Rückbildungsgymnastik

Nach der Geburt: Beckenboden stärken

Selbst Stars wie Kate Winslet gestehen, dass sie nach drei Geburten nicht mehr Trampolin springen können, ohne "nass" zu werden. Beckenbodengymnastik nach der Geburt eines Kindes ist wichtig für die Gesundheit der Frau. Durch gezieltes Training stellt sich schnell Erfolg ein.

Autor: Andrea Grüten
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Wichtiges Muskeltraining für Frauen

Frau lehnt auf Gymnastikball
Foto: © panthermedia.net/ Andres Rodriguez

Nach der Geburt eines Kindes setzen die meisten Frauen alles daran, um ihre alte Figur wieder zu bekommen. Die Pfunde sollen verschwinden, das Gewebe wieder straffer werden. Es gibt aber noch einen wesentlichen Punkt, auf den junge Mütter achten sollten: gezieltes Beckenboden-Training. „Gerade im Hinblick auf das Alter sind diese Übungen ganz wichtig“, sagt Dagmar Hillinger. Die Hebamme legt in ihren Rückbildungskursen auf das Trainieren dieser entscheidenden Muskelschicht im Körper ganz besonderen Wert.

Folgen der Geburt im Alter vorbeugen

Wer denkt schon in jungen Jahren an die Folgen einer Geburt im Alter? „Gerade der Beckenboden ist aber eine wichtige Muskelschicht“, sagt Dagmar Hillinger. Während der Schwangerschaft hat er ein enormes Gewicht zu tragen und „wird wahnsinnig gedehnt“. Wird er anschließend nicht trainiert, erschlafft er, und es können noch nach Jahren massive Probleme auftauchen. „Dazu zählen eine Senkung der Scheide und Harn-Inkontinenz, das heißt Schwierigkeiten beim Einhalten des Urins“, erklärt die Hebamme. Viele Frauen, die nach der Schwangerschaft einen Kurs in Rückbildungsgymnastik besuchen, tun dies in erster Linie, um das Gewebe wieder zu straffen. Das sei ein Trugschluss, so Dagmar Hillinger. Die Straffung trete spätestens beim Abstillen wieder ein. Generell brauche es seine Zeit, bis der alte Zustand wieder hergestellt sei.

Übungen auch zu Hause fortführen

„Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Übungen anzugehen“, erklärt die Hebamme. Sie funktionieren im Sitzen, im Liegen oder im Vierfüßlerstand. „Es ist nicht damit getan, die Pobacken anzuspannen. Wichtig ist, wirklich den Beckenboden zu trainieren, das heißt vereinfacht gesagt Gesäß- und Schließmuskel richtig anzuspannen. Und das geht meist nur unter einer ersten Anleitung. „Gerade für Frauen, die ein schwaches Bindegewebe haben, sind diese Übungen sehr wichtig.“ Sie sollten auch nach dem Kurs immer zwischendurch fortgeführt werden. Natürlich dient ein Rückbildungskurs auch der Stärkung der „schrägen“ (seitlichen) Baumuskulatur und des Rückens.

Einen Rückbildungskurs kann man etwa vier bis sechs Wochen nach der Geburt besuchen. Bei einem Kaiserschnitt sollte man etwa fünf Wochen damit warten. „Wichtig ist, dass sich zu Hause erst mal alles eingespielt hat“, meint Dagmar Hillinger. „Die Frauen sollten die nötige Ruhe mitbringen, wenn sie den Kurs besuchen.“ Deshalb sieht es Dagmar Hillinger nicht so gerne, wenn das Baby mit in den Kurs gebracht wird. Dann fehlt den Müttern in der Regel einfach die Konzentration. „Der Vater kann sich ja auch einmal eine Stunde um den Nachwuchs kümmern.“

Kurse werden von der Kasse bezahlt

Die Kosten für einen Rückbildungskurs werden von den Krankenkassen übernommen. Dagmar Hillinger rät jungen Müttern, dieses Angebot zu nutzen, „um bald nach der Geburt auch wieder etwas für sich zu tun“. „Das Gewebe kräftigt sich ohnehin durch das Abstillen. Viele Frauen treiben auch gleich wieder Sport.“ Nur das Beckenbodentraining ist darüber hinaus ein wichtiger Faktor zur Erhaltung der Gesundheit.

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