Endlich weniger Stress

12 Dinge, von denen Kleinkind-Eltern träumen

Irgendwo mal pünktlich erscheinen, ein Shirt tragen, das auch abends noch sauber ist oder ein Gespräch unter Erwachsenen führen. Eltern von Kleinkindern haben sehr bescheidene Bedürfnisse. Die zwölf größten Wünsche der Eltern der Kleinsten!

Autor: Gabriele Möller
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Ein Königreich für weniger Stress am Morgen!

Mutter Kleinkind auf Arm
Foto: © mauritius images/ image source

Die zwölf guten Feen bei Dornröschen wussten schon, weshalb sie sich nur zur Geburt des Königskindes blicken ließen, rasch ihre Wünsche loswurden und hinterher auf Nimmerwiedersehen verschwanden. Wären sie erst gekommen, als Dornröschen schon laufen konnte, hätten seine Eltern sich vermutlich kaum Schönheit oder Reichtum für ihr Kind gewünscht. Sie hätten die weisen Frauen bestürmt, ihr Kleinkind doch bitte mal so zu verzaubern, dass es nachts nicht ständig ins  Elternbett kommt, sich morgens protestfrei anziehen lässt oder aufhört, kiloweise Blumenerde aus den Töpfen zu klauben.

Und das sind sie - die zwölf dringlichsten Wünsche von Eltern:

1. Endlich wieder durchschlafen

Zwar braucht das Kind vielleicht nachts keine Milch mehr. Doch von den acht Stunden Schlaf, die der (vermutlich kinderlose) Hausarzt gegen diverse Stresssymptome empfahl, können viele Eltern trotzdem nur träumen. Denn längst hat ihr Kind nachts neue Anliegen: seine Bettdecke ist verrutscht oder herunter gefallen, die Windel ist ausgelaufen, es hat schlecht geträumt, es langweilt sich und möchte um 3 Uhr früh Programm, oder es will lieber im Elternbett schlafen. Doch die Zeit arbeitet hier für die Eltern: Im Laufe der Kleinkindjahre werden die nächtlichen Unterbrechungen weniger!

2. Mittags noch dasselbe saubere Shirt tragen wie morgens

Es gibt Zeiten, da möchten Mama oder Papa am liebsten nicht die Tür aufmachen, wenn der Postbote klingelt. Denn der kurze Sicherungsblick auf die eigene Vorderfront zeigt: Das jüngste Bäuerchen des Kindes, sein tomatensoßen-verschmierter Mund oder auch der Harndrang, der es regelmäßig beim Wickeln überfällt, haben wieder mal Spuren hinterlassen. Da hilft nur: sich entweder dreimal täglich umzuziehen - oder Haltung zu bewahren.

3. Irgendwo einmal pünktlich erscheinen

Der  Kindergarten wartet aufs Kind, der Chef auf die Mutter. Nachdem es mal wieder 20 Minuten gedauert hat, den Nachwuchs anzuziehen, ist selbiger endlich ins Auto verfrachtet. Es könnte also losgehen. Doch just als die Mutter den Zündschlüssel umdreht, steigt ein allzu bekannter Geruch auf und signalisiert: Die Windel ist voll! Gegen die Hektik, die jetzt ausbricht, war alles Andere nur eine müde Vorübung. Wer es schafft, steht morgens (noch) früher auf, um auch für solche Mini-Katastrophen noch ein Zeitpolster zu haben.

4. Den Sockenräuber erwischen

Zwar gibt es angeblich Waschmaschinen, die Socken fressen, aber das reicht als Erklärung für die vielen Einzelsocken und verschwundenen Handschuhe irgendwie nicht aus. Es muss ihn wohl doch geben: den gemeinen Sockenräuber, der in Haus oder Kindergarten sein Unwesen treibt. Unerschrockene (oder resignierte) Eltern ziehen ihrem Kind einfach unterschiedliche Socken an - andere entsorgen die verwitweten Einzelexemplare lieber.

5. Die Kleinkindsprache verstehen

Auch die besten Eltern können nicht immer erraten, was ihren Nachwuchs gerade bewegt. Vor allem, wenn sein Wortschatz noch sehr überschaubar ist oder die Aussprache viel Raum für Interpretationen lässt. Eine Lösung wäre eine Übersetzungs-App für Kindersprache: "Patt fisst!" - "Ihr Kind sagt: Dort sitzt ein Spatz, der ein Körnchen frisst". Bis es das gibt, müssen Eltern selbst dafür sorgen, dass ihr Kind sprachlich bald fit wird. Das funktioniert am besten, wenn sie viel mit ihm sprechen und ihm zum Beispiel erklären, was sie gerade tun.

6. Über etwas Anderes als die Kinder sprechen

Apropos sprechen - viele Eltern wären froh, mal wieder mehr als 30 Sekunden am Stück mit einem anderen Erwachsenen reden zu können. Ohne dass das anwesende Kind die Apfelschorle umwirft, die Windel urplötzlich randvoll hat oder ihnen im Sekundenabstand fröhlich ins Ohr kreischt. Aber selbst wenn es mal ruhig ist, drehen sich trotzdem die Gespräche oft nur noch ums Kind. Nicht nur gegenüber kinderlosen Freunden aber gilt: Zahnungsfieber, Kopfgrind und Stuhlkonsistenz faszinieren allenfalls die Eltern selbst.

7. Schützenhilfe durch eine Putzfrau

Nicht immer liegt es am Geldbeutel, wenn Mütter oder Väter sich keine Putzhilfe nehmen. Oft liegt es an Skrupeln: Wenn man vielleicht momentan nicht berufstätig ist, kann man doch auch putzen, oder? Doch wer im Erziehungs-Urlaub (was für ein Wort!) ist, weiß: Das ist ein 24-Stundenjob ohne Lohn, Ferien oder Krankentage. Schon wer nur zweimal im Monat eine Zugehfrau für eine Grundreinigung und einen Berg Bügelwäsche bestellt, kann freier atmen.

8. Das Auto sauber halten

Wo wir gerade beim Saubermachen sind: Es sind oft vor allem die Väter, die damit hadern, dass das Auto nie mehr so klinisch rein sein wird wie einstmals. Denn neuerdings ist im Innenraum ein Krümelmonster eingezogen, das dort täglich ein gefühltes Pfund Knabberstangenreste verteilt und die Scheiben mit Schmiermustern verschönt. Es schont die Nerven zumindest etwas, einen waschbaren Bezug für die Rücksitzbank sowie für die Rückenlehne des Vordersitzes zu besorgen und den Fußraum mit Matten zu bestücken.

9. Das Kamikaze-Kind beschützen

Kleine Kinder kennen keine Furcht. Zumindest keine vor Autos oder steilen Treppen. Sie wissen nicht, was Strom ist, oder dass Putzmittel lecker aussehen, es aber nicht sind. Sie klettern an Regalen hoch, stürzen sich von wackeligen Stühlen in die Tiefe und stecken alles in den Mund, worüber sie gern mehr erfahren würden (denn hier sind die meisten Sinneszellen). Da hilft alles nichts: Eltern müssen hinter ihnen her sein. Es erspart aber manche Schrecksekunde, die Wohnung  kindersicher zu machen.

10. Die Nerven behalten

Wer sich jetzt öfters auf der sprichwörtlichen Palme wiederfinden, braucht nicht gleich Schuldgefühle zu haben. Es gibt kaum jemanden, der gelassen bleibt, wenn sich das Kind losreißt und in Richtung Hauptverkehrsstraße eilt. Oder der gütig über die Kreativität des Nachwuchses lächelt, der gerade ein Kuscheltier mit Textmarker verziert hat. Es macht aber gelassener, von seinem Kleinkind nicht zuviel zu erwarten: Es kann sein Verhalten noch nicht steuern und sich Verbote noch nicht merken. Wer die Nerven doch mal verliert, schimpft am besten nicht mit dem Kind, sondern dreht sich weg und klagt ein wenig in Richtung Zimmerecke.

11. Sich nicht in die eigenen Eltern verwandeln

Die meisten Eltern haben sich trotzdem schon dabei erwischt, plötzlich genauso zu klingen, wie der eigene Vater oder die eigene Mutter. Das kann ein kleiner Schock sein. Doch es heißt nicht, dass man im Begriff ist, wie die eigenen Eltern zu werden. Am besten zählt man sich jetzt sofort auf, was man alles anders macht als sie. Es wird dann rasch klar: Die Unterschiede im Erziehungsstil überwiegen bei weitem.

12. Ein gutes Vorbild sein

Kinder lernen bekanntlich am leichtesten durch Nachahmung. Wer also zum Beispiel ein Kind möchte, das sich gern bewegt, kann es früh mit ins Schwimmbad, auf Familien-Radtouren oder Wanderungen nehmen. Höflichkeit lernt der Nachwuchs, wenn auch die Eltern Bitte und Danke sagen, wenn sie vormachen, wie man auch in ärgerlichen Situationen ruhig bleibt, und wenn sie sich auch mal entschuldigen. Über Nachbarn und Bekannte spricht man am besten entweder gut - oder gar nicht. Konsum sollte kein zentrales Thema in der Familie sein. Wichtiger ist zu zeigen, dass man sich gegenseitig lieb hat, unterstützt und Anderen hilft. Auch ein bisschen Kreativität darf sein, damit das Kind erfährt, dass Selbstmachen schöner ist als ferngucken: Schon für die Kleinsten kann man singen, kurze Märchen für sie erfinden, mit ihnen malen oder eine Deko fürs Kinderzimmer basteln.

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