So helfen Sie Ihrem Kind
Probleme beim Sprechenlernen
Wenn ein Kleinkind "tutt mal", statt "guck mal" sagt, klingt das noch süß. Im fortgeschrittenen Kindergartenalter deutet dies jedoch auf eine Sprachentwicklungsstörung hin. Wie diese zu erkennen und zu behandeln ist, verrät unser Artikel.
Am Anfang steht oft einfach ein beunruhigendes Gefühl
Haben Sie hin und wieder das beunruhigende Gefühl, mit der sprachlichen Entwicklung Ihres Kindes könnte etwas nicht in Ordnung sein? Vielleicht hat Ihr Kind erst spät zu sprechen begonnen und seither nur langsam seinen Wortschatz erweitert und seine Ausdrucksfähigkeit, Grammatik und Artikulation verbessert. Verwandte, Freunde und Nachbarn überhäufen Sie vermutlich mit gut gemeinten Ratschläge. Die einen versuchen Sie zu beruhigen ("Keine Panik, das Sprechen kommt schon noch!"), die anderen schüren Ihre Ängste ("Da würde ich aber mal ganz schnell was unternehmen!"), wieder andere warten mit altbekannten Weisheiten auf ("Das kommt davon, weil die Kinder heutzutage ständig vor der Flimmerkiste sitzen!"). Und Sie stehen dazwischen und sind ratlos.
Genau diese Erfahrung machte ich selbst, als unser zweites Kind noch nicht ganz drei Jahre alt war. Damals suchte ich als Erstes Rat beim Kinderarzt, wurde aber leider nur vertröstet ("Bei der Vorsorgeuntersuchung nächstes Jahr werden wir sehen..."). Ein Termin in der Universitätsklinik, den ich auf eigene Initiative vereinbarte, brachte schließlich die Diagnose: Sprachentwicklungsstörung! Nun wendete sich das Blatt. Von seinem dritten Lebensjahr an bekam mein Sohn über lange Zeit Förderung und therapeutische Hilfe – von der Logopädie und Ergotherapie bis hin zur individuellen Förderung im Kindergarten und in der Schule. Auf diese Weise konnte er große sprachliche Fortschritte machen und sich insgesamt prächtig entwickeln. Heute bin ich sehr dankbar für diese guten Erfahrungen, die ich inzwischen in einem Buch mit dem Titel "Wie Kinder richtig sprechen lernen" zusammengefasst habe (Verlag Klett-Cotta). Ich kann alle Eltern, die sich in einer ähnlichen Lage befinden, nur ermutigen: Nehmen Sie Ihr Bauchgefühl ernst! Lassen Sie sich nicht vertrösten, sondern ergreifen Sie im Zweifelsfall selbst die Initiative. Es gibt vielerlei Möglichkeiten, kompetente Hilfe zu bekommen. Man muss nur wissen, wo und wie.

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