Kritik nützt nichts

Was tun bei Sprachentwicklungsstörungen?

Treten Probleme beim Spracherwerb auf, sollte ein Kind Fachleuten, wie Sprachheilpädagogen und Logopäden, vorgestellt werden. Hier gibt es Tipps.

Autor: Anne Rodler
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Kindern viele Sprechanlässe bieten

Maedchen Schnute panther MarkusNicolini
Foto: © panthermedia, Markus Nicolini

Treten Probleme beim Spracherwerb auf, sollte ein Kind Fachleuten, wie Sprachheilpädagogen und Logopäden, vorgestellt werden. Nach einer Beratungsstunde können diese je nach Diagnose eine Therapie in die Wege leiten. Da die Arbeitsweise ähnlich ist, spielt die Ausbildung des Therapeuten eine untergeordnete Rolle. Eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse erfordert allerdings eine Kassenzulassung des Therapeuten sowie ein Rezept des Kinder- oder Hals-Nasen-Ohrenarztes. Sprachheilkindergärten oder -schulen finanziert der jeweilige staatliche, kirchliche oder private Träger. Eine Therapie in einer Klinik wird direkt mit der Kasse abgerechnet.

Was passiert in einer Sprachtherapie?

Eine Therapie setzt sich aus Bewegungs- oder Wahrnehmungsspielen, aus Übungen zur Informationsverarbeitung oder zum Sprachverständnis zusammen. Sie kann auch eine Hörerziehung beinhalten. In allen Fällen richtet sie sich stark nach der individuellen Störung sowie dem Entwicklungsstand des einzelnen Kindes. Der Therapeut legt nach der Diagnose den Therapieplan fest, der meist aus vielen kleinen Schritten besteht. "Indem Kinder ihre bisher erworbenen Fähigkeiten zeigen und erweitern dürfen, wird versucht, ihr Selbstwertgefühl zu steigern", erklärt die Kölner Sprachtherapeutin Ute Ostendorf. Aus diesem Grunde bedeutet für sie Sprachtherapie immer eine Förderungen der gesamten Entwicklung eines Kindes. Die Erfahrung, dass man mit Sprache Wünsche äußern, nachfragen, Erfahrungen austauschen und damit etwas bewirken kann, ist dabei wesentlich.

Einzeltherapie oder Behandlung in Gemeinschaft?

In einer Einzeltherapie genießt das Kind die komplette Aufmerksamkeit des Therapeuten, die sich so ganz individuell auf den Patienten einstellen kann. Mehrere Kinder in einer Therapie erhalten dagegen das Gefühl, nicht allein zu sein mit ihren sprachlichen Schwierigkeiten. Sie lernen voneinander.
Nehmen die Eltern an der Therapiestunde teil, können sie die Stärken und Schwierigkeiten der Kinder genau beobachten und Anregungen des Therapeuten übernehmen. Ohne die Eltern äußern sich die Kinder jedoch häufig unbefangener.

Wie können Eltern eine Therapie unterstützen?

"Elterngespräche sind ein bedeutender Teil der Therapie; schließlich verbringen diese die meiste Zeit mit den Kurzen", meint die Therapeutin aus Köln. Und sie sollen die Therapie zu Hause fortführen, indem sie mit den Kindern gezielt üben. Ute Ostendorf empfiehlt außerdem, die Kinder nicht ständig zu kritisieren, sondern fehlerhaft Gesprochenes unkommentiert und korrekt zu wiederholen. Zudem sollten Eltern zahlreiche Sprechanlässe schaffen: Bücher vorlesen, über Ereignisse berichten, Gute-Nacht-Geschichten erzählen, nach Fernesehsendungen über das Gesehene diskutieren und vieles mehr...

Was ist bei der Sprachentwicklung von Kindern normal und wann spricht man von Störungen?

Adressen:

Deutscher Bundesverband der Sprachheilpädagogen, Goethestraße 1647441 Moers
Tel.: 02841-988919Fax: 02841-988914 http://www.dbs-ev.de

Deutsche Gesellschaft für Sprachheilpädagogik e.V. (dgs)Goldammerstraße. 3412351 Berlin Tel.: 030-6616004Fax: 030-6616024http://www.dgs-ev.de/index3.htm

Deutscher Bundesverband für Logopädie e.V.Augustinusstraße 11A50226 Frechen
Tel.: 02234-691153Fax: 02234-965110http://www.dbl-ev.de

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