Wie der menschliche Geist helfen kann

Mamas heilende Hände

Immer schon legten Eltern ihren Kindern bei Schmerzen intuitiv die Hände auf die schmerzende Stelle. Warum das wirklich helfen kann und wie man die Selbstheilungskräfte des Kindes bei verschiedenen Beschwerden weckt, beschreibt dieser Artikel.

Autor: Gabriele Möller
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Vergessene Kraft wieder entdecken

Heilende Hände
Foto: © fotolia.com/ auremar

"Unsere Tochter war ein Jahr alt, als sie an Neurodermitis erkrankte. Ein Jahr später war ihr ganzer Körper mit  Neurodermitis bedeckt. Die offene, juckende Haut verursachte Reizbarkeit, schlaflose Nächte - und bei uns Eltern Verzweiflung. Wir hatten alles Mögliche probiert. Bei Allergietests ergab sich, dass sie auf fast alle Lebensmittel allergisch reagierte", erinnert sich Anne Höfler. "Nachdem ich ein Buch von Agnes Sanford über Heilung in die Hand bekam, begann ich abends, die Hand bei unserer Tochter aufzulegen und das Vaterunser zu sprechen. Schon in der zweiten Nacht schlief sie das erste Mal durch", so die Autorin und Heilerin in einem Vortrag. "In den nächsten neun Monaten machten wir weiter – jeden Abend, egal ob sie gerade einen Schub hatte oder nicht. Nach dieser Zeit war sie einigermaßen symptomfrei." So sei sie sie als Mutter zum geistigen Heilen gekommen.

In vielen Religionen und Kulturen ist das Heilen auf geistigem Wege, zum Beispiel durch Schamanen, Priester und bestimmte Rituale seit Jahrtausenden bewährter Bestandteil. Auch das Christentum kennt es. "Dein Glaube hat dir geholfen", sagte Jesus zu einer Frau, die er geheilt hatte (Luk. 8). Und das Heilen war dabei keineswegs nur ein Privileg Jesu. Ganz ausdrücklich forderte er auch seine Anhänger auf, durchs Land zu ziehen und andere zu heilen: "Heilt Kranke, (...) reinigt Aussätzige, treibt böse Geister aus!" (Matth. 10).

Wer heilt, hat Recht

Längst haben auch Ärzte und Wissenschaftler angefangen, sich für das Phänomen mit seinen oft erstaunlichen Heilerfolgen zu interessieren. Nicht zuletzt dadurch, dass auch eine Reihe von Ärzten selbst, die schwer krank waren, auf geistigem Wege wieder gesund wurden. So etwa der Siegburger Orthopäde und Autor Dr. med. Wolfgang Bittscheidt, der von einer lebensbedrohlichen Hepatitis geheilt und daraufhin selbst Heiler wurde.

Wissenschaftler des Institute of Heart Math in Kalifornien wiesen nach, dass sich Haltungen und Emotionen bis hin zu den Zellkernen (die DNA) auswirken. Und die Quantenphysik gibt Hinweise darauf, dass Energien sich ohne räumliche und zeitliche Begrenzung (also auch von Mensch zu Mensch) ausdehnen können. Wie genau dies funktioniert, wissen auch die Forscher noch nicht. Prof. Hans-Peter Dürr, Schüler des berühmten Quantenmechanikers Werner Heisenberg, betont: „Wir erleben mehr, als wir begreifen“. Dies lässt sich auch auf das geistige Heilen übertragen. Mancherorts wird die Einsicht "Wer heilt, hat Recht" schon im Gesundheitssystem umgesetzt: In Großbritannien etwa können Patienten in einigen Kliniken des NHS (staatlicher Gesundheitsdienst) zusätzlich einen Geistheiler in Anspruch nehmen.

Keine Geister sondern der menschliche Geist

Es wird klar: Mit Geistern hat das Geistheilen nichts zu tun, sondern mit dem menschlichen Geist. Die Religionen und die Philosophie gehen davon aus: Der Mensch ist auch ein geistiges Wesen, kein rein körperliches. Der Geist ist dabei nicht dasselbe wie die Psyche, sondern geht über sie hinaus. Er kann nicht krank werden, sondern wird als klar und unversehrt betrachtet. Für religiöse Menschen stellt er die Verbindung zum Göttlichen dar. Dennoch schwebt der Geist nicht im luftleeren Raum, sondern steht in enger Verbindung zum Körper und der Psyche. Beim geistigen Heilen geht es darum, sich (und sein Kind) mit der Kraft des Geistes zu verbinden.

Selbstheilungskräfte beim Kind wecken

Im Wesentlichen geht es dabei um sie: die Selbstheilungskraft. Jeder Mensch besitzt sie, doch will sie gefördert und bestärkt werden. Dies aber darf nicht nur von außen erfolgen - mit Vitaminen oder genug Bewegung - sondern auch über die geistigen Kräfte, die im Inneren des Menschen wohnen. So bestimmen auch Haltungen wie Zweifel oder Zuversicht,  Angst oder Vertrauen mit, ob und wie schnell es gelingt, eine Krankheit in den Griff zu bekommen.

Nach wie vor muss der Arzt erste Anlaufstelle bleiben, wenn ein Kind erkrankt. Doch kann das Gesundwerden rascher gehen, eine chronische Erkrankung gelindert oder manchmal gar Symptomfreiheit erzielt werden, wenn es gelingt, die Selbstheilungskräfte in die Behandlung mit einzubeziehen. 

"Heilehände" sind frei von Nebenwirkungen

Bei Kindern wirkt das Heilen auf geistigem Wege oft besonders gut, weil sie noch kaum Denkbremsen im Kopf haben. Sie interessieren sich nicht für den Unterschied zwischen Schulmedizin und alternativen Methoden, sondern vertrauen schlicht und einfach ihren Eltern. Auch wer bezweifelt, dass man einem Kind mit Bauchweh oder einer Allergie durch Handauflegen helfen kann, sollte einen Versuch wagen. Denn heilende Hände haben keine schädlichen Nebenwirkungen.

Das Kind kann sich dabei auf den Bauch legen, die Hände werden dann auf seine Schultern gelegt. In Rückenlage können sie aber auch auf Brust oder Bauch platziert werden. Für wen es zu befremdlich ist, dabei hörbar zu beten, der kann dies im Stillen tun. Nicht religiöse Menschen können sich vorstellen, wie ein leises Strömen durch den eigenen Körper fließt und über die Hände in den des Kindes. Manche können mit etwas Erfahrung dieses Strömen sogar als Kribbeln spüren. Um zu erklären, was Mama (Papa, Oma usw.) gerade tut, kann man sagen: "Ich mache Heilehände, damit dein  Bauchweh/das Jucken/der Husten besser weg geht." Sogar Schulkinder akzeptieren diese Erklärung meist problemlos. Wer schon etwas Übung hat, kann sich vorstellen, dass ein weißes Licht langsam von einem selbst ins Kind strömt und dort die Problemstelle warm durchleuchtet.

Für die täglichen "Heilehände" reichen schon ein paar Minuten. Hat ein Kind gerade Kopf- oder Bauchweh, darf es auch einmal eine Viertelstunde sein, wenn es so lange still liegen kann. Wenn ein Kind beim Händeauflegen spricht, ist dies übrigens kein Problem, darauf sollte man aber nur einsilbig antworten.

Fantasiereisen zu heilenden Orten

Visualisierungen sind eine weitere schöne Möglichkeit, die heilenden Kräfte anzukurbeln. Dabei "geht" man mit dem Kind in der Vorstellung zu demjenigen Ort im Körper, der gerade besondere Hilfe braucht, wie etwa die Nase bei einem beginnenden Schnupfen. Nun stellen beide sich vor, wie die Nase innen ganz hell, frei und luftig wird, oder schickt die kleinen Schnupfenviren gemeinsam energisch weg. Diese Vorstellung hilft (mehrmals täglich angewandt) oft erstaunlich gut, einen Infekt noch zu bremsen.

Auch Fantasiereisen gehören zu den Visualisierungen. Dabei kann das Kind sich unter sanfter Anleitung eine heilsame Situation ausdenken. Zum Beispiel ein "Zauber-Bad" in einem verwunschenen Wald: einen Teich, der mit warmem (bei Schmerzen) oder kühlem (z. B. Hautallergien), farbig leuchtendem Wasser gefüllt ist. Die Farbe sucht das Kind aus. Es stellt sich vor, wie es in dem Wasser planscht und wie das farbige Leuchten die schmerzende/juckende Stelle einhüllt und durchringt. Bei  Husten kann das Kind vor dem inneren Auge auf einem kleinen Hügel sehen, auf dem ein blauer, frischer Wind weht, der durch die Brust hindurch pustet und sie innen hell und ganz weit macht.

Die Eltern sollten sich anschließend mit dem Kind ganz konkret ausmalen, wie es sich anfühlen wird, wenn die Symptome verschwinden (z. B. Haut: glatt, kühl, weich). Wissenschaftler konnten messen: Sogar die Anzahl der körpereigenen Abwehrzellen nimmt durch heilende Visualisierungen zu. Zwar scheint dies ein psychisches Phänomen zu sein. Doch berührt auch die Visualisierung das Geistige im Menschen: Es öffnet den Blick und das Vertrauen in sein ursprüngliches Heilsein. 

"Dein Glaube hat dir geholfen" - die Kraft der Zuversicht

Welche Methode man anwendet, hängt auch vom eigenen Bauchgefühl ab und davon, was dem Kind am meisten liegt. Eltern können auch ihre Intuition befragen, einen eigenen Weg und eigene Bilder finden, um die geistige Energie fürs Kind erfahrbar zu machen. Wichtig ist auch eine gewisse Zuversicht, dass es funktionieren wird, denn sie überträgt sich aufs Kind. "Dein Glaube hat dir geholfen" hat Jesus nicht zufällig nach einer Heilung gesagt (Luk. 17). Und es ist auch wissenschaftlich belegt: Patienten, die auf ihre Genesung vertrauen, bilden mehr Immunzellen. Auch für dieses Vertrauen reicht nicht allein ein psychischer Entschluss, es braucht auch die Kraft des Geistes: Ohne die Ahnung, dass wir Menschen letztlich als gesund und heil gewollt und gedacht sind, bleibt die Zuversicht schwach und das Geistheilen wenig erfolgreich.

Welche Gesundheitsprobleme eignen sich?

Für das geistige Heilen gibt es keine Krankheit, die man nicht entweder lindernd oder heilend beeinflussen kann. Es wird nicht unterschieden zwischen akut und  chronisch, heilbar oder unheilbar. Händeauflegen und Co. können also bei allen Erkrankungen versucht werden, aber auch bei Ängsten, psychosomatischen Beschwerden, wie Kopf- und Bauchweh, sowie bei kleineren Zipperlein wie  Zahnungsschmerzen beim Kleinkind.

Wichtig ist, dass Eltern dies immer nur begleitend zur Therapie des Kinder- oder Facharztes tun. Auch gibt es keine Erfolgsgarantie bei der Aktivierung der gesund machenden Kräfte. „Manches, aber nicht alles können wir beeinflussen“, sagt Dr. med. Jürgen Schürholz, Mitbegründer der anthroposophisch orientierten Stuttgarter Filderklinik. „Aber es lohnt sich immer, etwas für sich zu tun.“

Service

  • Anne Höfler:
    "Leg mir die Hand auf. Praktische Anleitung zur Behandlung von Kindern mit Neurodermitis und anderen chronischen Erkrankungen."
    Verlag Droemer Knaur (1995), ISBN-13: 978-3426760819.
  • Dr. Harald Wiesendanger:
    "Geistiges Heilen bei Kindern: Ein Ratgeber für Angehörige."
    Lea-Verlag 2006, ISBN-13: 978-3930147281 (mit Fallbeispielen).
  • Dr. med. Wolfgang Bittscheidt:
    "Vom Geist des Heilens: Die Rückkehr der Ganzheit"
    Scorpio Verlag (2010), ISBN-13: 978-3942166003
    (Fallbeispiele, wissenschaftliche Hintergründe).


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