Reingefallen

Die häufigsten Irrtümer der Liebe

Die Liebe kommt auch ohne Worte aus - auch diese Annahme gehört zu den größten Irrtümern in Partnerschaften. Mehr über die Irrungen lesen Sie bei urbia.

Autor: Gabriele Möller
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Wer sich lang kennt, weiß längst nicht alles voneinander

Paar liegt Park
Foto: © iStockphoto.com/ mura

Miriam dachte immer, sie kennt ihren Rolf ganz genau. Er ist von der gemütlichen Sorte und sitzt abends am liebsten auf der Couch vorm Fernseher. Und im Urlaub will er immer in die Sonne und das gemächliche Strandleben genießen, das weiß jeder. Doch eines Abends eröffnet er ihr nebenbei, er gehe jetzt zweimal wöchentlich mit seinen Kollegen zum Squash. Und im nächsten Urlaub möchte er vier Wochen in die USA, um dort als Gast-Cowboy auf einer Farm zu arbeiten und seine persönlichen Grenzen auszutesten. Und zwar ohne sie. Miriam ist platt. Sie ist jedoch schlicht und einfach einem der größten Irrtümer in der Liebe zum Opfer gefallen: Sie glaubte, je länger man seinen Partner kenne, desto mehr wisse man über ihn. Doch das stimmt nicht, wie so manches andere in Liebesdingen, von dem wir felsenfest überzeugt sind. Wir nehmen die häufigsten Liebes-Irrtümer unter die Lupe.

Kommt Liebe ohne Worte aus?

  • Wenn der Partner mich liebt, weiß er automatisch, was ich will

    Falsch. Wer das glaubt, ist auf romantische Kino-Schwarten hereingefallen, wo Held und Angebetete sich durch ein paar tiefe Blicke wortlos verständigen können. Zu glauben, der andere könne einem tatsächlich sämtliche Wünsche von den Augen ablesen, zeugt von völliger Überschätzung der Fähigkeiten, die die Liebe verleiht. Gedankenlesen gehört nämlich nicht dazu. Da hilft nur eins: immer wieder mit dem Partner über Träume, Wünsche, Gefühle und Zukunftspläne zu reden. Und vor allem: Ihn nach seinen fragen. Nur so lassen sich gemeinsame Standpunkte finden oder Unstimmigkeiten aufdecken.

  • Streit ist der Anfang vom Ende

    Auch der Wunsch nach andauernder und totaler Harmonie, den viele Partner im tiefsten Inneren hegen und pflegen, kann tödlich für die Beziehung sein. Denn die Liebe braucht Auseinandersetzung. Wer Streit um des lieben Friedens oder der Kinder willen angestrengt vermeidet, kleistert die Liebe mit einer dicken Schicht aus unausgesprochenem und gärendem Konfliktpotenzial einfach zu. Bis der große Knall kommt, oder die Liebe einfach in aller Stille abstirbt wie ein Pflänzchen, das nicht mehr atmen kann. Streit muss sein. Aber er darf nicht zerstörerisch wirken. Reden Sie bei Konflikten in der Ich-Form, greifen Sie den Partner nicht direkt an, verallgemeinern Sie nicht (NIE bist Du pünktlich, IMMER willst Du Deinen Kopf durchsetzen, usw.).

  • Man sollte soviel wie möglich zusammen machen

    Das funktioniert nur in den seltensten Fällen. Meist stecken hinter dem Wunsch, alles zusammen zu tun, Verlustängste eines oder beider Partner. Wer den anderen nie allein lässt, glaubt, ihn kontrollieren zu können. Wer aber alles gemeinsam tut, hat sich hinterher nichts zu erzählen. Auch leben zwei Menschen niemals dasselbe Leben, egal wie dicht sie aufeinander glucken. Jeder muss seine Freiräume haben und pflegen, sonst kommt zwangsläufig Langeweile auf. Denn gerade die Tatsache, dass der Partner andere Dinge tut und kann als man selbst, macht ihn ja reizvoll. Und Bewunderung gehört schließlich zur Liebe unbedingt dazu.

  • Ein Seitensprung bedeutet auf jeden Fall das Ende

    Das muss nicht sein, auch wenn sich hier vielen Liebenden auf Anhieb die Federn sträuben. Wenn eine Beziehung sowieso nicht mehr in Ordnung ist, kann ein Seitensprung das Fass natürlich sehr wohl zum Überlaufen bringen. Wenn das Fremdgehen aber ein einmaliger Ausrutscher war (und man das dem Partner auch glauben kann), sollte man gut überlegen, ob man für dieses Fehlverhalten alles wegwerfen möchte, was man zusammen erlebt und sich gemeinsam erarbeitet hat – auch in Beziehungsdingen. Nach einem Seitensprung sollte zwar über die Beziehung gesprochen werden, danach muss man aber irgendwann wieder zur Tagesordnung übergehen. Weder monatelanges Schmollen auf der einen, noch demütiges Schuldbewusstsein auf der anderen Seite können die Beziehung in die Zukunft tragen.

  • Mein Partner ist für mein Glück verantwortlich
    Dies ist wohl der häufigste und schlimmste Irrtum in der Liebe. Dieser Gedanke ist ein Kind unserer Zeit. Die Liebe soll alle anderen Defizite und Probleme in unserem Leben aufheben und ausgleichen und uns das große Glück bescheren. Für das eigene Glück sind aber nur wir selbst und niemand sonst zuständig. Natürlich soll man sich mit dem Partner zusammen glücklich und gut fühlen. Aber wer von ihm sein Glück oder Unglück abhängig macht, gibt die Verantwortung für sich selbst und das eigene Leben ab. Das ist sehr bequem und passiert daher häufig, aber es mündet zwangsläufig in einer Sackgasse. Denn es macht nicht nur unfrei und abhängig, sondern überfordert den anderen. Das heißt im Alltag: Wenn Sie sich bisher zu sehr auf den Partner fokussiert haben, machen Sie sich bei einer gemütlichen Tasse Tee eine Liste von Dingen, die Sie immer schon tun wollten. Dann streichen Sie an, was Ihnen am wichtigsten ist und was Sie neben Berufstätigkeit/Hausarbeit verwirklichen können. Fangen Sie damit HEUTE an: Greifen Sie zum Hörer und melden Sie sich im Sportverein für den Aikido-Kurs an, gründen Sie einen privaten Kindergarten, legen Sie ein Theater-Abonnement zu, verabreden Sie wöchentliche Quasselabende mit Freund(inn)en (OHNE ihren Partner) oder geben Sie eine Annonce auf, bei der Sie Gleichgesinnte für Hobby und Freizeit suchen.

Gegensätze ziehen sich an?

  • Gegensätze ziehen sich an

    Das stimmt zwar, jedoch sind einander gegenüber stehende Extreme keine gute Basis für die Liebe. Auf Dauer haben solche Beziehungen mehr Zukunft, bei denen grundlegende Dinge übereinstimmen. Zum Beispiel ist es gut, wenn beide Partner ein ähnliches Ausbildungsniveau haben, ähnlich attraktiv sind und in ihren Wertvorstellungen (Umgang mit Geld, Kindererziehung, Politik, Religion, Abtreibung, Treue usw.) weitgehend übereinstimmen. Doch der gegenteilige Spruch "Gleich und gleich gesellt sich gern" stimmt auch nicht uneingeschränkt. Denn eine gewisse Unterschiedlichkeit erhöht den Reiz. Zuviel Übereinstimmung können Sie entgegenwirken, indem Sie bewusst eigene Interessen und einen eigenen Freundeskreis pflegen.

  • Zwischen Liebenden darf es keine Geheimnisse geben

    Doch. Zwar sollte man natürlich ehrlich miteinander umgehen. Aber die Partner müssen nicht absolut alles übereinander wissen. Erzählen Sie Ihrem Partner nicht unbedingt Details über die heißen Nächte mit Ihren Verflossenen, über den ersten Sex, den ersten Kuss. Auch genaue Informationen über Ihr Lieblingswachs zur Beinenthaarung oder darüber, welchen Tampon Sie benutzen und dass Sie eine neue Methode zur Hühneraugenentfernung gefunden haben, fördern den Zauber der Liebe nicht.

  • Entweder es funkt gleich, oder gar nicht

    Sie sind ein guter Menschenkenner und wissen nach dem ersten Rendezvous, ob das was wird oder nicht? Die Liebe auf den ersten Blick gibt es sicher: Doch auch sie muss den zweiten Blick bestehen, soll sie Zukunft haben. Der Regelfall ist aber, dass man sich erst langsam aneinander herantasten und sich öfters sehen muss, um herauszufinden, ob er/sie der richtige Partner ist. Oft funkt es erst nach einiger Zeit. Geben Sie dem Kandidaten eine Chance. Denn Menschen sind zu vielschichtig, als dass man sie an einem Abend kennen lernen könnte.

  • Wenn man zusammen ist, braucht man sich nicht mehr zu bemühen

    Hier würde wohl kaum jemand zustimmen, und trotzdem verhalten sich sehr viele Menschen, die in festen Beziehungen leben, genau so. Die Haare bekommen einen verdächtigen Wet-Gel-Look, zu Hause rennt man in den ältesten "Wohlfühlklamotten" (soll heißen verblichenes Sweatshirt und ausgeleierte Jogginghose) herum, die kleinen Aufmerksamkeiten und Geschenke werden rar und Komplimente bringt man überhaupt nicht mehr über die Lippen. Die finanziellen Einsparungen dadurch, dass man viel weniger für Kleidung, Kosmetik und schöne Wäsche ausgibt, sind hier schlecht investiert. Und wer sich gehen lässt, gefährdet mit der Zeit nicht nur die Liebe, er raubt sich selbst auch die Lebensenergie. Denn die geht – wie Psychologen wissen - zwangsläufig mit flöten, wenn man abschlafft und sich hängen lässt.

  • Mein Partner wird sich bestimmt noch ändern

    "Wenn wir erst mal ein Kind haben, ist er bestimmt öfters zu Hause", lautet eine typische Hoffnung. Dass sie sich erfüllt, ist jedoch unwahrscheinlich. Natürlich verändern sich Menschen innerhalb einer Beziehung. Und Fehlverhalten, das die Beziehung stört oder den anderen kränkt, kann man mit etwas Zeit und Mühe auch abstellen. Grundlegende Charaktereigenschaften jedoch bleiben in der Regel. So wird ein notorischer Fremdgänger kein Ausbund an Treue werden, ein Choleriker kein sanftes Lamm und Menschen mit Alkoholproblemen pflegen andere in ihr Elend mit hinunter zu ziehen, statt sich von ihnen heraus helfen zu lassen. Auch wird aus der schüchternen Frau, die am liebsten die traute Zweisamkeit auf dem heimischen Sofa genießt, keine Partygängerin und ein Mann mit Vorliebe für Schlabberpullis wird wahrscheinlich nicht zum Vorzeige-Beau in Nadelstreifen mutieren. Prüfen Sie also lieber möglichst früh, ob Sie mit den grundsätzlichen Charaktereigenschaften Ihres Partners gut leben können, anstatt sich selbst auf etwaige zukünftige Veränderungen zu vertrösten.

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