Fruchtbare Tage

Fruchtbare Tage – was Frau wissen sollte

Ist der Kinderwunsch erstmal da, fällt vielen Paaren das Warten schwer – zu schön ist die Vorstellung vom baldigen Familienzuwachs. Wer nicht mehr länger auf Zufall und Glück vertrauen will, geht das Thema Kinderplanung pragmatisch an: Wunschmamas beginnen damit, sich ausführlich mit ihren fruchtbaren Tagen auseinanderzusetzen. Das Thema  natürliche Familienplanung (NFP) spielt eine immer größere Rolle. Darunter versteht man die einfachen natürlichen Methoden, die eine Frau anwenden kann, um fruchtbare Tage zu erkennen. Im Wesentlichen geht es dabei darum, ihren Körper so zu studieren, dass sie den Zyklusverlauf möglichst genau vorhersagen kann. Beobachtet und deutet sie die Zeichen ihres Körpers richtig, lässt sich der Eisprung relativ genau bestimmen, und der ist schließlich ausschlaggebend für die fruchtbaren Tage.

Paar Kinderwunsch Bett
Foto: © mauritius images/ fancy
Wer über das  Grundwissen zu Zyklus und Eisprung verfügt, weiß: Jede Frau hat nur einige wenige fruchtbare Tage im Monat. Das sind die Tage um den Eisprung herum, der meist 12 bis 16 Tage vor der nächsten Menstruation stattfindet. In dieser Zeit bleibt das Ei für ca. 12 bis 18 Stunden befruchtungsfähig. Im Gebärmutterhals wird zugleich vermehrt Schleim produziert, der das Vorwärtskommen der männlichen Samenzellen begünstigt. Da diese bis zu drei Tage – in Ausnahmefällen sogar bis zu sechs Tage – in Scheide und Gebärmutter überleben können, ist die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft am höchsten, wenn man ein bis zwei Tage vor dem Eisprung Sex hat. Die fruchtbaren Tage der Frau sind also die 2 bis 3 Tage vor und während des Eisprungs sowie ein Tag danach, je nachdem wie weit der Eisprung zum Zeitpunkt des Zusammenseins zurückliegt. Es gibt Frauen, die den Eisprung direkt spüren, etwa durch einen ziehenden, einseitigen Schmerz im Unterleib oder durch eine leichte Zwischenblutung. Die meisten müssen jedoch auf die verschiedenen Methoden der natürlichen Familienplanung zurückgreifen, um den Zeitpunkt ihres Eisprungs und damit ihre fruchtbaren Tage zu bestimmen.

Fruchtbare Tage erkennen – Methoden zur Berechnung

Eine Frau kann auf verschiedene Art und Weise ihre fruchtbaren Tage berechnen. Wer es nur ungefähr wissen will, kann es mit der einfachen Berechnung probieren. Hierfür wird auf das Datum der letzten Periode die persönliche durchschnittliche Zykluslänge gerechnet und etwa auf der Hälfte der Eisprung geschätzt. Der urbia Eisprung-Kalender macht es noch leichter. Man gibt seine Werte ein und der Kalender erstellt automatisch den ganz persönlichen Fruchtbarkeitskalender. Er zeigt sogar an, an welchen Tagen die Wahrscheinlichkeit für Mädchen oder Junge am größten ist und ab wann ein Schwangerschaftstest sinnvoll ist. Allerdings geht der Eisprungrechner von durchschnittlichen Mittelwerten aus, die sicherlich nicht auf jede Frau zutreffen. Immerhin verläuft jeder Zyklus anders, der Eisprung kann von Monat zu Monat variieren. Deshalb führt eine pauschale Rechnung nicht mit Sicherheit zum gewünschten Ergebnis. Experten sprechen sich dafür aus, den Körper lieber genau zu beobachten und die fruchtbaren Tage der Frau anhand konkreter Körpersymptome zu bestimmten. Der Eisprungrechner kann dann als ergänzende Hilfe hinzugezogen werden.

 

Wie berechne ich meine fruchtbaren Tage?

Zykluskalender mit Temperaturkurve

Die Temperatur-Methode basiert auf der Erkenntnis, dass sich der Temperaturverlauf beim weiblichen Zyklus in zwei Phasen einteilen lässt. In der ersten Phase vor dem Eisprung ist die Temperatur niedriger, während des Eisprungs hingegen führt das sogenannte Gelkörperhormon Progesteron dazu, dass sie um 0,4 bis 0,6° Celsius ansteigt und bis kurz vor der nächsten Menstruation auf diesem Niveau bleibt. Frauen mit Kinderwunsch können durch das tägliche Temperaturmessen ihren Zyklus genau nachverfolgen und durch die monatliche Dokumentation im Zykluskalender feststellen, wie regelmäßig er verläuft. Da die Temperatur erst steigt, nachdem der Eisprung bereits stattgefunden hat, dauert es allerdings einige Monate, bis sich die fruchtbaren Tage vorhersagen lassen. Wichtig ist auch, dass die Messung jeden Tag zur gleichen Zeit mit ein und demselben Thermometer erfolgt. Nur so kann das Ergebnis zuverlässig ausfallen, wobei zu beachten ist, dass bestimmte Faktoren wie Reisen, Erkältungen oder Alkohol die Temperatur ebenfalls beeinflussen können. Zur Auswertung werden die Werte täglich in Temperaturtabellen oder in speziellen  Zyklus-Computern verzeichnet. Bleibt die Temperaturerhöhung übrigens länger als 14 Tage bestehen, ist das ein ziemlich sicheres Anzeichen dafür, dass der Nachwuchs bereits unterwegs ist.

Die Billings-Methode: fruchtbare Tage durch Zervixschleim ermitteln

Nicht ganz so aufwändig erscheint die sogenannte Billings-Methode, die nach einem australischen Ärztepaar benannt ist. Dieses fand heraus, dass sich der Zervixschleim der Frau – ein Sekret, welches Drüsen im Gebärmutterhals bilden, um Bakterien von der Gebärmutter fernzuhalten – während des Zyklusverlaufs verändert und um den Eisprung herum vermehrt und dünnflüssiger produziert wird. Oft wird davon gesprochen, dass er sich in dieser fruchtbaren Zeit fadenartig ziehen lässt. Es kann für Frauen mit Kinderwunsch somit sehr hilfreich sein, die  Veränderungen des Zervixschleims genau zu beobachten.

Eisprung ermitteln mit dem Ovulationstest

Gerade Frauen, deren Zyklus eher unregelmäßig ist, können sich in den seltensten Fällen auf einen Eisprung- oder akribisch geführten Zykluskalender verlassen. Eine genauere und zuverlässigere Methode, um fruchtbare Tage zu erkennen, muss her: der Ovulationstest. Dieser funktioniert ähnlich wie ein Schwangerschaftstest. Getestet wird die Konzentration des luteinisierenden Hormons (LH) im Urin, die etwa 24 bis 36 Stunden vor dem Eisprung ansteigt und somit die besonders fruchtbaren Tage der Frau anzeigt. Die Tests funktionieren auf verschiedene Weise: mit Teststäbchen, die zwei Streifen als Ergebnis anzeigen, mit Kassettensystemen, bei denen der Urin mit einer Pipette auf ein Testfeld geträufelt wird oder digital. Der digitale Ovulationstest ist am eindeutigsten. Bei erkennbarem LH-Anstieg, erscheint ganz einfach ein Ei auf dem Display und macht damit mehr als deutlich, dass jetzt die richtige Zeit wäre, um an der Familienplanung zu arbeiten.

Um den richtigen Zeitpunkt für einen Ovulationstest zu erwischen, empfiehlt es sich, in einem Kinderwunschtagebuch positive Ovu-Testergebnisse zu notieren, um so über einen längeren Zeitraum hinweg den Zyklusverlauf besser vorhersehen zu können. Die  Eisprungkalender-App von urbia eignet sich ideal als digitales Tagebuch für unterwegs. Beim Start der App wird der Beginn der letzten Periode, die durchschnittliche Zykluslänge sowie der kürzeste Zyklus im letzten halben Jahr abgefragt und schon berechnet die App automatisch die fruchtbaren Tage, den Eisprung, den Tag, an dem die Nutzerin mit dem Ovulationstest beginnen kann und vieles mehr.

Fruchtbare Tage zu berechnen ist nicht ganz einfach und führt leider nicht immer sofort dazu, dass sich die Schwangerschaft nach Wunschtermin einstellt. Für viele Frauen ist jedoch die Auseinandersetzung mit ihrer fruchtbaren Zeit schon deshalb hilfreich, weil sie sich dabei oft zum ersten Mal überhaupt mit ihrem Zyklus beschäftigen und so lernen, ihren Körper besser zu verstehen. Auf welche Methoden sie dabei auch immer zurückgreifen, mit ein bisschen Geduld führt die natürliche Familienplanung unter normalen Umständen schon bald zum Wunschkind.

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