(Un-)Fruchtbarkeit und Psyche
Wenn der Kinderwunsch die Seele belastet
Wenn der Wunsch schwanger zu werden Monat für Monat enttäuscht wird, erhalten Frauen oft den Rat, sich nicht auf den Kinderwunsch zu versteifen. Was ist dran am Zusammenspiel von Psyche und Fruchtbarkeit?
Wenig hilfreich: Der Rat, sich nicht auf den Kinderwunsch zu versteifen
Viele Frauen und Männer trifft es vollkommen unerwartet, dass eine erwünschte Schwangerschaft auf sich warten lässt. Jahre lang haben sie möglicherweise peinlich auf Verhütung geachtet, vielleicht noch nach dem richtigen Partner Ausschau gehalten oder die Familiengründung aus beruflichen Gründen aufgeschoben. Wenn nach dem Absetzen der Verhütung die immer stärker werdende Sehnsucht nach einer Schwangerschaft Monat für Monat beim Einsetzen der Menstruation enttäuscht wird, geraten viele Paare – besonders Frauen – leicht in einen Teufelskreis. Mit jeder unerwünschten Monatsblutung wächst der tiefe Wunsch nach einem Baby und verstärkt sich die Verzweiflung über den Misserfolg. Zugleich erhalten Frauen mit Kinderwunsch von ihrer Umgebung den immer wiederkehrenden Rat, sich nicht auf den Kinderwunsch zu versteifen, da eine Fixierung auf den Wunsch, schwanger zu werden, die Chancen noch verschlechtere. Dieser sicher gut gemeinte Ratschlag stürzt jedoch die betroffenen Frauen in noch größere innere Not, da es ihnen nicht möglich ist, den Kinderwunsch einfach auf Kommando weniger werden zu lassen und da sie nun auch noch befürchten müssen, durch die Stärke ihres Wunsches seiner Erfüllung sogar entgegenzuwirken.
Aber ist überhaupt etwas dran an der weit verbreiteten Vorstellung, dass psychische Faktoren wie zum Beispiel Stress das Ausbleiben einer Schwangerschaft mitverursachen können? Und wenn dem so wäre, gibt es für Frauen mit starkem Kinderwunsch Möglichkeiten, die Anspannung abzubauen und sich weniger auf den Kinderwunsch zu versteifen?




