Rucke di guh, passt denn der Schuh?

Tipps für den Schuhkauf mit Kindern

Die richtigen Schuhe für Kinder finden - ein schwieriges Thema. Denn ob die Schuhe wirklich passen, ist gar nicht so leicht rauszufinden. In unserem Artikel gibt es hilfreiche Tipps rund um den Schuh.

Autor: Heike Byn
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Den richtigen Kinderschuh finden

Kleinkind Wiese neue Schuhe
Foto: © Panthermedia, Karl-Heinz Spremberg

"Ein Drittel bis die Hälfte aller Kinder tragen zu enge oder zu große Schuhe", weiß Professor Hans Henning Wetz, Direktor der Klinik für Technische Orthopädie und Rehabilitation der Uni Münster, zu berichten. Seit Jahren klären er und sein Team an regelmäßigen Beratungstagen Eltern mit Kindern ab dem Lauflernalter über richtiges Schuhwerk auf. "Damit es bei den Kindern später erst gar nicht zu Fußschäden und Begleitkrankheiten wie Gelenkproblemen und Haltungsschäden kommt", betont der Wissenschaftler. Dabei sind es nur ein paar einfache Grundregeln, die beim Tragen und Kaufen von Kinderschuhen zu beachten sind.

Wachsen wie die Weltmeister

Wer im Herbst auf die Stiefel setzt, die im März noch gepasst haben oder im Frühjahr die Kinder-Halbschuhe vom Vorjahr aus dem Schrank holt, wird keine Freude mehr daran haben. Sie passen mit ziemlicher Sicherheit nicht mehr, da vor allem bei kleineren Kindern die Füße innerhalb von wenigen Monaten um bis zu drei Größen wachsen können. Deshalb sollten die Füße von Ein- bis Dreijährigen alle zwei Monate vermessen werden. Bei Drei- bis Vierjährigen reichen alle vier Monate und bei Vier- bis Sechsjährigen zweimal pro Jahr aus. Um wirklich sicher zu sein, dass die Kinderschuhe gut passen, sollten Eltern nicht nur die Füsse messen lassen, sondern auch die Innenlänge der Schuhe überprüfen. Denn es kommt vor, dass die Hersteller Kinderschuhe nicht richtig auszeichnen: Wo 23 draufsteht, ist dann unter Umständen nur 21 drin.

Messkonzepte für einen 'passenden Auftritt'

Diesem Problem Rechnung zu tragen hat sich zum Beispiel RENO auf die Fahnen geschrieben. Deren Kinderschuhe werden von der firmeneigenen Qualitätssicherung geprüft und mit dem "Echtgrößen"-Anhänger versehen, auf dem die tatsächliche Größe steht. Außerdem sind RENO-Filialen mit Fußmess-Scannern ausgestattet, um Kinderfüße exakt messen zu können. Auch andere Hersteller setzen auf optimale Passform, wie zum Beispiel die Firma QUICK SCHUH mit ihren "Quick Size System"-Kinderschuhen: Die Innensohle ist herausnehmbar und lässt sich so leicht mit dem Kinderfuß vergleichen. Passt die Sohle – passt auch der Schuh.

Die meisten Schuhfachgeschäfte führen allerdings Kinderschuhe mit dem WMS-System. Dazu gehört ein spezielles Messgerät, mit dem Fußlänge, Brandsohlenform und Volumen des Kinderfußes bestimmt werden. Dazu gibt’s jedes Modell gleich dreifach: in Weit, Mittel und Schmal. Eltern sollten beim Kauf aber darauf achten, dass der Schuh auch wirklich dem Fußcharakter entspricht, denn es kommt immer wieder vor, dass vor allem die weite und die schmale Passform nicht im Lager vorrätig sind.

Barfuß durch den Laden toben

Mütter und Väter aufgepasst: Am besten kauft man Schuhe am Nachmittag. Denn im Laufe des Tages schwellen unsere Füße um einige Millimeter an. Auch wenn’s hektisch ist und der nächste Termin droht: Jedes Kind sollte vor dem Füße-Messen ein paar Minuten lang barfuss durch den Schuhladen toben können. Denn vom langen Tragen der alten Schuhe sind die kleinen Füße oft schon gestaucht und verkürzt. Erst durch Laufen und Springen strecken sich die Füße wieder und entfalten ihre volle Länge. Das kann schon einmal einen Unterschied von bis zu zwei Schuhgrößen ausmachen. Ausreichend Platz vorne im Schuh ist wichtig, damit der Kinderfuß beim Gehen und Laufen gut abrollen kann und seinem Wachstum vorerst keine Grenzen gesetzt werden.

Leder, Synthetik oder Zusatzausstattung?

Weiches und biegsames echtes Leder ist immer eine gute Wahl, dazu noch möglichst mit einer rutschfesten Gummisohle versehen. Lässt sich der Schuh "falten" und in sich drehen? Dann ist er anpassungsfähig und macht jede Bewegung mit. Die Einlegesohle sollte keine stützenden Polster oder Stützen haben. Gesunde Kinderfüße brauchen das nicht. Auch ein Fußbett ist in der Regel überflüssig. Zum Schutz gegen Regen und Nässe den Lederschuh gleich nach dem Kauf mit einem imprägnierenden Spray behandeln. Groben Schmutz nach dem Tragen trocknen lassen und dann mit einer harten Bürste abrubbeln. Farbauffrischende Mittel oder Spezial-Fleckenentferner sind überflüssig und bereichern nur die Ladenkasse. Meist tragen Kinder die Schuhe ohnehin nur eine Saison lang.

In den letzten Jahren kommen immer mehr "atmungsaktive" und sehr dehnbare Synthetik-Materialien auf den Kinderschuh-Markt. Ihr Vorteil: die Schuhe sind sehr leicht, garantiert wasserdicht. Und Kinder lieben die poppigen Farben, die es bei den klassischen Lederschuhen so nicht gibt. Auch hier gilt: vor dem Tragen gut imprägnieren. Oberflächliche Flecken lassen sich mit einem fusselfreien, sauberen Tuch plus Wasser (allenfalls Seifenlösung) entfernen. Tiefergehende Verschmutzungen muss man - entgegen der Hersteller-Bekundungen - bei diesen Materialien in Kauf nehmen. Auch die Turnschuhe der gängigen Marken werden heute fast nur noch aus Kunststoff und mit hohem wissenschaftlichen und technologischen Aufwand hergestellt. Sie sind ebenfalls von geringem Gewicht und sehen - mit Kinderaugen betrachtet - gut aus.

Gut muss nicht gleich teuer sein

Der Preisunterschied zwischen Mamas Sandalen, Papas Sneakers und Juniors Halbschuhen ist derzeit verschwindend gering. Schon für die Kinderschuh-Mittelklasse können Eltern locker 40-60 Euro zahlen. Designer-Preise liegen da noch gut und gerne 20 Euro und mehr drüber. Vor allem Eltern mit mehr als einem Kind liebäugeln da verständlicherweise mit Gebrauchtschuhen oder lassen die Schuhe der älteren Kinder von den kleineren Geschwistern auftragen. Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Doch die Schuhe dürfen nicht ausgelatscht sein, der Fersenbereich nicht einseitig abgelaufen und die Schuhe müssen richtig sitzen. Sonst bieten sie dem Fuß keinen Halt.

Tipps vom Kinderarzt: Gebrauchte Schuhe bei Kindern?


Die häufigsten Fragen rund um den Kauf von Kinderschuhen – und ihre Antworten

  • Warum beschweren sich die Kinder eigentlich nicht, wenn ihnen ein Schuh zu klein ist?

    Kinderfüße sind im Vergleich zum Erwachsenenfuß schmerzunempfindlich, weil- die Bindegewebspolster der Kleinkinder den Druck abfedern- ein knöchriger Widerstand fehlt, der kommt erst im Schulalter- sie keinen Schmerz bei Druck spüren und die Fähigkeit haben, sich an Schmerzen zu gewöhnen- sie sich den Schuhen anpassen können – nicht ohne Folgen

  • Ab wann braucht ein Kind überhaupt Schuhe?

    Ab dem Zeitpunkt, an dem es draußen herumläuft. Denn Schuhe können den Fuß nur schützen, beim Laufenlernen helfen sie nicht. Das kann ein Kind viel besser barfuß, weil es dann optimalen Kontakt mit dem Boden hat.

  • Was tun bei hohem Rist und schmaler Ferse?

    An einen hohen Rist passt sich ein Schnürschuh oder einer mit Klettverschlüssen besser an als ein Slipper oder Sneaker. Bei schmalen Fersen muss man ein Modell wählen, das hier fest sitzt, ohne dass der Schuh dabei eng ist.

  • Brauchen Kinder Hausschuhe?

    Nur wenn die Böden zu Hause besonders glatt oder kalt sind. Barfuß oder in Anti-Rutsch-Socken laufen ist für den Fuß am besten.

  • Muss man Schuhe täglich wechseln?

    Wer es sich leisten kann, für Kinder in der Wachstumsphase immer zwei Paar Schuhe zu kaufen, sollte das tun. So kann jeweils ein Paar innen trocknen. Aber auch wer immer das gleiche Paar Schuhe trägt, bekommt davon keine Schweißfüße. Die hat man von Geburt an, oder man hat sie eben nicht.

  • Verformen Schuhe die Füße?

    Nur, wenn die Schuhe zu klein sind, drücken und so auf Dauer getragen werden. Auch wenn Mädchen Plateausohlen-Schuhe haben wollen oder Jungs schlecht sitzende, aber trendige Slipper – bevor eine solche Mode Schaden anrichten kann, ist sie schon wieder vorbei.

  • Wie groß sind Schuhe, die passen?

    Sie sollten innen etwa 1 bis 1,5 cm länger sein als der Fuß. Denn er braucht beim Abrollen Platz und die schnell wachsenden Kinderfüße brauchen auch ein bisschen Reserve. Zuviel Platz führt aber dazu, dass das Kind schnell stolpert. Wenn das schon im Schuhladen passiert, sind die Schuhe mit Sicherheit zu groß.

  • Wie misst man die Schuhlänge?

    Eigentlich reicht ein Druck mit dem Daumen auf die Schuhspitze, um zu fühlen, ob noch genug Platz da ist. Viele Kinder ziehen dann aber reflexartig die Zehen ein. Deshalb am besten das Kind mit Strümpfen auf ein Stück Karton stellen und mit einem senkrecht gehaltenen Stift beide Füße umfahren. Ausgeschnitten und in Schuhe gesteckt, zeigten diese Pappsohlen schnell, ob die Größe richtig ist.

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