Billings-Methode
Zervix-Schleim und fruchtbare Tage
Frauen, die sich ein Kind wünschen, können lernen durch Beobachtung der Veränderungen des Zervix-Schleims im Zyklusverlauf ihre fruchtbaren Tage einzukreisen. Erfahren Sie hier, wie das geht.
Eine Methode der Fruchtbarkeitswahrnehmung
Eine Möglichkeit, durch die Beobachtung körperlicher Veränderungen im Verlaufe des Monatszyklus die fruchtbaren Tage einzukreisen, ist die Billings-Methode. Sie ist nach einem australischen Ärtzepaar benannt, das beobachtet hatte, dass sich der Zervix-Schleim der Frau im Verlauf des Monats verändert. Die Billings-Methode, die auch als ein Baustein der natürlichen Familienplanung (NFP) praktiziert wird, kann es Frauen ermöglichen, ohne weitere Hilfsmittel auf natürliche Art und Weise die Zeit um ihren Eisprung zu ermitteln. Besonders aufschlussreich ist sie, wenn sie zusammen mit weiteren Methoden der Fruchtbarkeitswahrnehmung angewandt wird.
Zyklus und Zervix-Schleim
Jeden Monat reift nur eine einzige Eizelle im Körper der Frau heran und ist mehr oder weniger um die Zyklusmitte (dies kann stark schwanken), nachdem sie sich vom Eierstock gelöst hat – nach dem Eisprung – für 12 bis 24 Stunden befruchtungsfähig. Da die männlichen Samenzellen rund 72 Stunden im weiblichen Körper überleben, hat jede Frau also höchstens etwa vier bis fünf fruchtbare Tage pro Zyklus. Wie das Ehepaar Billings beobachtete, verändert sich im Verlauf des Zyklus – abhängig vom Östrogenspiegel – die Beschaffenheit des Zervixschleims. Dieser Schleim, der normalerweise den Gebärmutterhals verschließt, um die Gebärmutter vor aufsteigenden Bakterien zu schützen, wird um die Zeit des Eisprungs herum dünnflüssiger und vermehrt produziert. Durch regelmäßige Selbstuntersuchung über einen Zeitraum von mehreren Monaten können Frauen lernen, diese Veränderung des Zervixschleims wahrzunehmen und damit die Zeit der fruchtbaren Tage einzukreisen.
Die Schleimstruktur kennen lernen
Der Schleimpfropf, der nach der Periode den Gebärmutterhals verschließt, lockert sich mit dem Näherrücken des Eisprungs, verändert seine Farbe und seine Beschaffenheit. Bei der Billings-Methode werden fünf Phasen unterschieden. Die erste nach der Menstruation und die letzte vor dem Einsetzen der Periode zeichnet sich durch geringe Schleimproduktion und ein stärkeres Gefühl der Trockenheit aus. Zu Beginn der mittleren Phase, einige Tage vor dem Eisprung, ist der Schleim möglicherweise zäh, gelblich bis weißlich und eher undurchsichtig. Um den sogenannten Schleimhöhepunkt herum – das ist die Zeit etwa drei Tage vor und drei Tage nach dem Eisprung – wird der Schleim durchsichtiger und immer flüssiger, das Gefühl von Feuchtigkeit nimmt zu. Oft wird auch von "Spinnbarkeit" des Schleims in dieser Zeit gesprochen. Das heißt, der Schleim lässt sich zwischen zwei Fingern zu einem Faden ziehen.
Frauen, die sich anhand ihres Zervixschleims über ihre fruchtbaren Tage orientieren möchten, müssen über mehrere Monate hinweg täglich mit ihrem Finger oder einem Taschentuch die Schleimabsonderungen aus der Scheide untersuchen und ihre Beobachtungen in ein Kurvenblatt eintragen. Vordrucke dazu sind beispielsweise über die ProFamilia zu beziehen. Zu beachten ist allerdings, dass es auch andere Faktoren geben kann, die die Konsistenz des Zervixschleims verändern: Dazu zählen zum Beispiel Scheidenentzündungen, der Einfluss der Samenflüssigkeit nach Geschlechtsverkehr oder von samenabtötenden Gels.
Es gibt keine allgemeingültigen Kriterien über Beschaffenheit, Farbe und Menge des Zervixschleims. Bei jeder Frau ist die Schleimproduktion und –veränderung anders, allen gemeinsam ist aber, dass sich im Laufe des Zyklus etwas verändert. Bei manchen Frauen sind diese Veränderungen jedoch deutlich schwächer ausgeprägt als bei anderen, so dass die Billings-Methode für sie schwieriger zu erlernen ist als für andere.
ProFamilia bietet umfassende Informationen - unter anderem eine Broschüre zum Downloaden - zu den verschiedenen Methoden der Fruchtbarkeitswahrnehmung. Hier sind auch Kurvenblätter erhältlich. ProFamilia führt außerdem Beratungen für Frauen durch, die die Methoden der Fruchtbarkeitswahrnehmung erlernen möchten.




