von Anfang an Grundlagen für gute Sitzgewohnheiten zu legen.

Den "besten" Schreibtisch gibt es nicht

Um es gleich zu sagen: Den optimalen Kinderschreibtisch gibt es nicht! Ein Grund dafür: Nicht alle "I-Dötzchen" sind gleich groß. Größenunterschiede von bis zu 20 Zentimetern sind heutzutage bei Erstklässlern nichts Ungewöhnliches.

Deshalb gilt: Stuhl und Tisch müssen unabhängig voneinander höhenverstellbar sein. Nur so können sie der Größe des Kindes entsprechend individuell angepasst werden. Kosten sparender Nebeneffekt: Man muss die Kombination nicht schon nach dem nächsten Wachstumsschub komplett wieder austauschen.

Optimale Sitzhöhe

Die Sitzhöhe sollte immer so eingestellt sein, dass die Füße des Kindes nicht in der Luft baumeln. Die Füße müssen fest auf dem Boden stehen können, nicht nur die Zehenspitzen. Der Grund: Der natürliche S-förmige Verlauf der Wirbelsäule kann nur beibehalten werden, wenn sich die Füße abstützen können. Kommen die Kinder nur mit ihren Zehenspitzen auf den Boden, wird der Blutkreislauf in den Beinen behindert. Die Konsequenz: Lungen und Verdauungsorgane werden zusammengedrückt, Atmung und Durchblutung gestört.

Schonung für die Wirbelsäule

Darüber hinaus sollte der Stuhl über einen nach vorne geneigten Sitz verfügen. Dadurch wird das Becken nach vorne gekippt und die Wirbelsäule kann ihre S-Form beibehalten. Und die gilt es zu bewahren, denn nur in dieser Stellung ist die Belastung auf alle Wirbel gleichmäßig verteilt. Bandscheibenschäden beispielsweise sind die Folge einer unnatürlichen, ungleichmäßigen Belastung der Wirbelsäule.

Derartige Stühle sind jedoch in der Regel nicht unter 120 EUR zu haben. Preiswerte Alternative: ein Sitzball. Im Idealfall ist nicht nur die Sitzfläche des Stuhls geneigt, sondern auch die Tischplatte. Der Grund: Über geraden Tischplatten müssen Kinder gebeugt sitzen, um den richtigen Sehabstand von 20 bis 30 Zentimetern zu erzielen. Die Folge: Die Lendenwirbelsäule wird stark gebeugt, die S-Form geht verloren.

Auf das Material achten

Ein weiteres Kriterium für die Schreibtischwahl ist das verwendete Material. Auch hier ist die Auswahl groß. Für furnierte oder lackierte Arbeitsplatten spricht, dass sie leichter abgewischt werden können. Kratzer oder Macken jedoch lassen sich nur schwer beseitigen. Eine Reparatur kann da schnell teuer werden. Anders bei unlackierten Hölzern. Solche Arbeitsplatten können auch Laien notfalls mal eben abschmirgeln, um Kratzer oder Macken zu beseitigen.

Eine Kostenfrage

Nicht zuletzt ist die Wahl des richtigen Arbeitsplatzes aber auch eine finanzielle Frage. Der Markt bietet für jeden Geldbeutel was, die Preispanne reicht von etwa 100 bis hin zu satten 1250 Euro.
Wer seinem Kind einen "mitwachsenden" Schreibplatz einrichten will, muss dafür in der Regel mindestens 250 Euro berappen. Das reicht dann aber auch. Alles andere ist Geschmackssache.


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