Neu in der Zwergengruppe

Erfahrungsbericht: Eingewöhnung in die Kinderkrippe

Mit dem Eintritt in die Kinderkrippe verändert sich das Leben eines Kleinkindes grundlegend. Bei der Eingewöhnung in diese neue Situation sind Geduld und Einfühlungsvermögen gefragt. Eine Mutter erzählt, wie der Start geglückt ist.

von Maria Schwarz*
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Kleinkind Kita Eingewöhnung
Foto: © iStockphoto.com/ diego_cervo

Ein erstes Kennenlernen

Noch ganz unverbindlich hatte ich einen Termin zum Vorgespräch in der Kinderkrippe unserer Gemeinde vereinbart. Natürlich war meine 19 Monate alte Tochter Emma mit dabei, als ich mir ein erstes Bild von der Einrichtung machte. Das Treffen mit der Krippenleiterin fand an einem Nachmittag in den Gruppenräumen statt. Nur drei Kinder der Zwergengruppe waren noch da, sie saßen mit einer Erzieherpraktikantin in der Puppenecke und beäugten uns neugierig, als wir uns mit der Leiterin an den kleinen Tischen niederließen. Sie erklärte mir das Konzept der Einrichtung, den Tagesablauf und die schrittweise Eingewöhnung.

Emma interessierte dies alles herzlich wenig, mit Begeisterung probierte sie der Reihe nach alle Stühle aus, schob sie mal hier hin, setzte sich, schob sie dort hin. Die anderen Kinder beachtete sie kaum. Während sie die kleine Holzrutsche ausprobierte, fragte mich Elisabeth*, die Krippenleiterin, über meine quirlige Tochter aus: Was ist sie für ein Charakter-Typ? Womit spielt sie gerne? Sind Krankheiten oder Allergien bekannt? Anschließend zeigte sie uns die Räumlichkeiten, meine kleine Emma war sichtlich angetan vom Waschraum, mit den niedrigen Waschbecken und Kindertoiletten. Danach besuchten wir den Schlafraum, die Turnhalle und das Highlight: den Garten. Meine Tochter durfte die Schaukel ausprobieren und nach kurzer Zeit kamen auch die anderen Kinder dazu. Es herrschte Neugier auf beiden Seiten als ein etwa gleichaltriges Mädchen sie an die Hand nahm, um ihr den Sandkasten zu zeigen.

Ich bekam einiges an Lektüre mit nach Hause: Faltblätter mit der Konzeption der Einrichtung und Informationszettel zur Eingewöhnung nach dem „Berliner Modell", Formulare zum Ausfüllen und eine Bedarfsliste. Alles in allem zog ich ein positives Resümee, vor allem weil Emma so unerwartet offen reagiert hatte.

Die Eingewöhnung beginnt

Einige Zeit später war es soweit: Emma hatte ihren ersten Tag in der Zwergengruppe. Mich plagten gemischte Gefühle mit neugieriger Spannung auf der einen Seite, doch Unsicherheit und Sorgen auf der anderen. Pünktlich um 8:30 Uhr standen wir vollbepackt (die Bedarfsliste ist lang) vor der roten Glastür und klingelten. Elisabeth, die Leiterin der Krippe, zeigte uns den Platz in der Garderobe, wo neben Emmas Namen ein kleiner Pinguin als Symbolbild prangte. Sie zeigte uns, wo wir Wechselwäsche, Windeln, Notfall-Schnuller, Matschhose und Gummistiefel verstauen konnten und stellte uns die dritte Betreuungsperson, Kinderpflegerin Mareike*, vor.

Ich nahm meinen Beobachtungsposten in der Ecke ein, wo ein gemütlicher Sessel stand. Emma zeigte keinerlei Scheu vor dieser neuen Situation, stattdessen (ist das wirklich mein Kind?) stürmte sie ohne zu zögern auf ein kleines Holzpferd mit Rollen zu und drehte fortan ihre Kreise im Gruppenraum. Dieses kleine Gefährt verließ sie auch nicht, als sich alle anderen Kinder in den „Morgenkreis" begaben. Neugierig und interessiert schaute sie bei den Sing- und Klatschspielen zu, wollte ihren Platz auf dem Pferdchen aber nicht aufgeben, um mitzumachen. Nach einer Stunde beendeten wir den ersten Tag, Emma schien es zwar gefallen zu haben, doch auf die Frage „Kommt ihr morgen wieder zu uns?" schüttelte sie energisch den Kopf.

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