Kleine Mitesser am großen Tisch

Kinderernährung nach dem Brei

Um den zehnten Lebensmonat herum endet bei den meisten Babys allmählich die Zeit von Brei, Säuglings- und Gläschenkost. Sie werden neugierig auf das Essen der Großen und möchten gleichberechtigt am Familienessen teilnehmen. Wie geht es nun weiter mit der Kindernährung?

von Heike Byn
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Kleinkind isst Gurke panther Monkeybusiness Images
Foto: © panthermedia, Monkeybusiness Images

Gleichberechtigt am Familientisch

Eines Abends schaute er wie gebannt auf meinen Teller. Das Objekt seiner Begierde: ein Vollkornbrot mit Streichkäse und geraspelter Gurke obendrauf. Die kleinen Lippen schmatzten und formten ein forderndes „da, da, da!“ Er gab nicht eher Ruhe, bis ich ihm ein Stück abgab und auf seinen Plastikteller legte. Sein Sieger-Lächeln werde ich nie vergessen. Jetzt war es also auch vorbei mit dem Abendbrei – mein Sohn hatte kurz vor seinem 1. Geburtstag beschlossen, zum vollkommen gleichberechtigten Mitesser am Familientisch aufzusteigen.

Mehrere kleine Mahlzeiten am Tag

Ein besonderer Augenblick nicht nur für unsere kleine Familie, denn um den zehnten Lebensmonat endet bei den meisten Babys allmählich die Zeit von Brei, Säuglings- und Gläschenkost. Sie werden neugierig auf das Essen der Großen und experimentierfreudiger. Sobald Kinder selbstständig im Kinderstuhl sitzen, wollen und können sie am Familienessen teilnehmen. Manche brauchen bis zum Ende des ersten Lebensjahres dazu, andere sind früher dran. Jedes Kind hat seinen eigenen Rhythmus. Wichtig ist, dass Eltern den Übergang vom Breikind zum Familienköstler entspannt beginnen, denn Kinder ändern ihre Vorlieben und Abneigungen beim Essen ziemlich schnell.

Doch auch, wenn der Neuling an der Tafelrunde gerne alles wie die Erwachsenen machen will - für Kinder gelten beim Essen immer noch andere Regeln, als für die Großen: Sie brauchen durch ihr enormes Wachstum viel mehr Nahrung als ihre Eltern. Doch große Mengen kann der kleine Magen noch nicht aufnehmen. Deshalb sind mehrere über den Tag verteilte, kleine Mahlzeiten wichtig. Die Experten des Forschungsinstituts für Kinderernährung Dortmund (FKE) – und nicht nur die – empfehlen hier drei Haupt- und zwei Zwischenmahlzeiten. Dafür haben sie ein Ernährungskonzept mit dem Namen „Optimierte Mischkost optimiX“ entwickelt, das gesunde Lebensmittel für Kinder und Jugendliche abwechslungsreich in vielen exemplarischen Gerichten zusammenstellt. „OptimiX“ deckt den Bedarf an allen Nährstoffen, die Kinder und Jugendliche für Wachstum, Entwicklung und Gesundheit benötigen.

Grundsätzlich gehören natürlich zu jeder ausgewogenen Kinder-Kost fünf Nahrungsgruppen: Gemüse, Obst, Milchprodukte, Eiweiß (Fleisch, Fisch, Eier, Bohnen, Nüsse) und Kohlenhydrate (Brot, Nudeln, Getreide, Reis, Kartoffeln). Bei ihrer Kombination helfen drei einfache Regeln: „Reichlich pflanzliche Lebensmittel – vor allem Gemüse, Obst, Brot und Kartoffeln – und Getränke anbieten. Tierisches wie Milchprodukte, Fisch, Fleisch und Eier in Maßen. Fettreiches wie Butter und Öle sowie Süßwaren nur sparsam“, erklärt Mathilde Kersting vom FKE.

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