Wie sinnvoll ist die Einlagerung?
Stammzellen aus der Nabelschnur
Soll ich das Nabelschnurblut meines Babys aufbewahren lassen? Können die Stammzellen meinem Kind in Zukunft vielleicht nützen? Und was spricht für eine kostenlose Nabelschnurblutspende? Hier gibt es Infos zu einem vieldiskutierten Thema.
"Leben retten leicht gemacht?"
Es gibt kaum eine Broschüre oder Zeitschrift für werdende Mütter, in der sie nicht auftaucht: Eine Anzeige für die private Einlagerung von Nabelschnurblut. Wer seinem Kind eine Art Lebensversicherung mitgeben möchte, für den sei die Einlagerung der Stammzellen aus der Nabelschnur ein Muss, so der Tenor. Einer der Anbieter wirbt sogar mit dem Slogan „Leben retten leicht gemacht“. Doch wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die teure private Einlagerung des Nabelschnurbluts dem Kind im Falle einer Krankheit später wirklich helfen kann? Wofür werden Stammzellen heute und in Zukunft eingesetzt? Welches sind die Vorteile einer kostenlosen Nabelschnurblutspende? Und ist die Entnahme des Bluts aus der Nabelschnur eigentlich vollkommen unbedenklich fürs Baby?
Stammzellen sind nicht gleich Stammzellen
Wenn eine menschliche Eizelle befruchtet wurde, beginnt sie, sich unaufhörlich zu teilen. Am vierten bis fünften Tag enthält der so entstandene Zellhaufen (sog. Blastozyste) embryonale Stammzellen. Diese Zellen sind Alleskönner (pluripotent), das heißt, sie können sich in alle sehr unterschiedlichen Körperzellen entwickeln. Die Herstellung solcher Blastozysten zur Stammzellgewinnung ist in Deutschland verboten, es dürfen aber zu Forschungszwecken embryonale Stammzellen importiert werden.
Rechtlich kein Problem ist dagegen die Entnahme von Stammzellen aus dem Nabelschnurblut eines Neugeborenen. Diese Zellen sind aber nicht mehr dieselben Alleskönner, wie noch die embryonalen Stammzellen. Sie sind reife (= adulte), allerdings noch sehr junge Blutstammzellen. Auch sie haben noch die Fähigkeit, sich in unterschiedliche Zelltypen zu differenzieren, jedoch nicht mehr in alle, sondern nur noch in bestimmte.
Reife Stammzellen kommen auch bei Erwachsenen in vielen Geweben vor: im Knochenmark, im Blut, in der Haut, im Fettgewebe, dem Gehirn, der Leber, der Bauchspeicheldrüse oder im Fruchtwasser von Schwangeren. Diese Form der adulten Stammzellen ist denen aus der Nabelschnurblut noch sehr ähnlich, unterscheidet sich jedoch zugleich bereits in einigen Merkmalen von ihnen. Die Verwendung von aus Knochenmark oder Blut gewonnenen Stammzellen ist in der Medizin momentan am weitesten verbreitet.
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