Putzen, kochen, Wäsche waschen

Wie Helfen im Haushalt dein Kind fördert

Was machen Klein- und Kindergartenkinder am liebsten? Richtig, genau dasselbe wie Mama oder Papa! Und wenn bloß Haushalt auf dem Programm steht? Lass dein Kind dabei helfen. Für die Kleinen ist Waschen, Putzen und Kochen nämlich durchaus spannend.

Autor: Dr. Andrea Schmelz
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Kochen und Putzen: Was bringt´s?

Kind hilft Mutter beim Backen
Foto: © Fotolia.com / JackF

Helfen im Haushalt stärkt Verantwortungsgefühl und Selbstbewusstsein der Kleinen und vermittelt Gemeinschaftsgefühl. Auch der Zusammenhalt der Familie wird dabei gefestigt. Je jünger Ihre „Haushaltshilfe“ ist, umso begeisterter wird sie bei der Sache sein.

Es gibt ja böse Zungen, die behaupten, dass Kinder, sobald sie wirklich eine richtige Hilfe sind, die Begeisterung am Helfen weitgehend einbüßen… Ist dein Kind jedoch von klein auf daran gewöhnt zu helfen, wird Mithilfe bei den häuslichen Pflichten zur Selbstverständlichkeit und lässt sich so auch ins Grundschul- und Teeniealter hinüberretten. 

„Förderkurs Haushalt“

Heute Eltern-Kind-Turnen, morgen musikalische Früherziehung – wenn du und dein Kind Spaß daran haben, spricht nichts dagegen. Doch wirklich nötig sind Förderkurse für die Kleinen nicht. Falls Turnen oder Singen zur festgelegten Uhrzeit nicht so „dein Ding“ sind, brauchst du ab jetzt kein schlechtes Gewissen mehr zu haben. Beziehe dein Kind einfach bei der Hausarbeit mit ein, denn auch dabei kann es viel lernen:

  • Betten machen, Abstauben, Boden saugen/wischen, Spülen oder Gemüse putzen/schneiden fördern die Motorik.
  • Die kognitive Entwicklung profitiert etwa vom Wäsche sortieren/zusammenlegen, vom Aufräumen (Was gehört wo hin?, Sortieren von Besteck oder Knöpfen – Letzteres nur größere Kinder, da Gefahr des Verschluckens!) oder vom gemeinsamen Einkaufen.

Mit einem Liedchen auf den Lippen geht´s noch besser

Wenn man gemeinsam Gurken schnippelt oder Blumen umtopft, kommen Gespräche oder spontanes Singen oft von ganz alleine in Gang, und das ist wiederum hervorragend für die sprachliche Entwicklung Ihres Kindes. Wenn du magst mögen, könnt ihr sogar passende Lieder finden wie etwa „Backe, backe Kuchen“, wenn ihr gemeinsam in der Küche werkelt. Seid ihr mit der Wäsche beschäftigt, bietet sich natürlich „Zeigt her eure Füße, zeigt her eure Schuh und sehet den fleißigen Waschfrauen zu“ an. Für andere Tätigkeiten kannst du zum Beispiel das Handwerker-Lied („Wer will fleißige Köche/Gärtner/Tischdecker seh´n?“) umdichten. 

Mehr Lieder findest du hier.

Lappen los!

Mit einem Lappen Staub wischen können schon Eineinhalbjährige. Zeige deinem Kind, wie es das Staubtuch am besten hält (nicht knüllen!) und wie es Gegenstände vorsichtig hochhebt, damit es darunter saubermachen kann. Viel interessanter ist jedoch ein Staubwedel mit Stiel. Dann musst du vor allem darauf achten, dass auf den Flächen, die dein Kind damit erreichen kann, nur Unzerbrechliches steht.

Lasse dein Kind beim Staubsaugen helfen, sofern es sich vor dem lauten „Ungetüm“ nicht fürchtet. Das können schon die Kleinsten, denn die Saugerdüse zum Staub manövrieren stellt keine so hohen Anforderungen an die Koordination. Kehren mit dem Besen erfordert hingegen schon mehr Geschick. Entweder gibst du deinem Kind einen speziellen Kinderbesen oder – falls es nur mit „echten“ Geräten arbeiten mag – drückst ihm einen Handfeger und ein Kehrblech in die Hand. 

Nasses Vergnügen

Bevor du dein Kindergartenkind beim feuchten Wischen von Böden helfen lässt, kannst du ihm den Umgang mit einem nassen Lappen beim Abwischen des Tisches näherbringen. Das Wringen mit beiden Händen ist zum Beispiel eine hervorragende Übung für Auge-Hand-Koordination und Feinmotorik!

Um einen Putzlappen auszuwinden, fehlen Kindern noch die Kräfte. Entweder übernimmst du das für dein Kind oder – viel besser, weil es dann ohne Ihre Hilfe putzen kann – du gibst ihm einen Wischmopp. Da es bei den Kleinen oft recht nass zugeht, sollte dein Kind besser nur Stein- oder Fliesenböden wischen, die ein Zuviel an Wasser nicht so schnell übelnehmen. Zum Schluss nimmst du letzte Wasserpfützen selbst auf, damit niemand ausrutscht.

Der schönste Platz ist immer in der Küche…

Während du kochst, kann dein Kleinkind neben dir ebenfalls „kochen“. Gib ihm mehrere Gefäße (kleinen Topf mit Deckel, Plastikschüssel, Messbecher aus Plastik), einen Kochlöffel, Schneebesen und/oder Schöpflöffel und natürlich auch „Kochmaterial“, zum Beispiel die Schalen gekochter Kartoffeln oder die Reste von Möhren nach dem Schrappen. Wasser ist am ungefährlichsten, zumindest für dein Kind, jedoch kommt es dabei schnell zu Überschwemmungen. Praktischer sind größere Nudelsorten, etwa Spiralen oder Schleifchen (jeweils roh), die nicht so leicht verschluckt werden. Dazu vielleicht Gewürze und Kräuter.

Dieses Material kann dein Kind nun von einem Gefäß ins andere füllen (prima Training für die Feinmotorik!) und darin umrühren. Vielleicht mag es zwischendurch aber auch mit dem Kochlöffel ein kleines Trommelkonzert veranstalten.

Kindergartenkinder können lernen, Flüssigkeiten, Zucker oder Mehl abzumessen bzw. abzuwiegen. Du kannst helfen, Obst und Gemüse zu waschen, Salat zu zupfen und mit einem Dessertmesser weiches Obst (etwa Bananen) in Stücke oder Scheiben zu schneiden. Zeige deinem Kind, wie es ohne Gefahr für seine Finger schneidet und führe ihm anfangs eventuell die Hand.

Auch spülen gehört dazu!

Natürlich muss nach dem Kochen auch abgespült werden. Auch hier machen sich Kinder gerne nützlich. Einem Kleinkind gibst du am besten eine eigene Spülschüssel mit relativ wenig Wasser. So kann es Plastik- und kleines Metallgeschirr mit Spüllappen und Bürste reinigen. Ihrem Kindergartenkind stelle einen Hocker vors Spülbecken, so dass es bequem überall drankommt. Ist dein Kind geschickt genug, kann es auch beim Abtrocknen helfen. Das anschließende Aufräumen des Abwaschs ist wie ein Sortierkasten „in groß“. Wohin gehören die kleinen, die großen, die tiefen, die flachen Teller? Wo in der Besteckschublade liegen die Löffel, wo die Gabeln? 

„Kinderprogramm“ Waschmaschine

Hat deine Waschmaschine vorne ein Bullauge, kannst du mit deinem Kleinkind ein wenig „Kinderprogramm“ gucken. Vielleicht hat dein Kind ein buntes T-Shirt oder eine Lieblingshose, die es im wirbelnden Durcheinander der Wäsche immer wieder entdecken kann? Und wenn die Waschmaschine dann schleudert, kann sich dein Kind – sofern ihm das Spaß macht – oben drauf setzen, sodass es die Vibration spüren kann (trainiert die Körperwahrnehmung).

Kindergartenkinder können schon gut beim Sortieren der getragenen Wäsche nach Weiß, hellen und dunklen Farben helfen. Oder du spielst das Spiel „Wem gehört diese Hose/dieses Hemd?“ und dein Kind ordnet die verschiedenen Wäschestücke den einzelnen Familienmitgliedern zu. 

Klammerhilfe und Wäschemathematik

Schon Kleinkinder können helfen, die gewaschene Wäsche aus der Maschine zu holen und in den Trockner zu legen. Viel mehr Möglichkeiten zum Helfen gibt es allerdings, wenn du Wäsche zum Trocknen auf die Leine hängst. Falls du ein Wäschekarussell (wie eine Mini-Wäschespinne mit Klammern dran zum Aufhängen von Kleinteilen) besitzen, kann dein Kind daran die Socken aufhängen. Alternativ schiebe es mit einem Stuhl an den Wäscheständer, so dass es ans Gestänge drankommt und Socken darüber hängen bzw. Unterwäsche mit Klammern befestigen kann. Stelle den Wäscheständer möglichst so auf, dass er nicht umkippen kann, auch wenn sich dein Kind darauf stützt (z.B. an eine Wand oder gegen ein Möbelstück).

Kann dein Kind schon zählen, mag es dir vielleicht die Wäscheklammern, die du pro Wäschestück brauchen, abgezählt anreichen. Gib ihm dazu am besten vor, wie viele Klammern du benörigstn (etwa: zwei Klammern für eine Unterhose, vier Klammern für ein T-Shirt). Hat es dazu keine Lust mehr, gib ihm mehrere kleine Behälter (Pappschachteln oder Plastikschüsseln) und lege in jeden davon eine Wäscheklammer in einer bestimmten Farbe – sozusagen als „Muster“. Nun kann dein Kind die Klammern nach Farben sortieren.

Sockenpuzzle

Bei der Wäschepflege gibt es noch viel mehr zu sortieren, sowohl beim Aufhängen als auch beim Zusammenlegen der Wäsche. Die gewaschenen Wäschestücke lassen sich wiederum nach der Farbe, nach der Form (wie: Socken, Unterhemden, -hosen, T-Shirts, Hosen) oder auch nach dem „Eigentümer“ sortieren (Was gehört dem Kind, was dir, was dem Papa?).

Wenn du eine Socke aus dem Wäschekorb ziehst, kann dein Kind – ähnlich wie beim Puzzle – das dazu passende Gegenstück heraussuchen. Das ist, vor allem bei Papas meist dunklen Sockenpaaren, durchaus eine knifflige Aufgabe. Besitzt dein Kind ab dem Kindergartenalter schon die nötige Fingerfertigkeit, kann es trockene Socken auch gleich zusammenrollen, nachdem du ihm vorgemacht hast, wie es geht.

Linktipps 

Buchtipps

  • Tim Seldin: Kinder fördern nach Montessori: So erziehen Sie Ihr Kind zu Selbstständigkeit und sozialem Verhalten; Dorling Kindersley 2012; 192 Seiten; 16,95 €
  • Jutta Bläsius: „Das kann ich schon selber!“ Übungen des praktischen Lebens nach Maria Montessori; Herder 2. Auflage 2008; 128 Seiten; 12,95 €
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